Kritik

Explained Coronavirus Netflix

„Explained: Coronavirus“ // Deutschland-Start: 26. April 2020 (Netflix)

Ist das jetzt Opportunismus oder Dienst am Publikum? Dass früher oder später viele Filme und Serien produziert werden, die sich des derzeit alles bestimmenden Themas Coronavirus annehmen, das war natürlich klar, letztendlich nur eine Frage der Zeit. Dass so schnell eine Dokumentation auf Netflix erscheinen würde, das überrascht dann aber doch ein wenig. Als Rahmen suchte man sich hierfür die Serie Explained, eine fortlaufende Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Medienunternehmen Vox. Die Hauptserie brachte es auf zwei Staffeln, in denen die unterschiedlichsten Themen aufgegriffen wurden. Hinzu kamen Spin-offs, zuletzt Explained: Sex.

Und jetzt eben Explained: Coronavirus. Einerseits ist die Serie durchaus ein Schnellschuss, nicht verwunderlich angesichts der knappen Zeit. Viele Fragen, die man zu dem Virus hat und den sich daraus ergebenden Krankheiten, können derzeit noch gar nicht beantwortet werden. Wie es weitergeht, weiß deshalb noch keiner, auf der ganzen Welt wird versucht und geforscht, das Ende ist offen. Das macht sich auch in der Serie bemerkbar. Drei Folgen sollen insgesamt produziert werden, zum Start gibt es erst eine, die beiden anderen sind für Sommer geplant, wenn vielleicht schon manches konkreter werden kann.

Prägnante Einführung in ein komplexes Thema
Trotzdem ist die Dokumentation durchaus einen Blick wert. Wie die Mutterserie auch werden komplexe Sachverhalte recht zügig und prägnant erklärt, ohne deshalb größere inhaltliche Kompromisse eingehen zu müssen. So klärt Explained: Coronavirus auf, wie ein solcher Virus sich entwickelt, welche Gefahren von ihm ausgehen und wie er im Vergleich zu anderen bekannten Viren abschneidet, etwa Ebola oder HIV. Dazu gibt es Ausführungen, was der Einzelne tun kann, aber auch welche Versäumnisse an oberster Stelle zu verantworten sind. Die Macher sprechen dabei durchaus die besondere Rolle Chinas in dem Zusammenhang an, verschweigen jedoch nicht, dass im Westen ebenfalls einiges verbockt wurde.

Dass eine derartige Miniserie erst einmal nur ein kleiner Einblick sein, das ist klar. Die einige Wochen zuvor gestartete Doku Pandemie ging beispielsweise stärker darauf ein, wie gegen solche Krankheiten angekämpft wird. Der Punkt, wie es zu einer derart schnellen Ausbreitung kommen konnte, der wird ebenfalls nur kurz angeschnitten. Wer sich einigermaßen auf dem Laufenden hält, wird deshalb keine großen neuen Erkenntnisse gewinnen, von einigen Verweisen auf frühere Pandemien einmal abgesehen. Wem das sonst aber alles zu viel war und eine kurze Zusammenfassung braucht, sei es für sich oder andere, für den ist das hier ein guter Einstieg in ein großes Thema.

Credits

OT: „Coronavirus, Explained“
Land: USA
Jahr: 2020
Musik: Jackson Greenberg
Kamera: Cory Popp
Sprecher: J.K. Simmons

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Explained: Coronavirus
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Explained: Coronavirus
„Explained: Coronavirus“ hat der Diskussion rund um den alles beherrschenden Virus zwar zwangsläufig nicht viel Neues hinzuzufügen. Die Doku-Miniserie gibt aber einen guten Einblick, was das Gefährliche an ihm ist und was getan werden kann, während alle auf definitve Antworten warten.
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Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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