Ich und die Walter Boys Netflix Streamen online
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Ich und die Walter Boys – Staffel 1

Ich und die Walter Boys Netflix Streamen online
„Ich und die Walter Boys“ // Deutschland-Start: 7. Dezember 2023 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Für die fünfzehnjährige Jackie Howard (Nikki Rodriguez) bricht eine Welt zusammen, als bei einem Unfall ihre Eltern und ihre Schwestern sterben. Gemäß dem Testament der Eltern wird die Jugendliche daraufhin zu Katherine Walter (Sarah Rafferty) geschickt, der besten Freundin ihrer Mutter. Diese lebt mit ihrem Mann George (Marc Blucas) und den unzähligen Söhnen in einer ländlichen Gegend. Für Jackie, die immer in der Großstadt lebte, bedeutet das eine riesige Umstellung, mit der sie sich zunächst sehr schwertut. Zu ihrem Glück ist aber Alex (Ashby Gentry), einer der vielen Jungs, sehr um sie bemüht. Gleichzeitig hat sie aber auch ein Auge auf dessen älteren Bruder Cole (Noah LaLonde) geworfen, Sport-Ass der Schule und Frauenschwarm, der nie um einen blöden Spruch verlegen ist …

Zeit für große Gefühle

Für große Gefühle ist doch immer Zeit. Eigentlich haut Netflix um diese Jahreszeit weihnachtliche Liebeskomödien ohne Ende raus. Dieses Jahr überließ der Streamingdienst das aber offensichtlich anderen. Das bedeutet aber nicht, dass die Fans von emotionalen Geschichten deswegen dieses Jahr in die Röhre schauen müssen. Denn für diese wurde Ich und die Walter Boys neu ins Programm aufgenommen und scheint beim Publikum sehr gut anzukommen. So wurden diese Woche zwar eine ganze Reihe von Serien parallel veröffentlicht. Doch während Knokke Off, ein belgisches Teenie-Liebesdrama, nirgends in den Top 10 zu finden ist, sprang die US-amerikanische Produktion an die Spitze, ließ die gesammelte Inhouse-Konkurrenz hinter sich.

Bei den Kritikern und Kritikerinnen kam die Adaption des gleichnamigen Romans von Ali Novak jedoch weniger gut an. Eigentlich sind diese sogar ziemlich mäßig, liegen im unterdurchschnittlichen Bereich. Zumindest anfangs ist man auch versucht, sich diesem Urteil anzuschließen. So ist das Szenario von Ich und die Walter Boys schon ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Der dreifache Schicksalsschlag, mit dem sich die Protagonistin arrangieren muss, ist dabei noch das geringere Problem. Als die Jugendliche bei ihrer Adoptivfamilie auftaucht und dort mit lauter Adoptivbrüdern konfrontiert wird, gleicht das jedoch einer Parodie. Man wartet nur darauf, dass am Ende des Tages eine eigene Version des legendären Gute-Nacht-Ausklinkers aus Die Waltons kommt. Dass die Jungs extrem den Klischees folgen, macht die Sache auch nicht leichter verdaulich.

Die Suche nach Tiefgang

Im weiteren Verlauf der zehn Folgen wird sich das etwas bessern. So darf Cole wenig überraschend hinter dem Macho-Sonnyboy auch eine gefühlvollere Seite haben, die er exklusiv für Jackie hervorkramt. Und auch bei Erin (Alisha Newton), die als obligatorische Zicke und Konkurrentin eingeführt wird, ist die Serie um etwas mehr Zwischentöne bemüht. So ganz überzeugt das Ergebnis aber nicht. Zum einen springt Ich und die Walter Boys bei manchen der Figuren zu sehr hin und her, will sich auf nichts festlegen. Nuancen und Ambivalenz ist bei Charakteren prinzipiell sehr gut. Wenn daraus aber nur Willkürlichkeit wird, ist das etwas billig. Zumal das Drama selbst dann noch krampfhaft an alten Formeln festhält. Dann und wann blitzt zwar mal etwas auf, wenn es beispielsweise um die Geschichte von Thanksgiving geht oder einer der Söhne an Schwerhörigkeit leiden soll. Das wird aber alles schnell wieder fallengelassen.

Mehr als Durchschnitt ist die Serie dann auch nicht. Sie hat zwischendurch ihre Momente. Man kann auch dem überwiegend unbekannten Ensemble keinen wirklichen Vorwurf machen. Dieses macht mit der Vorlage das, was man realistisch aus allem herausholen kann. Außerdem lockt Ich und die Walter Boys mit schönen Bildern aus den ländlichen USA: Wessen Herz für Idyllen schlägt, bekommt hier schon etwas zu sehen. Für den Inhalt muss man sich das aber nicht anschauen. Die vielen komplizierten Gefühle, mit denen sich die Figuren herumplagen müssen, sind dann doch zu sehr nach Handbuch fabriziert. Richtig natürlich wirkt diese Ansammlung großer und kleiner Dramen nicht.

Credits

OT: „My Life With The Walter Boys“
Land: USA
Jahr: 2023
Regie: Jerry Ciccoritti, Nimisha Mukerji, Winnifred Jong, Jason Priestley
Drehbuch: Melanie Halsall, Jordan Ross Schindler, Jonathon Roessler, Tawnya Bhattacharya, Ali Laventhol, Jesikah Suggs, Kelsey Barry
Vorlage: Ali Novak
Musik: Brian H. Kim
Kamera: Walt Lloyd
Besetzung: Nikki Rodriguez, Noah LaLonde, Ashby Gentry, Johnny Link, Corey Fogelmanis, Connor Stanhope, Zoë Soul, Jaylan Evans, Sarah Rafferty, Marc Blucas, Alisha Newton

Bilder

Trailer

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Ich und die Walter Boys – Staffel 1
fazit
Wenn in „Ich und die Walter Boys“ eine Jugendliche aus der Großstadt Eltern und Schwester verliert, nur um dann bei einer ländlichen Großfamilie zu leben, hagelt es Klischees ohne Ende. Dann und wann hat die Serie nach dem gleichnamigen Roman zwar ihre Momente, zumal es hübsche Bilder auf der provinziellen Idylle gibt. Aber das ist doch zu sehr nach Handbuch, mit zu wenig eigenem Charakter.
Leserwertung17 Bewertungen
4.4
5
von 10