Devil in Ohio Netflix
© Ricardo Hubbs/Netflix

Devil in Ohio

Devil in Ohio Netflix
„Devil in Ohio“ // Deutschland-Start: 2. September 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Als eine Jugendliche (Madeleine Arthur) aufgegriffen wird, die verwirrt und ängstlich vor etwas davonzulaufen scheint, ist es für die Krankenhausärztin Dr. Suzanne Mathis (Emily Deschanel) selbstverständlich, dass sie sich ihrer annimmt. Mehr noch: Da eine Pflegefamilie so kurzfristig nicht zu organisieren ist, nimmt sie die unbekannte Teenagerin mit zu sich nach Hause. Das stößt nicht bei allen auf Gegenliebe. Ihr Mann Peter (Sam Jaeger) hält nicht viel von diesem Alleingang. Auch die beiden Töchter Helen (Alisha Newton) und Jules (Xaria Dotson) sind eher irritiert über den seltsamen Neuzugang. Lediglich die Jüngste, das von den beiden adoptierte Mädchen Dani (Naomi Tan), ist neugierig, was die Fremde zu erzählen hat. Und sie hat einiges zu erzählen, ist sie doch zuvor einer Sekte entkommen …

Neugierig machender Einstieg

Eines muss man Devil in Ohio ja lassen: Der Einstieg macht schon Lust auf mehr. Wenn zu Beginn der Netflix-Serie eine Jugendliche in panischer Angst davonläuft, möchte man schon ganz gern wissen, wovor sie denn nun auf der Flucht war. Zumal am Anfang kaum etwas über sie bekannt ist, nicht einmal den Namen weiß man von ihr. Sie scheint aus dem Nichts gekommen zu sein. Das ganz große Geheimnis ist ihre Herkunft zwar nicht. Wenn jemand ein Pentagramm im Rücken eingeritzt ist, liegt der Verdacht zumindest recht nahe, dass sich da jemand mit dem Okkulten beschäftigt hat. Dennoch: Die Neugierde ist geweckt, auch weil die Fremde jedes Mal so seltsame Dinge von sich gibt, wann immer sie den Mund aufmacht.

Das ist zudem gut von Madeleine Arthur (Die Farbe aus dem All) gespielt. Auch wenn man der Mittzwanzigerin kaum abnimmt, dass sie zehn Jahre jünger sein soll: Es gelingt ihr doch gut, sowohl das Fragile wie auch das Unheimliche zusammenzubringen. Sie ist freundlich und zuvorkommend, versucht auch zu Jules nett zu sein, obwohl diese mit der Neuen eigentlich nichts zu tun haben möchte. Und doch bleibt da immer ein Zweifel, ob die Teenagerin nicht etwas Böses im Schilde führt. Devil in Ohio baut immer mal wieder Szenen ein, in denen wir Hinweise auf eine ganz andere, verborgene Seite erhalten. Man weiß bei Mae, so der später verratene Name, einfach nie, woran man ist.

Mehr Jugenddrama als Mysterythriller

Bedauerlicherweise entwickelt sich Devil in Ohio im weiteren Verlauf aber in eine andere Richtung fort, als es der Anfang vermuten ließ. So beschäftigt sich Daria Polatin, die den zugrundeliegenden gleichnamigen Roman geschrieben hat und auch für die Konzeption der Serie verantwortlich war, dann doch mehr mit den zwischenmenschlichen Problemen. Das nimmt irgendwann so starke Ausmaße an, dass das hier mehr Jugenddrama als Mysterythriller ist. Die Spielerei mit dem Unnatürlichen, welches gerade am Anfang betrieben wird und das Publikum auf die Folter spannt, gerät dabei in Vergessenheit. Das Thema versandet einfach, was Horrorfans eher wenig glücklich machen dürfte. Wer deswegen hier einschaltet, langweilt sich schnell – was auch daran liegt, dass acht Folgen einfach zu lang sind für den Inhalt.

Dabei ist der stärkere Fokus auf die Menschen für sich genommen kein Problem. Auch Servant, bei dem ebenfalls eine junge Frau, die einer Sekte entflohen ist, eine Familie durcheinanderwirbelt, geht sparsam mit den übernatürlichen Elementen um. Wichtiger waren die Verhältnisse zwischen den Figuren, die sich dynamisch verändern. Dass das Thema funktioniert, bewies die Konkurrenz also. Bei Devil in Ohio sind die Charaktere dafür aber nicht interessant genug. Der Verweis auf eine tragische Vorgeschichte reicht da nicht aus, das ist zu billig. Und auch beim Ende enttäuscht die Serie, obwohl sie mit Wendungen das Ruder herumreißen will. Denn das Ergebnis ist eher unfreiwillig komisch. Das reicht dann in der Summe noch für Durchschnitt. Mehr als das ist die Romanadaption aber nicht, trotz vereinzelt guter Szenen.

Credits

OT: „Devil in Ohio“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: John Fawcett, Brad Anderson, Leslie Hope, Steven A. Adelson
Drehbuch: Daria Polatin, Kathleen Hale, Andrew Wilder, Joy Gregory, Aaron Carter, Lorelei Ignas
Idee: Daria Polatin
Vorlage: Daria Polatin
Musik: Bishop Briggs, Will Bates
Kamera: Corey Robson
Besetzung: Emily Deschanel, Sam Jaeger, Gerardo Celasco, Madeleine Arthur, Xaria Dotson, Alisha Newton, Naomi Tan

Bilder

Trailer

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Devil in Ohio
Fazit
Der Einstieg bei „Devil in Ohio“ ist stark, wenn eine namenlose Jugendliche auftaucht, die vor jemandem auf der Flucht zu sein scheint. Später mutiert der Mysterythriller jedoch zu einem wenig interessanten Jugenddrama. Gegen Ende wird die Geschichte um eine Sekte dafür unfreiwillig komisch.
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von 10