Buba Netflix
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Buba Netflix
„Buba“ // Deutschland-Start: 3. August 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Jakob Otto (Bjarne Mädel), von den anderen „Buba“ genannt, ist fest davon überzeugt, dass sich im Leben Glück und Unglück die Waage halten müssen. Geschieht ihm etwas Gutes, ist es daher selbstverständlich, dass kurze Zeit darauf etwas Schlechtes geschehen muss. Um das zu verhindern, gibt es nur eine Möglichkeit: Sein Leben darf von vornherein nicht so toll sein. Dann kann nichts Schlimmes passieren. Das geht so lange gut, bis Jule (Anita Vulesica) wieder in sein Leben tritt und er Gefühle für sie entwickelt. Aber wie soll das funktionieren, in seiner Lage eine Beziehung zu führen? Während er noch mit sich hadert und nicht recht weiß, wie es weitergehen soll, ist sein Bruder Dante (Georg Friedrich) fest entschlossen, dass die Zeit kleiner Gaunereien hinter ihnen liegt. Stattdessen will er endlich richtig groß absahnen …

Vorgeschichte einer Ausnahmeserie

Unter den inzwischen doch zahlreich gewordenen deutschen Produktionen auf Netflix gehört How to Sell Drugs Online (Fast) neben dem Mysterythriller Dark nicht nur zu den bekanntesten, selbst im Ausland wurde man darauf aufmerksam. Die Serie um ein paar Schüler, die von ihrem Kinderzimmer aus ein Drogengeschäft aufziehen, darf man auch problemlos zu den besten zählen. Ob es noch eine vierte Staffel gibt, steht zwar noch in den Sternen. Offiziell angekündigt wurde bislang zumindest nichts. Dafür bekommen Fans jetzt erst einmal anderweitig Nachschub. Mit Buba erscheint ein erster Film zu der Reihe und erzählt die Vorgeschichte des gleichnamigen Gangsters, der in der ersten Staffel unter wenig glorreichen Umständen sein Leben verlor.

Natürlich darf man sich bei solchen Prequels immer fragen, was genau Sinn und Zweck sein soll – vom naheliegenden, irgendwie Geld zu machen, einmal abgesehen. Umso mehr, wenn der weitere Weg der Titelfigur vorgezeichnet ist, man also recht eingeschränkte Möglichkeiten bei der Entwicklung hat. Buba beweist aber, dass ein Film, der die Hauptgeschichte notgedrungen nicht voranbringen kann, dennoch für einen unterhaltsamen Abend gut ist. Ganz überraschend ist das nicht. Der eher simpel gestrickte Kleinkriminelle gehörte in der ersten Staffel zu den Höhepunkten. Die damals gezeigten Qualitäten funktionieren im Spin-off natürlich ebenfalls. Hinzu kommen ein paar weitere Figuren, die sich gut in das Gesamtkonstrukt einfügen und hier und da ein paar Akzente setzen.

Skurril und Märchenhaft

Dabei setzt das aus Sebastian Colley und Isaiah Michalski bestehende Drehbuchduo auf Skurrilität. Wie oft sieht man beispielsweise Verbrecher, die aus Bambi 2 zitieren oder sich über Märchen austauschen? Wie schon bei den Jungs aus How to Sell Drugs Online (Fast) hat man auch bei den „professionellen“ Verbrechern das Gefühl, dass sie eigentlich völlig fehl am Platz sind. So geraten sie immer wieder in Situationen, die sie ganz offensichtlich überfordern – sehr zur Freude des Publikums. Tatsächlich besteht der Spaß in Buba wesentlich auch in der Neugierde, in welchen Schlamassel die beiden Brüder wohl sonst noch so geraten. Aber auch mit welchen Aktionen sie versuchen werden, sich aus dem Ganzen wieder zu befreien.

An manchen Stellen erinnert das frappierend an das zeitgleich im Kino gestartete Bullet Train, bei dem ebenfalls lauter skurrile Kriminelle aufeinandertreffen. Und auch das Thema Glück und Unglück haben beide Filme gemeinsam. Während die Hollywood-Variante darüber hinaus aber auch ein absurdes Actionspektakel ist, da begnügt sich Buba weitgehend mit Wortwitz oder ein bisschen Situationskomik. Der Film ist auch – der grausamen Märchen zum Trotz, die immer wieder thematisiert werden – ein eher braver und harmloser Film. Es geht mehr um den Alltag der Kriminellen sowie das spezielle Verhältnis der beiden Brüder, die großen Szenen bleiben aus. Aber das war man aus der Serie auch schon gewohnt, die mit Chaos und Absurdität punktete, weniger mit spektakulären Szenen. Beim Film klappt das ebenso gut, was maßgeblich dem Ensemble zu verdanken ist. Man sieht einfach gern zu, wie Bjarne Mädel und Georg Friedrich durch die Gegend stolpern und dabei immer offen ist, ob als nächstes nun das große Glück oder das Unglück wartet.

Credits

OT: „Buba“
Land: Deutschland
Jahr: 2022
Regie: Arne Feldhusen
Drehbuch: Sebastian Colley, Isaiah Michalski
Musik: Carsten Meyer
Kamera: Yoshi Heimrath
Besetzung: Bjarne Mädel, Georg Friedrich, Anita Vulesica, Soma Pysall, Jasmin Shakeri, Michael Ostrowski, Michael Schertenleib, Maren Kroymann

Bilder

Trailer

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Buba
Fazit
„Buba“ erzählt die Vorgeschichte des kultigen Kleinkriminellen aus „How to Sell Drugs Online (Fast)“. Wie die Serie setzt der Film auf skurrile Figuren, die irgendwie immer fehl am Platz wirken, und das Chaos, in dem sie immer wieder landen. Das funktioniert erneut gut, sodass es fast egal ist, wenn es sich hier nur um ein Nebenprodukt handelt, welches die Geschichte nicht voranbringen wird.
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