La Jefa Die Chefin
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La Jefa – Die Chefin

La Jefa Die Chefin
„La Jefa – Die Chefin“ // Deutschland-Start: 21. August 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Irgendwie hatte sich Sofía (Cumelen Sanz) das anders vorgestellt. Klar mag sie ihren Freund Nacho (Alex Pastrana), will vielleicht irgendwann einmal eine Familie mit ihm gründen. Aber doch nicht jetzt! Als sie erfährt, dass sie von ihm schwanger ist, steht deshalb für sie fest, dass sie das Kind loswerden muss. Mehr noch, sie verrät dem werdenden Vater nichts. Doch dann kommt es anders. Ihre Chefin Beatriz (Aitana Sánchez-Gijón), die sich immer eigene Kinder gewünscht hat, bietet ihr an, dieses zu adoptieren und als ihr eigenes aufzuziehen. Das soll sich auch für Sofía beruflich lohnen. Nur darf davon niemand etwas erfahren, da ein solcher Kinderhandel nicht legal wäre. Und so überredet die erfolgreiche Unternehmerin die junge Frau dazu, die Schwangerschaft geheimzuhalten und bei ihr zu leben, bis das Baby da ist …

Zwischen Arbeit und Familie

Auf den ersten Blick könnte man meinen, Netflix habe mit La Jefa – Die Chefin eine Fortsetzung zu Jefe – Der Chef produziert, der einige Jahre zuvor auf dem Streamingdienst herausgekommen war. Doch trotz der ähnlichen Titel haben die beiden spanischen Filme nichts miteinander gemeinsam. Die Figuren sind komplett anders, die Geschichte ist neu. Und auch beim Genre bewegt man sich hier in eine andere Richtung. Während der besagte obere Titel eine Komödie war um einen Mann in der Krise, der dank einer Putzkraft wieder klar sieht, da handelt es sich bei dem neuen Film um eine Mischung aus Drama und Thriller.

Anfangs denkt man dabei noch, Drehbuchautorin Laura Sarmiento Pallarés (Wir waren wie Lieder) würde mit La Jefa – Die Chefin größere erzählerische Ambitionen verfolgen und sich in gesellschaftliche Debatten einklinken. Schließlich geht es bei Sofía auch darum, wie sie ein Kind und ihre berufliche Karriere unter einen Hut bekommen soll – ein wichtiges Thema der letzten Jahre. Doch dafür hätte es auch eine tatsächliche Auseinandersetzung gebraucht. Und eben dieser verweigert sich die Protagonistin. Sie bezieht nicht einmal den Partner in die Überlegungen mit ein, selbst als sie dessen Kind weggeben will. Stattdessen ist für sie erst einmal nur wichtig, wie sie ihre Karriere voranbringen kann. Legitim ist das. Ihre offenkundige Selbstsucht hilft aber nicht unbedingt dabei, dass man übermäßig bei ihr mitfühlt.

Das lange Warten auf den Spaß

Wobei das für keine der Figuren gilt. Ihre Chefin ist ebenfalls grauenvoll. Die anderen spielen keine Rolle, Nachos ist nicht mehr als der ungewollte Samenspender in dem Film. Das allein ist noch kein Problem. Es kann durchaus auch Spaß machen, wenn zwei unsympathische Figuren miteinander kollidieren. Dass dies irgendwann der Fall sein wird, daran lässt La Jefa – Die Chefin keinen Zweifel. Das Ganze muss ja, zumindest aus Sicht des Publikums, zu etwas führen. Fran Torres, der als Schauspieler seine Karriere begann und hier sein Spielfilmdebüt als Regisseur gibt, lässt sich dabei jedoch recht viel Zeit. Tatsächlich geschieht in dem Film über lange Passagen nichts, das irgendwie erwähnenswert wäre, weder in die Drama- noch in die Thrillerrichtung.

Erst später wird der Film endlich einmal einen Zahn zulegen. Die kleineren Konflikte, die zwischendurch eingebaut wurden, dürfen dann endlich größere Ausmaße annehmen. Das reicht aber alles nicht wirklich aus, um die anderen Schwächen ausgleichen zu können. Nicht nur dass La Jefa – Die Chefin ein schon etwas idiotisches Szenario aufbaut. Es wird auch nichts draus gemacht: Über weite Strecken ist das ziemlich zäh und nichtssagend. Da schauspielerisch ebenfalls die Mittel fehlen, um das alles ausgleichen zu können, darf man sich diesen firmeninternen Streit beruhigt sparen. War die eingangs genannte Chef-Komödie noch relativ amüsant, ist die verbissene Kollegin letztendlich Zeitverschwendung.

Credits

OT: „La Jefa“
Land: Spanien
Jahr: 2022
Regie: Fran Torres
Drehbuch: Laura Sarmiento Pallarés
Kamera: Ángel Iguácel
Besetzung: Aitana Sánchez-Gijón, Cumelen Sanz, Alex Pastrana

Trailer

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La Jefa – Die Chefin
Fazit
Eine schwangere Angestellte verspricht ihr ungeborenes Kind der betagten Chefin, im Gegenzug gibt es berufliche Vorteile. Das Szenario von „La Jefa – Die Chefin“ ist schon eher absurd. Vor allem aber ist das Thrillerdrama über weite Strecken langweilig, erst zum Ende hin eskaliert die Geschichte.
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