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Big Chicken: Eine Fast-Food-Verschwörung

„Big Chicken: Eine Fast-Food-Verschwörung“ // Deutschland-Start: 5. August 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Auch wenn man manchmal den Eindruck hat, der Dokumentationsbereich bei Netflix umfasst mehr als True-Crime-Produktionen und Starporträts. Costa Concordia: Albtraum auf See beleuchtete kürzlich die Katastrophe um das gleichnamige gekenterte Kreuzfahrtschiff. Eine Gorilla-Story erzählt von David Attenborough nimmt uns mit ins Reich der Tiere und begeisterte durch die Landschaftsaufnahmen. In eine gesellschaftliche Richtung ging Louis Theroux: Inside the Manosphere, das sich mit dem Phänomen junger toxischer Männlichkeit befasste. Die Produktionsfirma hinter dem Film ist auch an Big Chicken: Eine Fast-Food-Verschwörung beteiligt, einem weiteren Film, der sich mit gesellschaftlichen Abgründen befasst.

Frittiertes Hühnchen als Selbstversuch

Dieses Mal geht es aber – der Titel nimmt es bereits vorweg – um das Thema Ernährung. Genauer stehen im Mittelpunkt frittierte Hühnchen. Diese erfreuen sich weltweit großer Beliebtheit. Ob es nun daheim Nuggets für den Nachwuchs gibt, wir bei den diversen Fast-Food-Franchises Burger verputzen oder sogar ganze Eimer voll von dem Essen kaufen, die Verführung lauert überall. Der britische Comedian Mo Gilligan, hierzulande eher weniger bekannt, geht diesen Verführungen gezielt nach. Genauer reist er in Big Chicken: Eine Fast-Food-Verschwörung durch seine Heimat und später die USA und will dreimal am Tag ausschließlich frittiertes Hühnchen essen. Dass das nicht gesund ist, wissen wir alle. Wirklich originell ist es auch nicht, erinnert das doch frappierend an das für einen Oscar nominierte Super Size Me von 2004. Dort ernährte sich der Protagonist 30 Tage lang nur von McDonald’s.

Wie bei dem naheliegenden Vorbild hat diese einseitige Ernährung auch hier negative Folgen. Je länger Gilligan das Essen zu sich nimmt, umso mehr Auswirkungen hat dies auf seinen Körper und seinen Gemütszustand. Big Chicken: Eine Fast-Food-Verschwörung bringt da keinerlei neue Erkenntnisse. Wobei der Film auch nur bedingt der Information wegen gedreht wurde. Er will auch Spaß machen, ist das hier schließlich die Arbeit eines Comedians. Es soll primär unterhalten, wenn sich der Brite auf die Suche begibt und der Film zu einer Mischung aus Selbstversuch und Reisebericht wird, bei der man nicht immer weiß, ob es jetzt um die Ernährungsfrage geht oder den Protagonisten. Das bedeutet auch, dass vieles eher an der Oberfläche bleibt und er die Themen nicht sonderlich vertieft.

Zwischen Unterhaltung und Information

Das bedeutet aber nicht, dass der Film nichts zu sagen hätte. Tatsächlich streift er während dieser einmonatigen Tour die unterschiedlichsten Aspekte. Da geht es mal um die Herstellung dieser Leckereien, was Erkenntnisse mit sich bringt, die einem den Appetit verderben könnten. Dass die Tiere unter unwürdigen Bedingungen gezüchtet und gehalten werden, dürfte niemanden so wirklich schockieren. Big Chicken: Eine Fast-Food-Verschwörung spricht aber auch über rassistische Stereotype, die mit Schwarzen verbunden werden. Denn die essen, so lautet ein Vorurteil, ganz besonders gern frittiertes Hühnchen. Dass Gilligan mit seiner Doku dieses Stereotyp bedient, dessen ist er sich bewusst, versucht das dann humoristisch aufzufangen und die Anfänge zu erläutern.

Dass er kein Journalist, weiß er natürlich. Entsprechend sollte man im Vorfeld die eigenen Erwartungen anpassen und eben keine wissenschaftliche Auseinandersetzung voraussetzen. Für den Massenmarkt, also die Leute, die diese Hühnchen auch essen, reicht das so aus. Big Chicken: Eine Fast-Food-Verschwörung führt vor Augen, mit welchen Mitteln die Industrie arbeitet und dass man sich das mit dem Verzehr vielleicht doch noch einmal überlegen sollte. Der Titel ist dabei etwas hoch gegriffen, ganz so weit gehen die Maßnahmen dann doch nicht. Zumindest aber wird man beim nächsten Mal vielleicht etwas bewusster vorgehen.

Credits

OT: „Big Chicken: A Fast Food Conspiracy“
Land: UK
Jahr: 2026
Regie: Liana Stewart
Mitwirkende: Mo Gilligan

Trailer

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Big Chicken: Eine Fast-Food-Verschwörung
fazit
In „Big Chicken: Eine Fast-Food-Verschwörung“ isst ein britischer Comedian einen Monat lang nur frittiertes Hühnchen und beleuchtet dabei diverse Themen. In die Tiefe geht das nicht gerade. Als humorvoll angerichtete Mischung aus Reisedoku und Infotainment ist das aber nicht verkehrt.
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