© Netflix

Der Mord an Brigadier J

„Der Mord an Brigadier J“ // Deutschland-Start: 18. September 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Geschichten um wahre Verbrechen gibt es auf Netflix bekanntlich ohne Ende. Dann und wann wird das mal fiktionalisiert wie kürzlich in der sehr spekulativen und bewusst überzogenen Serie Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden. Aber es sind vor allem die Dokumentationen, die den Kern des True-Crime-Segments bilden. Bei Death of the Pastor’s Wife: Was geschah mit Mica? ging es etwa um die Abgründe eines Predigers, der seine eigene Frau terrorisierte. Dass Verbrechen sich nicht auf die USA und Europa beschränken, wo die meisten dieser Produktionen herkommen, bewies Der Fall Chompoo: Vermisst und vergessen, wo es um ein totes Mädchen in Thailand geht. Mit Der Mord an Brigadier J steht nun ein weiterer Ausflug nach Fernost an.

Vertuschungsskandal in Indonesien

Genauer erfahren wir von dem jungen Polizisten Nofriansyah Yosua Hutabarat, der 2022 in Indonesien ermordet wurde – und das ausgerechnet im Haus eines Generals, der frühere Chef des Opfers. Dort sorgte der Fall für hohe Wellen, hierzulande dürften nur die wenigsten schon einmal davon gehört haben. Gut möglich, dass sich das auch mit diesem Film nicht ändern wird. So hat Netflix Der Mord an Brigadier J unvermittelt ins Programm aufgenommen, die eigene Presseseite kennt die Dokumentation nicht. Immerhin, das Ganze wurde auf Deutsch synchronisiert, was keine Selbstverständlichkeit ist bei solchen Produktionen. Dabei ist das Thema eigentlich sehr universell, dürfte im Westen ebenso Empörung beim Publikum auslösen, wie es daheim geschehen ist.

So geht es in dem Film nicht allein um die Frage, wer den Mord denn begangen hat. Vielmehr ist die Geschichte mit einem großen Skandal verbunden. Der Tatort selbst macht bereits klar, dass es sich hier um eine diffizile Angelegenheit handeln muss. Anfangs hieß es, dass der Tote die Frau des Generals sexuell angegriffen habe und er deswegen in Notwehr getötet wurde. Schon bald kamen aber Zweifel auf. Der Mord an Brigadier J schildert, wie das Verbrechen wirklich abgelaufen ist und wie das alles vertuscht werden sollte. Der Skandal betrifft nicht allein den Mord an sich, so schlimm dieser natürlich auch war. Vielmehr machte sich die lokale Polizei schuldig, die Aufklärung behindert zu haben, bewusst getäuscht zu haben und auch noch Druck auf die Angehörigen des Opfers ausgeübt zu haben.

Schockierend

Regisseur und Drehbuchautor Rob Sixsmith (Der Regenmantel-Killer: Mörderjagd in Korea) arbeitet das alles sauber auf und greift dafür auf die üblichen Elemente zurück. So werden Interviews mit historischen Aufnahmen verbunden und auf diese Weise der Vorfall rekonstruiert. Das ist alles recht unauffällig und nicht unbedingt künstlerisch ambitioniert. Aber diesen Anspruch dürften nur die wenigsten bei diesen Themen haben. Der Mord an Brigadier J ist da eher zweckmäßig, verzichtet im Gegenzug aber auch auf den Voyeurismus, den man sehr oft bei True-Crime-Produktionen findet. Hier ist es weniger das Verbrechen an sich, das thematisiert wird, als vielmehr den Machtmissbrauch, wenn ausgerechnet die Polizei einen Täter schützen will.

So ganz klar wird das Motiv des Mordes dabei nicht, zumindest nicht in dem Maße, dass es nachvollziehbar wird. Auch andere Fragen bleiben ein wenig offen. Wenn man in der Hinsicht aber bescheidener ist, dann ist der Film tatsächlich einen Blick wert. Zumindest Zuschauer und Zuschauerinnen, die sich gern über Missstände echauffieren, haben bei Der Mord an Brigadier J einigen Anlass dazu. Schockierend ist es schließlich durchaus, was da alles geschehen ist oder zumindest versucht wurde. Viel mehr als das sollte man aber nicht erwarten. So hat die Dokumentation keine weitergehenden Diskussionsgrundlagen, hat auch über die Gesellschaft nichts Wichtiges zu sagen.

Credits

OT: „Skenario Sang Jenderal“
IT: „General Mayhem: The Killing of Brigadier J“
Land: Singapur, Indonesien
Jahr: 2026
Regie: Rob Sixsmith
Drehbuch: Rob Sixsmith

Weitere Netflix Titel

Ihr seid mit Der Mord an Brigadier J durch und braucht Nachschub? Dann haben wir vielleicht etwas für euch. In unserem Netflix-Themenbereich sind Hunderte von Original-Produktionen gelistet, unterteilt nach Spielfilm, Serie, Doku und Comedy. Unten findet ihr alle Netflix-Titel, die wir auf unserer Seite besprochen haben.

A
B
C
D
E
F
H
I
L
M
P
S
T
U
W

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

Der Mord an Brigadier J
fazit
„Der Mord an Brigadier J“ erinnert an einen jungen Polizisten, der in Indonesien im Haus eines Generals ermordet wurde. Der hierzulande wenig bekannte Fall ist für ein Publikum gedacht, das sich gern echauffiert. Das Ergebnis ist schockierend, hat darüber hinaus aber wenig zu sagen.
Leserwertung0 Bewertungen
0
6
von 10