Titletown High Netflix
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Titletown High – Staffel 1

Inhalt / Kritik

Titletown High Netflix
„Titletown High – Staffel 1“ // Deutschland-Start: 27. August 2021 (Netflix)

Football spielt in Amerika eine große Rolle, besonders aber in Valdosta, einer Stadt in Georgia. Das Team der dortigen Highschool, The Wildcats, verzeichnet mit weit über 900 die meisten Siege in den USA, inklusive multipler nationaler und regionaler Meisterschaften. Bei so einer ruhmreichen Vergangenheit ist es kein Wunder, dass auf jeder neuen Generation von Spielern ein immenser Erwartungsdruck lastet. Netflix begleitet das Team mit exklusiven Einblicken auf der Jagd nach dem nächsten Titel.

Titletown High hat ein fundamentales Problem, welches sich am besten mit einem Beispiel aus der siebten Folge erklären lässt. Einer der Schüler kann aufgrund covidbedingter Quarantäne nicht zu den Spielen antreten und kommentiert dies mit: „I just put in so much work, the whole football season, did all this, did all that.“ Da wird sich der ein oder andere Zuschauer fragen: „Did all WHAT? Ist das nicht der Typ, der immer nur mit seiner Freundin gezeigt wurde, die vielleicht aber auch gar nicht seine Freundin ist, weil es da noch dieses andere Mädchen gibt, welches seine Vielleicht-Freundin nicht mag?“ Ganz abgesehen davon, dass die Szene wohl so etwas wie Dramatik in die Frage der Siegeschancen der Wildcats bringen soll, was nicht nur inszenatorisch verpfuscht ist, sondern auch inhaltlich mittlerweile kaum noch Interesse erwecken dürfte – covidbedingte Quarantäne ist nun wahrlich kein Stein, der exklusiv dem Team von Valdosta in den Weg gelegt wurde.

Mehr Seifenoper als Sport

Ganz abgesehen davon also, vermittelt die Serie leider überwiegend den Eindruck, strunzlangweilig zu sein, fokussiert sich eher auf private Techtelmechtel, austauschbare Highschooler mit austauschbaren Scheinproblemen, von denen bei vielen nur zu hoffen bleibt, dass diese warum auch immer extra für die Kamera kreiert wurden. Die acht Folgen ließen sich gefühlt auf drei zusammenstreichen, in denen es um das eigentliche Thema geht; würden diese dann um zwei zusätzliche Folgen erweitert, könnte tatsächlich eine durch und durch spannende Serie entstehen.

Die Grundlage dafür ist bereits gegeben. Die Vergangenheit von Coach Rush Propst – einer der wenigen Namen, die hier wirklich im Gedächtnis bleiben –, die Kontroverse um seine Einstellung, Bestechungen in der Liga, Unregelmäßigkeiten bei der Rekrutierung von Spielern und so weiter und so fort … in der ganzen Sache steckt so viel drin, das gutes Fernsehen machen würde. Die Serie geht zwar durchaus auf das meiste davon ein, teilweise sogar mit unerwarteter Offenheit, allein es geht alles im restlichen Füllmaterial unter. Das gleiche Schicksal teilen die Szenen, in denen es tatsächlich um Football geht. Touchdowns, bittere Niederlagen, triumphale Siege, Motivationsreden in der Umkleidekabine – das sind immer die Highlights einer Episode, welche dafür sorgen, die Serie trotz der soaphaften Stellen nicht vorzeitig abzubrechen.

Credits

OT: „Titletown High“
Land: USA
Jahr: 2021
Regie: Jason Sciavicco
Musik: Kathleen Wathen
Kamera: Icaro Godoi

Trailer

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„Titletown High“ verwässert sich den spannenden Kern mit seifenoperartigen Einlagen. Selbst wer Interesse daran haben sollte, anderen Menschen beim Umgang mit ihren Scheinproblemen zuzusehen, wird deutlich besser aufbereitete Ware finden. Sportfans allerdings können die Footballszenen genießen und den Rest einfach vorspulen.
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