Kritik

The Big Show Show Netflix

„The Big Show Show – Staffel 1“ // Deutschland-Start: 6. April 2020 (Netflix)

Der ehemalige Wrestler Big Show (bürgerlich Paul Wight) weiß nicht genau, was er im Ruhestand nun mit sich anfangen soll. Über Langeweile kann er sich jedoch nicht beklagen: Nicht nur halten ihn seine drei Töchter (Reylynn Caster, Lily Brooks, Juliet Donenfeld) auf Trab, auch sein Freund Terry (Jaleel White) hält die eine oder andere Überraschung für ihn bereit. Als seine Frau (Allison Munn) ihren Job verliert, muss er auch ihr noch unter die Arme greifen.

Dass die WWE ihre Athleten auch im Filmgeschäft unterbringt, ist nichts Neues. Darüber hinaus wurde sich ebenfalls in der Serienlandschaft versucht, bisher allerdings nur im animierten Bereich. Unabhängig davon gab es Serien mit oder über Wrestler, etwa Hogan Knows Best mit Hulk Hogan. Dabei handelte es sich jedoch um Reality-TV. Mit The Big Show Show legen WWE Studios und Netflix nun eine fiktive Serie vor, in der Big Show eine Version seiner selbst spielt, welche ihren Dienst in der WWE quittiert hat und nun den Familienalltag meistern muss.

Ein Fall für Fans
Ob sich The Big Show Show lohnt, kann jeder für sich selbst mithilfe zweier Fragen herausfinden: „Kenne ich Big Show? Wenn ja, mag ich ihn?“ Lautet die Antwort mindestens einmal „nein“, sollte die zur Verfügung stehende Zeit anderweitig genutzt werden. The Big Show Show arbeitet alle bekannte Sitcomtropen ab; Lacher sucht man fast vergeblich, es gibt vielleicht zwei richtige in den acht Folgen der ersten Staffel. Das liegt nicht etwa an einer unzureichenden Performance der Schauspieler, sondern schlicht am Skript, das keine Innovationen bietet. Das einzige Alleinstellungsmerkmal der Serie ist der 2,13 m große titelgebende Wrestler, weshalb sie mit ihm steht und fällt. The Big Show Show richtet sich an ein jüngeres Publikum und kann bei der Zielgruppe durchaus funktionieren, weil aufgrund des Alters schlicht wenig Vergleichsmaterial konsumiert werden konnte. Der wesentlich größere Zuschaueranteil dürfte vermutlich aus WWE-Fans bestehen. Alle anderen werden hier kaum etwas entdecken, das ihre Aufmerksamkeit erregt.

Sonderlich ernst nimmt sich die Serie allerdings auch nicht und jeder Involvierte scheint sich schon darüber bewusst zu sein, dass hier nicht der große Wurf gelungen ist – oder überhaupt versucht wurde. Da hätte man sich bei dem Titel auch gar nicht so zurückzuhalten brauchen und das Ganze gleich The Big Big Show Show nennen sollen. Vor allem Big Show selbst hat merklich Spaß in seiner Rolle und legt ein gutes komödiantisches Timing an den Tag, welches an solche Dialoge jedoch eher verschwendet ist. Die Feelgood-Momente wie etwa ein cookoff zwischen Vater und Tochter oder das Ende des Staffelfinales haben aber doch ihren ganz eigenen Charme.

Credits

OT: „The Big Show Show“
Land: USA
Jahr: 2020
Regie: Melissa Joan Hart, Jody Margolin Hahn, Kelly Park, Phill Lewis
Drehbuch: Jason Berger, Josh Bycel
Musik: Chris Alan Lee
Kamera: Joe Pennella
Besetzung: Paul Wight, Allison Munn, Jaleel White, Reylynn Caster, Lily Brooks, Juliet Donenfeld

Trailer

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The Big Show Show – Staffel 1
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The Big Show Show – Staffel 1
"The Big Show Show" ist nicht innovativ, fast alle Gags und Handlungsverläufe sind zur Genüge aus anderen Sitcoms bekannt, da hilft auch keine Lachkonserve; wer den Protagonisten nicht kennt, wird nichts mit ihr anfangen können. Wer den WWE-Star hingegen kennt und mag, wird hier mit harmlosem Familienspaß versorgt.
6von 10

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