Sie sehen dich Zachowaj Spokój Hold Tight Netflix
© Netflix/Piotr Litwic

Sie sehen dich

Sie sehen dich Zachowaj Spokój Hold Tight Netflix
„Sie sehen dich“ // Deutschland-Start: 22. April 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Eines kann man Anna Barczyk (Magdalena Boczarska) sicher nicht vorwerfen: dass sie ihren Sohn Adam (Krzysztof Oleksyn) nicht liebt. Doch auch wenn sie alles für den 18-Jährigen tun würde, sie findet immer weniger Zugang zu ihm. Während ihr Mann Michal (Leszek Lichota) ein enges Verhältnis zu dem Jugendlichen hat, weiß sie selbst oft nicht, was in ihm vor sich geht. Vor allem seit dem Drogentod seines besten Freundes Igor Hall (Piotr Napierala) ist er sehr distanziert. Um ihm wieder nahezukommen, beschließt sie daher, eine Spyware auf seinem Handy zu installieren, in der Hoffnung, so seine Gedanken zu erfahren. Tatsächlich erfährt sie auf diese Weise, dass er sich für den Tod seines Freundes die Schuld gibt. Doch noch bevor Anna darauf reagieren kann, verschwindet Adam plötzlich – was sie umso mehr anstachelt, mehr über die Geschichte herauszufinden …

Typisch wendungsreicher Thriller

Für Fans von Harlan Coben führt seit einiger Zeit kein Weg an Netflix vorbei. Ganze 14 Romane des US-Schriftstellers sollen im Auftrag des Streamingdienstes zu Serien adaptiert werden. Bemerkenswert ist dabei nicht nur die Menge an Titeln, die hier in kurzer Zeit produziert werden. Auch die Internationalität beeindruckt: Nachdem es letztes Jahr unter anderem nach Frankreich (Kein Lebenszeichen) und Spanien (Kein Friede den Toten) ging, stammt mit Sie sehen dich die nächste Adaption aus Polen. Dort war bereits Das Grab im Wald gedreht worden, die zweite der bislang sechs Serien nach den Büchern des Autors. Und tatsächlich sieht man bei den Kreativteams der beiden polnischen Produktionen eine Reihe gemeinsamer Namen.

Wobei die Nationalität bei den Werken kaum Einfluss hat. Wer eine der vorangegangen fünf Serien gesehen hat, der weiß bereits, was ihn bei Sie sehen dich erwartet, ganz gleich, wo denn nun gedreht wurde. Harlan Coben steht für Thriller, bei denen meist mehrere voneinander losgelöste Handlungsstränge parallel erzählt werden, die dann gegen Ende hin zusammenkommen. Wie sie zusammenhängen, ist anfangs ein Geheimnis, wie so manches in der Geschichte. Während das Publikum mit den Protagonisten und Protagonistinnen durch die Gegend stolpert, wird es auf eine wendungsreiche Reise mitgenommen. Tatsächlich sind Twists ein Markenzeichen des US-Amerikaners, je absurder umso besser. Glaubwürdigkeit steht auf der Prioritätenliste ziemlich weit unten. Viel wichtiger ist Coben, dass er die Leute mit regelmäßigen Enthüllungen und brenzligen Situationen bei Laune hält.

Vergleichsweise normal und mäßig spannend

Das ist bei Sie sehen dich grundsätzlich nicht anders. Im direkten Vergleich zu einigen der anderen Serien ist die Geschichte hier jedoch vergleichsweise normal. Zwar eskalieren die Ereignisse ebenfalls, im weiteren Verlauf wird die Gefahr immer größer. Dies geschieht aber gleichmäßiger. Dass Adam in irgendwelche finsteren Sachen verwickelt war, das wird so früh klar, dass die weiteren Enthüllungen keine ganz großen Überraschungen mit sich bringen. Ein bisschen darf man zwar schon noch zu den einzelnen Details rätseln. Aber es ist nicht so, dass man hier das Gefühl hat, es wäre einem der Boden unter den Füßen weggezogen worden, so wie es zuvor manchmal der Fall war. Dafür sind die Entdeckungen, zumindest für ein Publikum, das entsprechende Erwartungen mitbringt, zu gewöhnlich.

Ob das nun eine gute oder schlechte Nachricht ist, hängt natürlich vom eigenen Geschmack ab. Wer die anderen Serien schaute, um sich an dem ungenierten und zugleich mit vollem Ernst vorgetragenen Blödsinn zu erfreuen, dem könnte das hier zu wenig sein. Andere werden sich hingegen eher freuen, wenn die Geschichte etwas konventioneller ist. Ein Highlight ist Sie sehen dich so oder so nicht. Aufgrund der recht kurzen Laufzeit – sechs Folgen à 45 Minuten – kommt man zwar relativ schnell mit allem durch, weshalb es für Langeweile keine Zeit gibt. Im Vergleich zu beispielsweise Safe, seinerzeit die erste Kooperation von Coben und Netflix, ist die Spannung nicht so wahnsinnig hoch. Schon damals war die Rede von Spysoftware und besorgten Eltern und verschwundenen Jugendlichen, deren Suche mit vielen Geheimnissen einherging. Das Ganze war damals aber mit einer stärkeren Dringlichkeit verbunden.

Credits

OT: „Zachowaj Spokój“
IT: „Hold Tight“
Land: Polen
Jahr: 2022
Regie: Bartosz Konopka, Michal Gazda
Drehbuch: Agata Malesinska, Wojciech Miloszewski
Vorlage: Harlan Coben
Musik: Andrzej Smolik
Kamera: Tomasz Augustynek, Piotr Niemyjski
Besetzung: Magdalena Boczarska, Leszek Lichota, Krzysztof Oleksyn, Agnieszka Grochowska, Grzegorz Damiecki, Agata Labno, Dominika Krzeminska, Klementyna Karnkowska

Bilder

Trailer

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Sie sehen dich
Fazit
Und die nächste Netflix-Serie nach Harlan Coben. Wer die übrigen gesehen hat, der weiß, was bei „Sie sehen dich“ kommt: ein Thriller mit mehreren Parallelhandlungen und diversen Wendungen. Die Geschichte um eine Mutter, die ihren vermissten Jungen sucht, ist für seine Verhältnisse jedoch fast schon normal und nicht übermäßig spannend.
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