Untold Malice at the Palice Netflix
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Untold: Malice at the Palace

Inhalt / Kritik

Untold Malice at the Palice Netflix
„Untold: Malice at the Palace“ // Deutschland-Start: 10. August 2021 (Netflix)

Der „Pacers-Pistons brawl“, besser bekannt als „Malice at the Palace“, ist sicher einer der dunkelsten Momente in der Geschichte der National Basketball Association. In Deutschland werden davon seinerzeit nur die wenigsten etwas mitbekommen haben, hiesige Basketballfans jedoch und vor allem natürlich weite Teile der USA wurden dadurch regelrecht in Aufruhr versetzt. 19. November 2004: Weniger als eine Minute vor dem Schlusspfiff und den Indiana Pacers mit 97-82 in Führung in diesem wichtigen Spiel gegen die Titelverteidiger, verhinderte der für die Pacers antretende Ron Artest durch ein Foul einen Punktewurf des gegnerischen Ben Wallace, welcher Artest daraufhin kräftig von sich wegschubste.

Infolgedessen gingen die Spieler beider Teams aufeinander los, was die überfordert wirkenden Schiedsrichter nicht zu verhindern wussten. Als die Situation schließlich beigelegt zu sein schien, wurde Artest von einem aus dem Publikum geworfenen, gefüllten Becher getroffen, woraufhin er die Tribüne stürmte und einen Fan attackierte. Dies führte zu einer Massenschlägerei, welche nur mit Hilfe der hinzugerufenen Polizei beendet werden konnte.

Sachliche Aufarbeitung der Massenschlägerei

Untold: Malice at the Palace dokumentiert den Vorfall und die direkten Folgen für alle Beteiligten, lässt dabei Zeitzeugen zu Wort kommen und zeigt vor allem bisher unveröffentlichtes Material. Dass die NBA dieses freigegeben hat, ist eine Überraschung, da sicher kein Verantwortlicher gerne an dieses Ereignis zurückdenkt oder dem Image der NBA damit wieder etwas schaden möchte. Die Dokumentation bleibt dabei überwiegend sachlich – die damalige mediale Berichterstattung legte darauf wenig Wert, sondern schlachtete die Situation vielmehr genüsslich aus. Da war von den Basketballspielern als „thugs“ die Rede, da wurde Artest selbst sogar der Provokation bezichtigt, weil jener sich kurz vor der Wurfattacke hinlegte – obwohl bekannt war, dass dies eine von Artests Methoden war, sich zu beruhigen. Zum Großteil allerdings wurden Pistonfans als die Schuldigen hingestellt.

Nach fast 17 Jahren gibt es nun also eine Aufarbeitung der Vorkommnisse. Von den Spielern kommen etwa die Hauptakteure Metta Sandiford-Artest (wie er mittlerweile nach einigen Namensänderungen heißt), Jermaine O’Neal und Ben Wallace zu Wort. O’Neal hatte im Trubel zu einem Schlag ausgeholt, der, wie es heißt, einen Fan getötet hätte, wäre O’Neal nicht ausgerutscht. Mag das erst einmal wie eine Übertreibung klingen, wird bei Sichtung des Videomaterials doch klar, dass der Zuschauer tatsächlich mindestens im Krankenhaus aufgewacht wäre, hätte O’Neals Faust ihr Ziel getroffen – und das ist wirklich noch fast ein best case-Szenario. O’Neal wurde im Nachgang für 25 Spiele gesperrt, was im Vergleich zur traurigen Rekordsperre von Artest, nämlich die ganze restliche Saison, was in anderen Worten 86 Spiele bedeutete, kaum ins Gewicht zu fallen scheint und später sogar noch auf 15 Spiele reduziert wurde. Ben Wallace musste lediglich sechsmal pausieren.

Detailreich und aus verschiedenen Perspektiven

Neben den Spielern sitzen aber auch Fans vor der Kamera und sorgen mit ihrer Perspektive dafür, dass der Zuschauer sich ein relativ objektives Bild der Sache machen kann. Der damalige ESPN-Reporter Jim Gray, welcher jenes Spiel live kommentierte, wird ebenfalls interviewt. Kombiniert mit der Tatsache, dass Untold: Malice at the Palace Szenen zeigt, die nie auf ESPN ausgestrahlt wurden, kann das fast als Kampfansage an den Sportsender seitens Netflix verstanden werden, scheint der Streamingdienst hier doch mit dessen 30 for 30-Sportdoku-Reihe konkurrieren zu wollen. Mit knapp 70 Minuten ist Untold für eine allumfassende Dokumentation etwas zu kurz geraten, geht aber trotzdem gut ins Detail.

Credits

OT: „Untold: Malice at the Palace“
Land: USA
Jahr: 2021
Regie: Floyd Russ
Musik: Catheriny Joy
Kamera: Dustin Lane, David Bolen

Bilder

Trailer

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„Untold: Malice at the Palace“ arbeitet einen der schwärzesten Tage der NBA auf. Zeitzeugenberichte und bisher nie gezeigtes Videomaterial machen die Sportdokumentation zu einem Muss für Basketballfans.
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