Unabomber Netflix Streamen online Video on Demand
© Philippe Bosse/Netflix

Unabomber

Unabomber Netflix Streamen online Video on Demand
„Unabomber“ // Deutschland-Start: 24. September 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Als der Psychologie-Professor Henry Murray (Russell Crowe) im Auftrag der CIA 1958 Experimente mit Studierenden durchführen soll, trifft er auf den Mathematikstudenten Ted Kaczynski (Jacob Tremblay). Dieser ist philosophisch interessiert, tut sich aufgrund seiner zurückhaltenden Art aber etwas schwer mit anderen Menschen. Murray fällt es auf diese Weise leicht, den Jugendlichen für sich einzunehmen und unter dem Vorwand eines Debattierwettbewerbs das Experiment mit ihm zu beginnen. Rund 20 Jahre später ist die FBI-Agentin Joanne Miller (Shailene Woodley) auf der Jagd nach dem Unabomber, der immer wieder Bombenanschläge durchführt und zu einer Bedrohung für die Gesellschaft geworden ist. Und eine Spur führt ausgerechnet zu Kaczynski …

Die Geschichte hinter dem Terroristen

Dass Netflix eine große Vorliebe für True Crime hat, ist wirklich kein Geheimnis. Ständig nimmt der Streamingdienst irgendwelche Filme und Serien ins Programm auf, die sich mit vergangenen wahren Verbrechen beschäftigen. Das geschieht meistens in dokumentarischer Form wie kürzlich in Der Mord an Brigadier J, das von einem getöteten Polizisten und den skandalösen Vertuschungsversuchen erzählte. Aber auch fiktionalisierte Fassungen finden immer wieder ihren Weg ins Programm, siehe etwa Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden, eine lustvoll spekulierende Serie über die Frau, die ihren Vater und ihre Stiefmutter ermordet haben soll. In die zweite Kategorie fällt Unabomber, ein US-amerikanischer Film über Ted Kaczynski, der zwischen 1978 und 1955 eine Reihe von Bombenanschlägen verübte und damit drei Menschen tötete.

Der Film nähert sich dem Thema auf ungewöhnliche Weise an. Auf der einen Seite ist da die konkrete Jagd auf den Terroristen und Mörder, die Mitte der 1990er stattfand. Dabei wurde einiges fiktionalisiert, darunter die Figur der FBI-Agentin. Die Passagen sind ganz ordentlich, wenngleich sie nicht so wirklich hervorstechen. Unabomber macht da auch nicht wirklich ein Geheimnis draus, wer hinter allem steckt, weshalb ein rätselfreudiges Publikum eher leer ausgeht. Interessanter sind da die Rückblicke auf die Jugend des Verbrechers, als dieser an den Experimenten von Henry Murray teilnahm. Diese fanden tatsächlich statt und versetzten die Teilnehmenden in schwere Stresssituationen, um zu sehen, wie sich das auf die Psyche auswirkte. Dass diese Experimente moralisch mindestens fragwürdig waren, macht der Film früh klar. Der vornehme Professor ist so etwas wie ein zweiter Antagonist in diesem Krimidrama.

Interessanter Ansatz

Diese Rückblicke zeigen bereits einen Wandel in dem jungen Mann, der zunächst noch schüchtern ist, sich schwertut mit anderen, dann aber zunehmend an Überzeugungskraft und Härte gewinnt. Gleichzeitig wird aber auch die Ablehnung größer gegenüber der Gesellschaft. Diese Szenen nehmen also vorweg, mit wem wir es später einmal zu tun haben werden, wenn Kaczynski zu einem psychotischen Einzelgänger wird, der immer wieder zu Gewalt greift, um seine Überzeugungen durchzusetzen. Was Unabomber jedoch nicht wirklich klar macht, ist die Bedeutung dieser Erfahrungen, die er während der Experimente sammelte. Haben diese etwas in ihm wachgerufen? Haben sie eine Entwicklung verstärkt, die sowieso stattgefunden hätte? Oder ist das alles bloßer Zufall?

Der Film bleibt auf diese Weise unbefriedigend. Hier wird zwar viel miteinander gesprochen, wird mit schweren Themen hantiert – und am Ende doch nicht wirklich etwas gesagt. Für eine tatsächliche Charakterstudie ist das dann nicht tiefgründig genug. Für einen regulären Serienmörder-Thriller geschieht hingegen zu wenig, die Spannung bleibt bei Unabomber eher überschaubar. Es gelingt Regisseur Janus Metz Pedersen (Der Anruf) nicht, die an und für sich interessante Idee auch wirklich schlüssig und packend umzusetzen. Das ist schade, weil hier mal die Chance gewesen wäre, sich vom True-Crime-Einerlei zu emanzipieren. Und auch Jacob Tremblay, der einen unheimlichen Wandel durchmacht, wäre ein besserer Film zu gönnen gewesen.

Credits

OT: „Unabomber“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Janus Metz Pedersen
Drehbuch: Sam Chalsen, Nelson Greaves
Musik: Marco Beltrami
Kamera: Yves Bélanger
Besetzung: Russell Crowe, Jacob Tremblay, Annabelle Wallis, Shailene Woodley

Bilder

Trailer

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Unabomber
fazit
In „Unabomber“ erfahren wir von einem berüchtigten Bomben-Attentäter und wie dieser eine unheimliche Wandlung als junger Mensch durchmachte. Das Konzept der zweigeteilten Erzählung ist an und für sich interessant. Richtig schlüssig wird das alles aber nicht, die Spannung ist zudem überschaubar.
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