Doll House Netflix
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Doll House

Doll House Netflix
„Doll House“ // Deutschland-Start: 7. Oktober 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Rustin (Baron Geisler) ist ein philippinischer Rockmusiker, dessen Band nie der große Durchbruch gelang. Sein Vater hat nichts für den seiner Meinung nach verantwortungslosen Lebensstil seines Sohnes übrig, was er Rustin auch deutlich spüren lässt. Als einer von Rustins Bandmitgliedern nach einer langen Partynacht voller Alkohol und Drogen stirbt, beschließt Rustin, einen Schlussstrich zu ziehen. Er kehrt nach Rotterdam zurück, wo er früher gelebt hat. In nostalgischen Gedanken schwelgend wandert er durch die Stadt und erinnert sich an die wunderschöne Zeit, die er dort mit seiner Verlobten Rachelle (Katreena Beron) durchlebt hat. Zur Heirat der beiden kam es allerdings nie, da auch Rachelle ihm vorwarf, sein Leben völlig orientierungslos zu leben und nur Alkohol und Drogen im Kopf zu haben, bevor sie die Beziehung schließlich beendete. Rustin sucht Rachelles Wohnung in Rotterdam auf und stellt fest, dass Rachelle sich zurzeit im Ausland aufhält. Stattdessen trifft er dort auf Bok (Phi Palmos), einen Freund von Rachelle, und auf Yumi (Althea Ruedas), Rachelles Tochter. Erfreut, einen weiteren Philippino kennen zu lernen, schließen die beiden Rustin schnell in ihr Herz. Seine wahre Identität hält Rustin jedoch vor ihnen geheim – er ist nämlich Yumis Vater und versucht nun, eine Beziehung zu ihr aufzubauen.

Kitschig und zuckersüß

Als äußerst kitschiges und zuckersüßes Drama setzt der Netflix-Film Doll House seinen Zuschauern so einiges vor, das man einfach akzeptieren muss, wenn man den Film nicht gleich ablehnen will. Beispielsweise die sehr kurze Zeitspanne, die es braucht, bis der mit der Aufsicht über Yumi betraute Bok das Mädchen in Rustins Obhut übergibt. Die Begründung, dass gerade eben kein anderer Babysitter verfügbar ist, muss als Rechtfertigung dafür genügen, Yumi mit einem Mann alleine zu lassen, den Bok und Yumi erst vor ein paar Tagen kennen gelernt haben. Allerdings verstehen sich Rustin und Yumi dann tatsächlich auch so gut, dass Bok mehrmals feststellt, sie seien wie Vater und Tochter (freilich ohne zu wissen, dass Rustin tatsächlich der Vater des Mädchens ist).

Es entwickelt sich also eine tiefe Freundschaft zwischen den dreien und vor allem zwischen Rustin und Yumi. Rustin scheint seine Drogenabhängigkeit hinter sich gelassen zu haben, baut für Yumi eine Mondrakete aus Pappe und fängt später auch an, an dem titelgebenden Puppenhaus für sie zu arbeiten. Yumi wiederum vergöttert ihn geradezu, will am liebsten jeden Tag Zeit mit ihm verbringen und ist zutiefst enttäuscht, wenn das einmal nicht möglich ist. Zuckersüße Musik untermalt die Szenen, in denen sich die beiden näher kennen lernen. Glücklicherweise hat man mit Althea Ruedas die perfekte Kinderdarstellerin in der Rolle der Yumi besetzt. Ihr herzliches Lachen, ihre kindlich-quirlige (Hyper-)Aktivität und ihre manchmal voller Enttäuschung traurig dreinblickenden Augen wirken so natürlich, dass man die Kleine einfach ins Herz schließen muss.

Verwirklichung von Träumen

Yumis großer Wunsch ist es, Sängerin zu werden. Dazu will sie unbedingt zu einem Vorsingen in der Schule gehen. Ihre Mutter hatte ihr diese Idee ausreden wollen, als Musiker ist Rustin aber davon begeistert und will Yumi unterstützen. Doch als er das Mädchen erstmals singen hört, ist er sich der Sache nicht mehr so sicher – Yumi scheint nämlich ziemlich talentfrei zu sein. Dennoch ermutigt er sie weiterhin und so wird Doll House zu einem Film über das Verwirklichen von Träumen, den Umgang mit dem eigenen Scheitern und darüber, dass man eben nie aufgeben darf. Allgemeine, kitschige, positive Botschaften eben, wie man sie von einem insgesamt recht oberflächlichen Drama erwarten darf, welches diese Botschaften aber immerhin schön verpackt.

Wie es sich für einen Film dieser Art gehört, liegen Glück und Tragik hier nah beieinander. Natürlich muss die wunderschöne gemeinsame Zeit für Rustin und Yumi irgendwann enden. Rustins Vergangenheit holt ihn ein, seine Lügen kommen ans Licht. Zu heftig oder extrem wird es in Doll House allerdings nie; was für ein wilder Typ Rustin sein kann, wird mehr behauptet als gezeigt. Der Film will seine Zuschauer nicht verstören, sondern ihnen vielmehr das Gefühl geben, sich in eine warme Kuscheldecke einzuwickeln. Selbst wenn am Ende also heftig auf die Tränendrüse gedrückt wird, muss also doch gleichzeitig alles irgendwie gut werden. Liebhaber sentimentaler Familiengeschichten werden dabei sicher auf ihre Kosten kommen.

Credits

OT: „Doll House“
Land: Philippinen
Jahr: 2022
Regie: Marla Ancheta
Drehbuch: Rona Lean Sales
Musik: Jessie Lasaten
Kamera: Tom Redoble
Besetzung: Baron Geisler, Althea Ruedas, Phi Palmos, Katreena Beron, Mary Joy Apostol

Trailer

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Doll House
fazit
Als sentimentales Drama lotet „Doll House“ zwar nicht die volle Tiefe seiner Geschichte und Figuren aus. Dafür entschädigt einen der Film aber mit charmanten Darstellern und lässt einen eine Achterbahnfahrt der Gefühle durchleben.
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