Heartstopper Netflix
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Heartstopper – Staffel 2

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Heartstopper Netflix
„Heartstopper – Staffel 2“ // Deutschland-Start: 3. August 2023 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Auch wenn der Anfang etwas holprig war: Nick (Kit Connor) und Charlie (Joe Locke) sind überglücklich zusammen. So richtig schlüssig sind sie sich aber nicht, wie jetzt der nächste Schritt aussehen soll. Sind sie schon bereit, in der Öffentlichkeit zu ihren Gefühlen zu stehen? Sie wissen ja nicht einmal, wie sie die Situation ihren Familien erklären sollen. Und selbst als der erste Schritt geschafft ist, wirklich leichter wird es dadurch nicht. Dabei sind sie nicht die einzigen, die mit ihrem Status zu kämpfen haben. Auch Tao (William Gao) und Elle (Yasmin Finney) sowie Tara (Corinna Brown) und Darcy (Kizzy Edgell) haben mit ihren jeweiligen Herausforderungen genug zu tun …

Ein junges Leben voller Liebesprobleme

An Liebesgeschichten mangelt es auf Netflix nicht gerade. Gerade um den Valentinstag herum und zur Weihnachtszeit gibt es jedes Jahr eine Flut an Filmen und Serien. Aber auch zwischen den beiden amourösen Großereignissen braucht man sich über fehlenden Nachschub keine Sorgen zu machen. Doch Quantität ist nicht gleich Qualität, die meisten dieser Produktionen sind Wegwerftitel, die man nebenher als ein bisschen Berieselung anschaut. Umso schöner ist, wenn sich in dieser Flut dann und wann doch ein gutes Beispiel finden lässt. Zu diesen zählt sicher auch Heartstopper, das im Frühjahr 2022 mit einer ersten Staffel an den Start ging und gleich weltweit die Herzen verzauberte. Nun liegt Staffel zwei vor, eine dritte ist bereits in Planung.

Die neuen acht Folgen schließen dabei direkt an die ersten an. Letztere sollte man auch unbedingt gesehen haben, um hier einsteigen zu können. Zwar gibt es zu Beginn der Staffel eine kleine Rückschau, die wichtige Stationen im Schnellverfahren abhandelt. Und natürlich sind die Probleme, welche die diversen (Nicht-)Paare hier so haben, universell genug, damit man relativ schnell hier mitfühlen kann. Doch um wirklich die einzelnen Figuren nachzuvollziehen, empfiehlt es sich, den Verlauf ihrer Verhältnisse untereinander mitzuerleben. Heartstopper legt großen Wert auf den zwischenmenschlichen Aspekt und baut um die beiden Protagonisten ein ganzes Netz aus Freundschaften, Familienbeziehungen und auch antagonistischen auf. Auch wen Nick und Charlie nur Augen füreinander haben, sind sie doch in die Welt der anderen eingebettet.

Bekannt, aber lebendig

Das ist dann auch eine der Stärken der Serie. Alice Oseman, die sowohl den zugrundeliegenden, gleichnamigen Comic wie auch die Drehbücher geschrieben hat, greift zwar durchaus auf bekannte Versatzstücke zurück, erfindet bei ihren romantischen Coming-of-Age-Geschichten das Rad nicht neu. Wenn beispielsweise mit dem älteren Bruder gestritten wird, Mobbing an der Schule zum Problem wird und eigene Unsicherheiten die nächsten Stufen wie den Himalaya wirken lassen, dann ist das prinzipiell nicht viel anders. Sie füllt das Ganze aber mit so viel Leben, dass Heartstopper doch frischer ist als die meisten Konkurrenzproduktionen. Man hat hier das Gefühl, es mit tatsächlichen Menschen zu tun haben, die alle ihre Macken haben, ohne deshalb gleich zu Karikaturen zu werden.

Dazu trägt das Ensemble wesentlich bei. Dass hier – mit Ausnahme von Nicks Mutter Sarah, die von Oscar-Preisträgerin Olivia Colman gespielt wird – ausschließlich Unbekannte mitspielen, hat der Serie nicht geschadet. Das Zusammenspiel funktioniert, aber auch die Solo-Momente, von denen es nicht eben wenig gibt. Zwar stehen die zwei Jungs im Mittelpunkt, deren Geschichte wird aber ständig durch die der anderen unterbrochen. Das trägt zusammen mit der Unsicherheit dazu bei, dass ihr Verhältnis sich teils nur langsam weiterentwickelt. Beispielsweise gibt es gleich mehrere Szenen, in denen sie sich gegenseitig beteuern, mit dem Sex noch warten zu wollen, wo es auch eine getan hätte. Da die Folgen aber jeweils nur 30 bis 40 Minuten lang ist, wird Heartstopper dennoch zu keinem Geduldsspiel, sondern einer süßen, unbeschwerten, manchmal aber auch traurigen Reise in Richtung Erwachsenenleben.

Credits

OT: „Heartstopper“
Land: USA
Jahr: 2023
Regie: Euros Lyn
Drehbuch: Alice Oseman
Idee: Alice Oseman
Vorlage: Alice Oseman
Musik: Adiescar Chase
Kamera: Diana Olifirova
Besetzung: Kit Connor, Joe Locke, William Gao, Yasmin Finney, Corinna Brown, Kizzy Edgell, Tobie Donovan, Rhea Norwood, Jenny Walser, Sebastian Croft, Cormac Hyde-Corrin, Fisayo Akinade, Chetna Pandya, Olivia Colman, Jack Barton, Leila Khan, Nima Taleghani

Bilder

Trailer

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Ihr seid mit Heartstopper schon durch und braucht Nachschub? Dann haben wir vielleicht etwas für euch. In unserem Netflix-Themenbereich sind alle Original-Produktionen gelistet, unterteilt nach Spielfilm, Serie, Doku und Comedy. Unten findet ihr alle Netflix-Titel, die wir auf unserer Seite besprochen haben.

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Heartstopper – Staffel 2
fazit
Auch die zweite Staffel von „Heartstopper“ ist eine schöne Coming-of-Age-Geschichte, die Altbekanntes mit genug Eigenleben zu füllen versteht. Das funktioniert gut, auch dank des Ensembles, selbst wenn die Beziehung der beiden Protagonisten zum Teil kaum vom Fleck kommt.
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