Battle Freestyle Netflix
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Battle: Freestyle

Battle Freestyle Netflix
„Battle: Freestyle“ // Deutschland-Start: 1. April 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Lange war es für Amalie (Lisa Teige) und ihren Freund Mikael (Fabian Svegaard Tapia) nur ein Traum: Sie wollen sich im Streetdance beweisen! Doch nun scheint sich der Traum endlich zu bewahrheiten. Als sie und ihre Gruppe Illicit eingeladen werden, an einem berühmten Wettbewerb in Paris teilzunehmen, zögern sie nicht lange und reisen von Oslo aus in die Stadt der Liebe. Dort müssen sie jedoch feststellen, dass ihre eigenen Gefühle auf eine harte Probe gestellt werden. Nicht nur dass sie mit der Choreografie zu kämpfen haben, was die Vorbereitungen auf den Wettkampf etwas schwierig machen. Amalie möchte ihre Zeit in Frankreich zudem nutzen, um ihre Mutter (Ellen Dorrit Petersen) wiederzufinden, die sich in der Stadt aufhalten und eine eigene Tanzschule führen soll …

Späte Fortsetzung des Jugenddramas

Eigentlich ist man es bei Netflix ja gewohnt, dass die Fortsetzungen erfolgreicher Filme recht zügig produziert werden. Bei Battle hatte man es aber offensichtlich nicht sonderlich eilig. Weit mehr als drei Jahre sind vergangen, seitdem die Balletttänzerin Amalie den Hip-Hop-Tanz für sich entdeckte, sich dabei in Mikael verliebte und für sich nach einem eigenen Weg suchen musste. Drei Jahre, das ist schon recht viel, vor allem wenn es sich um den Nachfolger eines Jugenddramas handelt. Wartet man hier zu lange, sind die Schauspieler und Schauspielerinnen zu alt, um noch als Identifikationsfläche dienen zu können. Offensichtlich sind drei Jahre aber nicht genug für eine solche Selbstsuche, zumindest wenn es nach dem zweiten Teil Battle: Freestyle geht.

Tatsächlich wirkt Amalia nicht so, als sei sie sehr viel weiter in ihrem Leben gekommen. Zwar muss sie sich diesmal nicht so wirklich zwischen zwei Tanzstilen entscheiden, auch wenn das alte Ballett durch ihre Mutter noch einmal in ihr Leben tritt. Sie streift aber noch immer orientierungslos durch die Welt – mit dem Unterschied, dass Norwegen gegen Frankreich getauscht wurde. Der Faktor des sozialen Unterschiedes, der in Battle noch von größerer Bedeutung war, als die Tochter aus vermögenderem Haus auf einmal in einem sehr viel bescheidenerem Umfeld unterwegs ist, wurde ebenfalls aus der Geschichte genommen. Da gibt es keinen Culture Clash mehr, keine spannenden Begegnungen, um die eigene Position noch einmal in Frage zu stellen. Lediglich in den gemeinsamen Passagen mit der Mutter kommen diese Themen in Battle: Freestyle noch einmal auf, jedoch in deutlich geringerem Maß als beim letzten Mal.

Auf der Suche nach einem Thema

Da darf man sich natürlich fragen: Ja, und worum geht es dann diesmal? So ganz eindeutig ist das nicht. Am ehesten ist es noch die Sehnsucht Amalies, von ihrer Mutter akzeptiert und wahrgenommen zu werden, die man als Thema des Films bezeichnen könnte. So richtig viel ist das nicht, zudem nicht so wirklich konsequent behandelt. Warum beispielsweise die Tochter so ein schlechtes Verhältnis zur Mutter hat, obwohl sie dieser offensichtlich immer nacheiferte, wird in Battle: Freestyle nicht klar. Auch die Beziehung zwischen ihr und Mikael ist nie eindeutig, da der Film sich zu wenig damit auseinandersetzt. Und das gilt dann für die ganzen Themen, die immer mal wieder aufkommen: Nichts wird je vertieft oder konsequent bearbeitet, es reicht wenn überhaupt nur zu irgendwelchen lieblos eingeschobenen Klischees.

Im Hinblick auf die Tanzeinlagen sieht es schon etwas besser aus. Aber auch da ist Battle: Freestyle ein Rückschritt im Vergleich zum ersten Teil. Für einen Film, dessen Aufhänger ein Tanzwettbewerb ist, wird auffallend wenig getanzt. Und wenn sind die Szenen eher kurz und beiläufig. Nichts, was die behauptete große Leidenschaft der jungen Menschen glaubwürdig ausdrücken würde. Ein paar sehenswertere Auftritte gibt es natürlich schon, gerade im weiteren Verlauf. Bei den vielen inhaltlichen Schwächen, zu denen auch die bescheidene Figurenzeichnung gehört, reicht das aber nicht aus.

Credits

OT: „Battle: Freestyle“
Land: Norwegen
Jahr: 2022
Regie: Ingvild Søderlind
Drehbuch: Martina Cecelia
Vorlage: Maja Lunde
Musik: Kate Havnevik
Kamera: Ádám Fillenz
Besetzung: Lisa Teige, Fabian Svegaard Tapia, Ellen Dorrit Petersen, Morad Aziman, Georgia May Anta, Bao Andre Nguyen

Bilder

Trailer

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Battle: Freestyle
Fazit
„Battle: Freestyle“ setzt die Geschichte des Tanz-Jugenddramas „Battle“ fort – ohne dass wirklich ersichtlich würde warum. Wenn die Protagonistin nach Paris fährt, um an einem Hip-Hop-Tanzwettbewerb teilzunehmen, und dabei ihre Ballett-Mutter trifft, gibt es im Ansatz zwar erneut die Begegnung zweiter Welten. Es mangelt da aber an Substanz, an wirklichen Themen und Figuren. Und auch die Tanzeinlagen selbst sind schwächer als beim letzten Mal.
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