Inhalt / Kritik

A Second Chance: Rivals Netflix

„A Second Chance: Rivals!“ // Deutschland-Start: 23. Juli 2021 (Netflix)

Einst hatte Maddie Cornell (Emily Morris) einen großen Traum: als Turnerin bei der Olympiade mitmachen! Doch davon ist nicht viel geblieben, ein Unfall hat der Träumerei ein Ende gesetzt. Seither steckt sie in einer Krise fest, weiß nicht so recht, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Um sich eine Zeit lang zu entspannen und wieder zu sich zu finden, beschließt sie, für eine Weile zu Beverly (Carmel Johnson) zu ziehen, eine Freundin der Familie. Die ist gerade damit beschäftigt, ein Mädchenteam für die Landesmeisterschaften zu trainieren, ausgerechnet beim Turnen. Maddie ist anfangs etwas zurückhaltend, als ihr angeboten wird, selbst als Trainerin mitzuhelfen. Am Ende lässt sie sich aber darauf ein. Einfach wird das Projekt jedoch nicht, schließlich müssen sich die Mädchen vom Land gegen die aus der Stadt behaupten …

Eine Fortsetzung, die keiner braucht

Meistens ist man versucht, Fortsetzungen zu Filmen möglichst schnell zu drehen, solange die Erinnerung an den ersten Teil noch frisch im Kopf des Publikums ist. Im Fall von großen Franchises können aber auch schon mal Jahre oder gar Jahrzehnte vergehen. Kulttitel profitieren sogar ein wenig davon, wenn eine ganze Zeit vergangen ist. Das macht den Nachfolger schließlich zu einer Art Event, bei dem kräftig die Marketingtrommel zum Einsatz kommt. Und dann wären da noch Werke wie Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht, die eine lange Pause für sich nutzen, indem sie ganz ungeniert an die Nostalgie der Zuschauer und Zuschauerinnen appellieren. Das Motto: Weißt du noch, wie das damals war? Lasst uns zusammen erinnern!

Bei A Second Chance: Rivals! darf man sich dennoch fragen: Ist das jetzt sinnvoll? Immerhin waren acht Jahre nach dem ersten Film A Second Chance vergangen. In Deutschland kamen noch einmal zwei Jahre oben drauf, bis Netflix den Titel ins Programm aufnahm. Andererseits ist der Vorgänger bei uns ohnehin nie erschienen, wodurch die Wartezeit wenig relevant ist und sich die Anknüpfungspunkte in Grenzen halten. Unbedingt notwendig sind Letztere aber sowieso nicht. Zwar kam hier noch mal das Team von damals zusammen. Beispielsweise war die von Emily Morris gespielte Maddie damals selbst noch eine aktive Turnerin. Vorkenntnisse sind aber nicht nötig, dafür ist der Inhalt so oder so zu einfach gestrickt.

Übliche inhaltliche Stationen

Zum Teil erzählt Regisseur und Drehbuchautor Clay Glen (Alles auf Sieg) auch von denselben Problemen und Herausforderungen junger Turnerinnen. Die können mal sportlicher Natur, mal auch gesellschaftlicher. Zwischendrin wird beispielsweise das Thema Rassismus angegangen, selbst wenn der Film das schnell wieder zu den Akten legt. Gleiches gilt für Mobbing, welches in der heutigen Zeit dank der technologischen Fortschritte noch einmal deutlich einfacher geworden ist. Vor allem aber betont der australische Filmemacher den Wettstreit zwischen dem ländlichen und dem städtischen Team. Wem davon seine Sympathie gilt, daraus macht er kein sonderliches Geheimnis. A Second Chance: Rivals! begnügt sich mal wieder damit, die Stadtbevölkerung als überhebliche Snobs zu zeichnen.

Auch sonst ist das Drehbuch nicht übermäßig ambitioniert. A Second Chance: Rivals! begnügt sich eher damit, die üblichen Stationen abzuklappern, die man bei einem solchen Film erwarten kann. Das ist dann oft gut gemeint, jedoch nicht zwangsläufig gut gemacht. Dass an einer Stelle der Tod einer Figur derart instrumentalisiert wird, ist zudem ziemlich zynisch bis geschmacklos. Dafür gibt es ein paar nette Turneinlagen des Teams. Spektakulär sind diese aber nicht, so wie der Film insgesamt nichts Besonderes ist, weder auf den Inhalt noch die schauspielerischen Leistungen bezogen. Typisches Füllmaterial von Netflix eben, mit dem eine jüngere Zielgruppe angesprochen werden soll. Das funktioniert, mehr aber auch nicht. Gebraucht hätte es diese späte Fortsetzung sicherlich nicht.

Credits

OT: „A Second Chance: Rivals!“
Land: Australien
Jahr: 2019
Regie: Clay Glen
Drehbuch: Clay Glen
Musik: Me-Lee Hay, Michael Taylor
Kamera: Hugh Freytag
Besetzung: Emily Morris, Stella Shute, Eva Grados, India Colombi, Nina Pearce, Adam Tuominen, Carmel Johnson

Trailer

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A Second Chance: Rivals!
In „A Second Chance: Rivals!“ sucht eine ehemalige Turnerin den Neustart, indem sie selbst angehende Turnerinnen trainiert. Der Film versucht dabei schon, das eine oder andere mit auf den Weg zu geben, bleibt dabei aber nahe an den Klischees und geht auch wegen der jungen Zielgruppe nicht in die Tiefe. Das ist größtenteils wenig bemerkenswert, sieht man von einer ziemlich zynischen Stelle ab, die den Gesamteindruck trübt.
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Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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