Der Grande de Espana Netflix Streamen online Video on Demand
© Txuca Pereira/Netflix

Der Grande de España

Der Grande de Espana Netflix Streamen online Video on Demand
„Der Grande de España“ // Deutschland-Start: 23. Oktober 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

An Selbstbewusstsein mangelt es Leandro (Antonio de la Torre) nicht gerade. Schließlich ist er Marquis, darauf darf man sich schon etwas einbilden. Und er tut auch alles dafür, um den schönen Schein zu bewahren. Leider interessiert das den Rest der Welt eher weniger, was er selbst aber kaum merkt. Vor allem aber mangelt es ihm an dem nötigen Geld, um sich den Lebensstil leisten zu können, den er seiner Meinung nach verdient. Sein Anwesen verfällt mehr und mehr. Es hilft nichts, er wird es wohl verkaufen müssen. Mit der Geschäftsfrau Sofia Carrington (Alexandra Jimenez) scheint er auch die passende Käuferin gefunden zu haben. Dabei ahnt er nicht, dass sie das mit der Wahrheit auch nicht so ganz genau nimmt …

Zwischen Schein und Sein

In der letzten Zeit hat Netflix eine Reihe von Komödien ins Programm aufgenommen, deren Witz darin besteht, dass die Figuren in chaotische Situationen geraten. Die Anlässe können dabei sehr unterschiedlich sein. Bei Krumme Dinger am Bosporus kommt eine Gaunerbande zusammen, um einen legendären Schatz zu finden. Hollywood Arts nimmt uns mit an eine Highschool für darstellende Künste. Lo dejamos acá handelt von einem Psychotherapeuten, der zu unorthodoxen Mitteln greift, um seinen Patienten und Patientinnen zu helfen – mit unvorhersehbaren Folgen. Ganz so exzessiv wird es bei Der Grande de España nicht, einer spanischen Spanien, die neu im Sortiment des Streaminganbieters ist. Vor Chaos ist man aber auch hier nicht gefeit, wenn ein Adliger an der Realität verzweifelt.

Der Film wartet dabei nicht lange, um den Protagonisten als aufgeblasenen Windbeutel zu entlarven. Ein bisschen unklar ist dabei jedoch, wie er sich eigentlich dessen bewusst ist, was da um ihn herum geschieht. Während er an manchen Stellen durchaus die Realität wahrnimmt, etwa seine finanzielle Situation, scheint er an anderen, komplett an dieser vorbei zu leben. Dabei spielt Der Grande de España ausgiebig mit diesem Wechsel von Wirklichkeit und bloßem Anschein. Denn nicht nur der Marquis tut immer so, als sei er mehr, als er eigentlich ist. Mit Sofia steht er einer Frau gegenüber, die ebenso eine falsche Fassade aufbaut. Das Publikum weiß das alles natürlich, ist von Anfang an eingeweiht. Unklar ist nur, an welcher Stelle dieses Lügengerüst unter seiner Last zusammenbrechen wird, wie es bei solchen Lügenkomödien unweigerlich der Fall ist.

Weder bissig noch emotional

Die spanische Produktion versucht sich dabei an einer Balance. Auf der einen Seite will sie sich schon über den eitlen Adligen lustig machen, der um einen Titel kämpft, den die Zeit längst vergessen hat. Gleichzeitig will sie aber auch einen emotionalen Kern haben, wenn es darum geht, dass zwei Menschen dazulernen und sich dabei finden. Leider ist Der Grande de España nicht besonders gut darin, diese Balance auch aufrechtzuerhalten. So bleibt die Komödie beim Humor zu zaghaft, traut sich nie, die satirische Note, welche eine solche Geschichte unweigerlich hat, auch wirklich zu verfolgen. Stattdessen hält man sich mit netten Harmlosigkeiten auf. Für den emotionalen Part bleibt man hingegen zu sehr an der Oberfläche. So wird Leandro über seine noble Eitelkeit hinaus nie wirklich beschrieben, wird zu keinem vollwertigen Charakter.

Das muss einen nicht zwangsläufig stören. Aber es ist schon schade, weil das Szenario eigentlich ganz interessant klang und sich für verschiedene Varianten angeboten hätte, von bissiger Komödie bis zum sensiblen Porträt. Hauptdarsteller Antonio de la Torre (Macht des Geldes) wäre sicher zu beidem in der Lage gewesen, zeigt hier auch wenig Hemmungen, eine Witzfigur zu verkörpern. Der Grande de España macht alles ein bisschen, aber nichts davon richtig. Und so bleibt am Ende eine weitere Netflix-Serie, die nicht wirklich stört, wenn man sie sich anschaut. Die schon auch irgendwie nett ist. Von der am Ende aber kaum etwas zurückbleibt bis auf belanglose Berieselung und ebenso oberflächlich ist wie der Marquis.

Credits

OT: „Grande de España“
IT: „Fading Grandeur“
Land: Spanien
Jahr: 2026
Regie: Álvaro Fernández Armero, Juan Cavestany
Drehbuch: Álvaro Fernández Armero, Juan Cavestany
Kamera: Jon D. Domínguez
Besetzung: Antonio de la Torre, Alexandra Jimenez, Enric Benavent, Fernando Andina, Teresa Rabal, Mercedes Sampietro, Celia de Molina

Bilder

Trailer

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Der Grande de España
fazit
„Der Grande de España“ erzählt von einem spanischen Marquis in der Krise zwischen schönem Schein und Realitätsverweigerung. Die Serie schwankt zwischen Spott und Herzlichkeit, macht am Ende aber für beides zu wenig. Es bleibt eine harmlose Berieselung, die nicht wirklich stört, aber unter ihren Möglichkeiten bleibt.
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