Schieb es nicht aufs Karma Dont Blame Karma „¡Qué Culpa Tiene el Karma!“ Netflix
© Tamara Uribe/Netflix

Schieb es nicht aufs Karma!

Schieb es nicht aufs Karma Dont Blame Karma „¡Qué Culpa Tiene el Karma!“ Netflix
„Schieb es nicht aufs Karma!“ // Deutschland-Start: 3. August 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Seit ihrer Kindheit, so ist sie zumindest überzeugt, ist Sara (Aislinn Derbez) vom Pech verfolgt. Was auch immer in ihrem Leben nicht funktioniert, führt sie auf einen Zwischenfall während einer Geburtstagsfeier zurück, als sie fünf Jahre alt war. Damals zog sie sich den Zorn ihrer Schwester Lucy (Renata Notni) zu und wurde hierfür verflucht. Tatsächlich sind ihre Erfolge seither überschaubar, beruflich wie privat. Nur mit Ach und Krach kann sie sich über Wasser halten, während ihre Schwester eine erfolgreiche Model-Karriere startete. Nun steht auch noch deren Hochzeit vor der Tür. Zu ihrem großen Entsetzen muss Sara dabei feststellen, dass der Bräutigam niemand Geringeres als Aaron (Gil Cerezo) ist, der ihre große Jugendliebe war – und für den sie noch immer Gefühle hegt …

Alles Glückssache

Irgendwie scheinen wir gerade eine Themenwoche zu haben. Zumindest ist es auffällig, dass gleich drei Filme parallel erscheinen, bei denen sich alles um das Glück dreht. In der Actionkomödie Bullet Train steht im Mittelpunkt ein Auftragsmörder, der davon überzeugt ist, vom Pech verfolgt zu sein. Buba wiederum erzählt von einem Kleinkriminellen, der sich selbst das Leben schwer macht, aus Angst, dass sein Glück sonst bestraft wird. In der Netflix-Liebeskomödie Schieb es nicht aufs Karma! ist zwar von Verbrechen nichts zu sehen. Aber auch hier meint die Hauptfigur, dass in ihrem Leben alles schief geht und dies die Folge ist von einem Fluch. Denn der soll ihr alles Glück geraubt haben.

Diese Überzeugung ist schon ein wenig seltsam. Aber das ist Aberglauben ja meistens. Außerdem hilft so eine Schrulle dabei, Schieb es nicht aufs Karma! ein wenig von der Flut an Liebesgeschichten zu unterscheiden, die bei Netflix regelmäßig durchs Programm spült. Ein bisschen erinnert das an Astrologischer Leitfaden für gebrochene Herzen, damals war es die Astrologie, die über das (Liebes-)Glück entscheiden sollte. Während dort aber mit einem Augenzwinkern von der Möglichkeit erzählt wird, dass vielleicht tatsächlich kosmische Kräfte unser Leben bestimmen, da ist hier die Aussage deutlich eindeutiger: alles Blödsinn. Saras Idee, dass sie vom Pech verfolgt wird, als Strafe für ein kindliches Fehlverhalten, wird hier als Hirngespinst klargemacht. Wenn die Protagonistin nichts auf die Reihe bekommt, dann aus anderen Gründen.

Übernimm Verantwortung

Der interessantere Teil von Schieb es nicht aufs Karma! befasst sich dann auch mit dem Lernprozess der Hauptfigur. Sie muss nicht nur erkennen, dass an dem Geburtstagsfluch nichts dran ist. Sie muss vor allem lernen, selbst Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen sowie für das, was ihr dabei geschehen ist. Das ist grundsätzlich sympathisch. Es kann auch inspirierend sein dabei zuzusehen, wie jemand, der bislang nichts im Griff hatte, nach und nach an Souveränität gewinnt. Wenn Sara, die aus Angst ihre Karriere versaute und auch das mit der Liebe nicht hinbekam, doch noch Glück haben kann, dann ja wohl alle. Außerdem gibt die Geschichte ausreichend Grund Daumen drücken zu wollen.

Und doch, das alles reicht nicht aus, um aus Schieb es nicht aufs Karma! einen guten Film zu machen. Ein Grund ist, wie formelhaft die Geschichte erzählt wird. Sieht man einmal von dem besagten Irrglauben ab, handelt es sich hier um eine ziemlich gewöhnliche Liebeskomödie, die weder bei der Handlung noch den Figuren wirklich punktet. Und auch der romantische Aspekt hätte besser sein können. Klar, wenn man seiner einstigen Liebe gegenübersteht, dann muss man nicht unbedingt wieder von vorne anfangen. Dennoch ist es nicht gerade befriedigend, wie wenig hier in die Entwicklung investiert wurde. Am Ende bleibt so von dem Film nicht wirklich viel zurück. Drüber ärgern muss man sich nicht, da waren andere Liebeskomödien beim Streamingdienst deutlich schlimmer. Aber mitreißend sieht dann doch anders aus.

Credits

OT: „¡Qué Culpa Tiene el Karma!“
Land: Mexiko
Jahr: 2022
Regie: Elisa Miller
Drehbuch: Fernanda Eguiarte, Marcelo Tobar
Musik: Alexander Wolf David, Andreas Pfeiffer
Kamera: Nur Rubio Sherwell
Besetzung: Aislinn Derbez, Gil Cerezo, Renata Notni, Giuseppe Gamba, Miriam de Jesús Chi Chim, Carmen Madrid

Trailer

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Schieb es nicht aufs Karma!
Fazit
„Schieb es nicht aufs Karma!“ beginnt skurril, wenn eine Frau überzeugt ist, ein Geburtstagskuchen habe ihr lebenslanges Unglück beschert. Doch so sympathisch es ist, wenn eine Verliererin plötzlich ihr Leben in den Griff bekommt, so nichtssagend ist der Rest dieser Liebeskomödie.
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