Kritik

Prinzessinnentausch Wieder vertauscht The Princess Switch: Switched Again Netflix

„Prinzessinnentausch: Wieder vertauscht“ // Deutschland-Start: 19. November 2020 (Netflix)

Im Leben von Herzogin Margaret (Vanessa Hudgens) ist mal wieder Chaos angesagt. Als wäre es nicht schon schwierig genug, dass ihre Beziehung zu Kevin (Nick Sagar) in die Brüche gegangen ist, soll sie jetzt auch noch den Thron von Montenaro besteigen. Während die Krönungsvorbereitungen im vollen Gange sind, machen sich Kevin, seine Tochter Olivia (Alexa Adeosun) und Stacy (Vanessa Hudgens), die zwei Jahre zuvor mit Margaret den Platz getauscht hatte, auf den Weg in das kleine europäische Königreich, um der angehenden Monarchin beiseite zu stehen. Doch dann taucht deren Cousine Fiona (Vanessa Hudgens) auf, die ihr ebenfalls zum Verwechseln ähnlich sieht und selbst Ambitionen auf den Thron verfolgt …

Die volle Weihnachtspackung
Mit Liebeskomödien um die Weihnachtszeit hat Netflix in den letzten Jahren gute Erfahrungen gesammelt, entsprechend groß ist das Angebot inzwischen, Titel wie Die Weihnachtskarte oder The Holiday Calendar sollen die Herzen des vornehmlich weiblichen Zielpublikums berühren, Romantik mit festlicher Stimmung kombinieren und das Ganze im Idealfall noch lustig-leicht verpacken. Dabei wechselt der Streamingdienst zwischen neuen Filmen und Fortsetzungen vergangener Hits, um auch ja nichts unversucht zu lassen. Da dieses Jahr mal kein neuer Teil rund um das saisonale Aushängeschild A Christmas Prince ansteht, müssen Filme aus der zweiten Reihe neu verarbeitet werden.

Den Anfang macht hierbei Prinzessinnentausch: Wieder vertauscht. Wie der Titel bereits unmissverständlich klarmacht, handelt es sich hierbei um den Nachfolger von Prinzessinnentausch. Damals tauschten eine Adlige und eine Bäckerin die jeweiligen Rollen und tauchten damit in für sie völlig neue Welten ein. Das Publikum hingegen machte hierbei keine neuen Erfahrungen. Der Film setzte auf die bewährte Mischung aus schönen Menschen und schönen Adelskulissen, dazu noch ein wenig Kunstschnee. Dass das Ergebnis mit echten Gefühlen so rein gar nichts zu tun hatte, alles so offensichtlich falsch und gekünstelt war, störte weder das Team dahinter noch die Zuschauer*innen. Der Film war und sollte nicht mehr sein als Eskapismus aus Hochglanzplastik.

Wenn drei sich vertauschen …
Das ist beim zweiten Teil nicht anders. Prinzessinnentausch: Wieder vertauscht kopiert das Prinzip des Vorgängers, ohne etwas Relevantes ändern zu wollen. Die einzige Bewegung darin ist, dass Vanessa Hudgens zusätzlich zu ihrer Doppelrolle als Adlige und Bäckerin nun auch die Cousine der Adligen spielen darf. Kreativ ist das natürlich nicht. Immerhin darf die Schauspielerin auf diese Weise aber auch mal etwas anderes spielen als farblose Gutmenschen, die derart persönlichkeitsbefreit sind, dass man sie selbst ständig miteinander verwechselt. Nicht dass Fiona über mehr Tiefe verfügen würde. Sie wird über weite Strecken darauf reduziert, ein überhebliches Biest zu sein, das andere als Untertanen ansieht. Viel ist das nicht. Aber es ist wenigstens etwas.

Ihre Intrigen gehen dabei ein wenig zu Lasten des Romantikfaktors, der nur noch einen Teil der Geschichte ausmacht. Wer also einfach nur schmachten will, der findet trotz gelegentlicher Kitschausflüge bei anderen Netflix-Produktionen mehr zu tun. Dafür soll wohl mehr gelacht werden. Das geht aber nur auf, wenn man diese üblichen Verwechslungsspielchen lustig findet, wenn sich ein Mensch als jemand anderes ausgibt und damit die anderen mit unvorhergesehenen Handlungen verwirrt. Wem das reicht, der wird vermutlich mit Prinzessinnentausch: Wieder vertauscht seinen Spaß haben, zumal dieses Mal alles noch ein wenig mehr over the top ist. Einen tatsächlich guten Film sollte man aber nicht erwarten, denn mehr als harmlos-ambitionslose Berieselung mit oberflächlichem Weihnachtsverputz beim Plätzchenbacken ist da nicht drin. Tipp: Lieber die Serie Dash & Lily anschauen, die zwar ebenfalls mit Formeln arbeitet, aber noch genug Eigenes bietet und vor allem deutlich charmanter ist.

Credits

OT: „The Princess Switch: Switched Again“
Land: USA
Jahr: 2020
Regie: Mike Rohl
Drehbuch: Robin Bernheim, Megan Metzger
Musik: Alan Ari Lazar
Kamera: Fernando Argüelles
Besetzung: Vanessa Hudgens, Sam Palladio, Suanne Braun, Nick Sagar, Mia Lloyd, Lachlan Nieboer, Ricky Norwood

Bilder

Trailer

Special

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Prinzessinnentausch: Wieder vertauscht
„Prinzessinnentausch: Wieder vertauscht“ setzt da an, wo der Vorgänger vor zwei Jahren aufhörte, macht aus Doppelgängern nun nur Dreifachgänger. Das bedeutet erneut schöne Menschen vor schönen Kulissen, bei denen nichts echt oder tiefgründig ist, und ein simpler Verwechslungshumor, der ebenso wenig Persönlichkeit hat wie die Figuren.
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Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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