Shiny Flakes The Teenage Drug Lord Netflix
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Shiny_Flakes: The Teenage Drug Lord

Inhalt / Kritik

Shiny Flakes The Teenage Drug Lord Netflix
„Shiny_Flakes: The Teenage Drug Lord“ // Deutschland-Start: 3. August 2021 (Netflix)

Bei den zahlreichen True Crime Dokus, die Netflix gefühlt im Wochentakt veröffentlicht, war es längst überfällig, dass mit Shiny_Flakes: The Teenage Drug Lord auch einmal eine zu Maximilian Schmidt produziert wurde. Nicht nur, dass dieser die Inspiration für die hauseigene Serie How to Sell Drugs Online (Fast) war, immerhin einer der größten deutschen Exportschlager des Streamingdienstes. Die Geschichte selbst ist so spannend und gleichzeitig absurd, dass man schon aufgrund des Szenarios hellhörig wird. Ein Jugendlicher, der von seinem Kinderzimmer aus Unmengen an Drogen verkauft und damit Millionen scheffelt? Und das mittels eines einfachen Online-Shops, den er wie selbstverständlich betreibt? Das hört man nicht alle Tage.

Unmoralisch, aber beeindruckend

Mit der beliebten Krimikomödie, die es auf mittlerweile drei Staffeln bringt, hat die Vorlage natürlich nur das grobe Szenario gemeinsam. Hier gibt es keine querschnittsgelähmten besten Freunde, brutale niederländische Drogengangs oder die vielen absurden Ereignisse, die sich so ergeben. Und auch der Romantikfaktor, wenn der unscheinbare Schüler einfach nur ein Mädchen beeindrucken wollte, fehlt. Dafür darf man in Shiny_Flakes: The Teenage Drug Lord ein paar andere persönliche Geschichten hören, wenn wir der Karriere von Schmidt folgen und mehr über seinen familiären Hintergrund erfahren. Vor allem lernen wir ihn selbst kennen, da er in dem Dokumentarfilm oft und gern zu Wort kommt. Schließlich ist er stolz auf das, was er erreicht hat.

Unter moralischem Blickpunkt wird man das eher nicht bestätigen wollen, auch wenn der junge Mann in den Interviews sämtliche Verantwortung von sich schiebt. Wäre er es nicht gewesen, der die Drogen verkauft, so teilt er schulterzuckend mit, hätte es eben ein anderer getan. Beeindruckend ist es aber ohne Zweifel, was der Nachwuchsdrogenkönig da in kurzer Zeit aus dem Boden gestampft hat. Shiny_Flakes: The Teenage Drug Lord gibt dabei Einblicke in den technischen Aspekt des Shops, aber auch wie der Verkauf organisatorisch ablief. Viele Kilos des illegalen Stoffes zu bekommen, zu verticken und an die jeweilige Kundschaft zu liefern, das will erst einmal geschafft werden.

True Crime Doku mit reizvoller Doppelperspektive

Der Reiz von Shiny_Flakes: The Teenage Drug Lord liegt dabei einerseits in der unglaublichen Geschichte selbst, welche selbst bei den Herren und Damen der Verbrechensbekämpfung für staunende Gesichter sorgte. Es ist aber auch Maximilian Schmidt, der selbstbewusst von seinem Unternehmen und dem Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei berichtet und damit für den Unterhaltungsfaktor des Films sorgt. Und das geht nicht nur dem Publikum so: Die Faszination des Regieduos Eva Müller und Michael Schmitt ist da zu jeder Zeit zu spüren. Ihr Gegenüber ist ein so dankbares Thema, das lässt man sich als Filmschaffende nicht entgehen.

Damit Shiny_Flakes: The Teenage Drug Lord nicht zu sehr zu einer One-Man-Show wird, lassen die beiden aber auch die Gegenseite zu Wort kommen. So darf der leitende Ermittler seine Sicht der Dinge teilen. Das ist zum einen interessant, weil man auf diese Weise erfährt, wie sie ihm auf der Spur waren und wie es zur letztendlichen Verhaftung kam. Zum anderen kommt es dadurch zu regelmäßigen Perspektivwechseln. Schließlich haben Verbrecher und Polizisten naturgemäß zum Teil recht konträre Ansichten zu ein und demselben Sachverhalt. Ein wenig befremdlich ist, dass hier überhaupt auf einen derartigen Unterhaltungsfaktor gesetzt wurde, was unweigerlich zu einer Verharmlosung des Drogenverkaufs führt. Wer sich aber allein für die Geschichte interessiert, der darf hier reinschalten und eine etwas andere True Crime Doku erleben.

Credits

OT: „Shiny_Flakes: The Teenage Drug Lord“
Land: Deutschland
Jahr: 2021
Regie: Eva Müller, Michael Schmitt
Musik: Ziggy Has Ardeur
Kamera: Nicolai Mehring

Bilder

Trailer

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„Shiny_Flakes: The Teenage Drug Lord“ erzählt die wahre Geschichte eines Jugendlichen, der mittels eines selbst gebauten Online-Shops von seinem Kinderzimmer aus Drogen im großen Stil verkaufte. Das ist wegen der unglaublichen Vorgänge und auch für den selbstbewussten Nachwuchsdrogenbaron sehenswert, selbst wenn der Unterhaltungsfaktor ein wenig zur Glorifizierung führt.
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