The Man from Toronto Netflix
© Sabrina Lantos/Netflix

The Man From Toronto

The Man from Toronto Netflix
„The Man From Toronto“ // Deutschland-Start: 24. Juni 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Teddy (Kevin Hart) ist nicht unbedingt das, was man einen Gewinnertyp nennen würde. Tatsächlich wurde in seinem Umfeld ein Verb nach ihm benannt, das immer dann zum Einsatz kommt, wenn jemand einen dummen Fehler macht. Doch seine bisherige Pechsträhne ist nichts im Vergleich zu dem, was ihn erwartet, als er in einer Airbnb-Wohnung absteigt, die eigentlich für Randy (Woody Harrelson) gedacht war. In dem Fall könnte der Irrtum leicht fatal werden, handelt es sich doch bei dem auch als „Der Mann aus Toronto“ bekannten Typen um einen Auftragsmörder, der die Wohnung beruflich nutzen wollte. Das FBI wittert in dieser Verwechslung eine große Chance, soll sich Teddy doch tatsächlich als der gesuchte Verbrecher ausgeben. Letzterer wiederum hat selbst die Spur seiner Möchtegernkopie aufgenommen …

Zum Streamen verramscht

Während der Corona-Pandemie war es nicht unüblich, dass eigentlich fürs Kino produzierte Filme auf einem Streamingdienst landeten. Für die Verleihe bedeutete dies eine der wenigen Möglichkeiten, noch irgendwie Geld zu verdienen. Gerade der Animationsbereich war davon betroffen, selbst größere Produktionen wie Hotel Transsilvanien 4 – Eine Monster Verwandlung, Die Mitchells gegen die Maschinen und Rot wurden von dieser Entwicklung nicht verschont. Inzwischen kehrt wieder nach und nach Ruhe ein, weswegen bei jedem weiteren Beispiel für einen solchen Transfer Misstrauen aufkommt. Neben den äußeren Rahmenbedingungen, die einen solchen Verkauf zum Teil notwendig machen, gibt es bekanntlich noch einen anderen potenziellen Grund für eine Streamifizierung: Der Film ist einfach zu schlecht fürs Kino. Und das gilt dann auch für The Man From Toronto, welches noch vor Kurzem für eine richtige Lichtspielhaus-Auswertung angedacht war, jetzt aber bei Netflix abgeladen wurde.

Dabei klangen Prämisse und Besetzung eigentlich nach etwas, das durchaus erfolgreich hätte sein können. Kevin Hart (Jumanji: Willkommen im Dschungel) und Woody Harrelson (Zombieland), das ist doch mal ein Duo, das sich auf der Leinwand sehen lassen kann. Das Genre der Actionkomödie rund um zwei Leute, die unterschiedlicher nicht sein könnten, ist ohnehin ein Klassiker, wird noch immer gern produziert und gern gesehen. Mit Patrick Hughes fand man zudem zumindest auf dem Papier den richtigen Regisseur für eine solche Aufgabe. Sein Killer’s Bodyguard funktionierte schließlich auf eine ähnliche Weise wie The Man From Toronto, damals wurden ein Personenschützer und ein Auftragsmörder zu einem gemeinsamen wahnwitzigen Abenteuer gezwungen. Und das erfolgreich, wenn es nach den Einspielergebnissen ging. Der Film war zwar nicht wirklich gut, aber doch amüsant genug, um sich damit die Zeit vertreiben zu können.

Schwache Witze, enttäuschende Action

Amüsant ist bei The Man From Toronto wenig bis nichts. Statt Zeitvertreib ist hier Zeitverschwendung angesagt. Wobei das auch maßgeblich davon abhängt, wie sehr man ein Fan der beiden Hauptdarsteller ist. nachdem Kevin Hart kürzlich in Fatherhood noch versuchte, tatsächlich mal zu schauspielern und eine neue Rolle anzunehmen, kehrt er hier zu seinem Standard zurück. Seine Leistung beschränkt sich darauf, dass er in einer Tour vor sich hin plappert und ihm dabei irgendwelche dummen Sachen passieren. Das war schon bei seinen letzten Filmen eintönig. Auch dieses Mal macht er nicht mehr als nötig. Besser sieht es bei Harrelson aus, der seinem Killer noch eine prinzipiell ansprechende Mischung aus trockenem Humor und cooler Abgeklärtheit mitgibt. Das bringt aber nichts, wenn das Drehbuch so schwach ist, dass dieses Talent ungenutzt bleibt.

Das fällt auch deshalb auf, weil die Laufzeit mit 112 Minuten völlig überdimensioniert ist. Langeweile ist hier keine seltene Nebenwirkung, sofern man es überhaupt bis zum Schluss aushält. Denn dafür braucht es schon eine höhere Toleranzgrenze gegenüber den nervigen Figuren. Wenn wenigstens die Actionszenen die inhaltliche und humoristische Wüste zum Erblühen bringen werden. Doch die sind genauso uninspiriert, haben zudem mit billigen Spezialeffekten zu kämpfen, die man allenfalls in einem B-Movie akzeptieren würde. Immerhin: The Man From Toronto ist ein gutes Argument dafür, wieder häufiger ins Kino zu gehen. Denn dort würde man zumindest von diesem Wegwerfprodukt verschont.

Credits

OT: „The Man From Toronto“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Patrick Hughes
Drehbuch: Robbie Fox, Chris Bremner
Musik: Jens Grötzschel
Kamera: Holly Fink
Besetzung: Kevin Hart, Woody Harrelson, Kaley Cuoco, Jasmine Mathews, Lela Loren, Pierson Fodé, Jencarlos Canela, Ellen Barkin

Bilder

Trailer

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The Man From Toronto
Fazit
„The Man From Toronto“ lockt mit einem bekannten Duo und einem an und für sich bewährten Szenario. Beides enttäuscht am Ende jedoch: Kevin Hart spult nur seine übliche Persona ab, das Drehbuch ist frei von witzigen oder spannenden Einfällen, selbst die Actionszenen enttäuschen.
Leserwertung62 Bewertungen
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