Anthracite Netflix Streamen online
© Christine Tamalet/Netflix

Anthracite

Anthracite Netflix Streamen online
„Anthracite“ // Deutschland-Start: 10. April 2024 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Als in einem kleinen Dorf in den Alpen eine junge Frau ermordet wird, steht der Schuldige schnell fest. Zumindest sind alle davon überzeugt, dass Jaro Gatsi (Hatik) es getan haben muss. Schließlich ist er ein verurteilter Verbrecher. Während er versucht, seine Unschuld zu beweisen, trifft er auf Ida (Noémie Schmidt), die in der Abgelegenheit ihren Vater Solal Heilman (Jean-Marc Barr) sucht. Der hatte noch einmal einen düsteren Vorfall untersucht, der sich 30 Jahre zuvor zugetragen hatte, als die Mitglieder einer Sekte Massenselbstmord begangen hatten – und ist dabei selbst spurlos verschwunden. Während die beiden gemeinsame Sache machen, versucht auch die örtliche Polizistin Giovanna (Camille Lou) die Wahrheit herauszufinden, womit sie nicht nur auf Gegenliebe stößt …

Exzentrik in einem mörderischen Dorf

Zurzeit bekommen Fans düsterer Serien auf Netflix jede Menge geboten. Da war der deutsche Beitrag Crooks über einen Raubüberfall, der komplett danebengeht und eine Kettenreaktion auslöst. Sehr sehenswert ist die kunstvolle US-Produktion Ripley über einen Betrüger, basierend auf der bekannten Romanreihe. Parasyte: The Grey wiederum nahm uns mit nach Südkorea, wenn wir – inspiriert von der erfolgreichen Mangareihe – von Außerirdischen erfahren, die sich in Menschen einnisten. Nun geht es mit Anthracite nach Frankreich, genauer in ein kleines Dorf in den Alpen, wo ein rätselhafter Mord stattgefunden hat, der von einem sehr ungleichen Gespann aufgelöst werden muss.

Das klingt nach einem klassischen Krimi, umso mehr, da es zuletzt mehrere Genrebeiträge gegeben hat, die mit einem ähnlichen Szenario und Setting arbeiten. Gerade erst erzählte beispielsweise Capitaine Sissako – Tod in den Alpen von einem Sportler, der in einem kleinen Alpendorf erschossen wurde, eine Polizistin versucht, der Sache auf den Grund zu gehen. Und doch geht das hier in eine etwas andere Richtung. So ist die besagte Polizistin nicht die einzige, die der Sache nachgeht. Tatsächlich sind die beiden Laien, die aus eigenen Gründen heraus ermitteln, mindestens ebenso wichtig. Sie sind es letztendlich auch, die Anthracite die Persönlichkeit verleihen. Besonders die exzentrische Ida sticht aus dem Krimieinerlei hervor und sorgt inmitten der schneeweißen Landschaft für kräftige Farbtupfer.

Krimi voller Wendungen

Anfangs ist das auch mit einigem Humor verbunden. Klar, ein massenhafter Selbstmord ist alles andere als lustig. Und doch hätte man sich die Serie gut als Krimikomödie vorstellen können, ähnlich zu Polar Park – Eiskalte Morde, eine weitere französische Serie, die in einem Bergdorf spielt. Mit der Zeit wird es aber deutlich düsterer. Tatsächlich tun sich in Anthracite einige Abgründe auf, es werden auch erwartungsgemäß einige Geheimnisse gelüftet. Man sollte dabei aber nicht erwarten, dass das alles plausibel ist. Die Geschichte ist schon ziemlich weit her geholt: Fanny Robert, Maxime Berthemy und Mehdi Ouahab, die gemeinsam die Serie entwickelt haben, scherten sich nicht sonderlich darum, ob das Publikum bei den diversen Wendungen, die sie eingebaut haben, vielleicht aus der Kurve fliegt.

Immerhin: Während man bei vielen Netflix-Serien recht früh schon auf die Uhr schaut, ist das hier doch recht kurzweilig. Die Geschichte ist interessant, die Figuren eigenwillig. Und dann wäre da natürlich noch das Setting, dem wir regelmäßig stimmungsvolle Aufnahmen zu verdanken haben. Wer einen herkömmlichen Krimi sehen möchte, wird hier zwar nur bedingt bedient, da scheint es oft doch eher um anderes zu gehen. In einem Genre, das oft von eintönigen, immer gleich bleibenden Routinewerken geprägt ist, tut Anthracite aber schon gut. Ein Publikum, welches auf der Suche nach einem etwas anderen Beitrag ist, ist hier an einer empfehlenswerten Adresse. Gerade auch das Ensemble hat seinen Anteil daran, dass die Serie unter den vielen, die der Streamingdienst so veröffentlicht, eine der besseren der letzten Zeit geworden ist.

Credits

OT: „Anthracite“
Land: Frankreich
Jahr: 2024
Regie: Julius Berg
Drehbuch: Fanny Robert, Maxime Berthemy, Mehdi Ouahab
Idee: Fanny Robert, Maxime Berthemy, Mehdi Ouahab
Musik: Judson Crane, David Quattrini, Sebastien Pan
Kamera: Arnauf Stefani
Besetzung: Hatik, Camille Lou, Noémie Schmidt, Nicolas Godart, Raphaël Ferret, Léo Legrand, Kad Merad, Jean-Marc Barr, Stefano Cassetti, Marianne Basler

Bilder

Trailer

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Anthracite
fazit
Wenn in einem kleinen Dorf in den Alpen ein Mord aufgeklärt werden muss, klingt das nach einem klassischen Krimi. „Anthracite“ hat aber ganz eigene Vorstellungen davon, wenn sonderbare Figuren und eine wendungsreiche Geschichte auf traditionelle Tugenden und ein stimmungsvolles Setting treffen.
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7
von 10