14 Gipfel Nichts ist unmöglich 14 Peaks: Nothing Is Impossible Netflix
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14 Gipfel: Nichts ist unmöglich

Credits

14 Gipfel Nichts ist unmöglich 14 Peaks: Nothing Is Impossible Netflix
„14 Gipfel: Nichts ist unmöglich“ // Deutschland-Start: 29. November 2021 (Netflix)

Im Zusammenhang mit dem Mount Everest wird den meisten wohl der Name Reinhold Messner in den Sinn kommen. Einige werden darüber hinaus wissen, dass Edmund Hillary die Erstbesteigung des höchsten Berges der Welt gelang – zumindest stellt Nirmal Purja, um den es bei 14 Gipfel: Nichts ist unmöglich geht, es so hin, dass es eine eher unbekannte Tatsache sei, dass Hillary nur deshalb Erfolg hatte, weil der Sherpa Tenzing Norgay ihm half, was gerne unter den Tisch gekehrt würde. Für die Nepalesen war zwar Norgay der erste, die beiden engen Freunde hielten aber bis an ihr jeweiliges Lebensende an der Version fest, den Gipfel gleichzeitig erklommen zu haben. Daher ist es fraglich, ob jemand, dem der Name des Bergsteigers Hillary geläufig ist, nicht doch auch den des Helfers Norgay kennt, ohne den es nicht möglich gewesen wäre. Aber selbst wenn nicht: Etliche Regisseure sind weltbekannt, während wohl nur die allerwenigsten Zuschauer zehn, fünf oder auch nur einen einzigen Regieassistenten beim Namen nennen könnten.

Die meisten Regisseure hingegen werden bestätigen, dass die Regieassistenz mit zu den wichtigsten Positionen am Set gehört und ihnen so manches Mal im übertragenen Sinne das Leben gerettet hat. Nach Ende des Unterfangens gibt Purja am Fuß des letzten Berges ein Interview für die Kameras und behauptet, seine Aktion hätte mehr Aufmerksamkeit bekommen, wäre sie von einem Europäer durchgeführt worden (nebenbei erwähnt sind mehr Journalisten zugegen als seinerzeit bei Messner). Das muss hoffentlich auch politisches Kalkül sein, es ist zumindest schwer vorstellbar, dass er nicht weiß, was Netflix ist und dass die Dokumentation einem potenziellen Millionenpublikum zugänglich gemacht wird. Mehr Aufmerksamkeit geht nicht.

Ein Rekord im Schnelldurchlauf

Gemessen am Rest der Dokumentation werden diese Aussagen aber wohl tatsächlich nur marketingtechnische Gründe haben. 14 Gipfel: Nichts ist unmöglich fokussiert sich hauptsächlich auf Nims, wie Purjas Spitzname lautet, sein Team und die Besteigungen selbst. Nims ist ein determinierter Mensch, der nicht nur privat als Krankenpfleger für seine Mutter aktiv ist und Elitesoldat der Royal Navy war, sondern mit der Überzeugung durchs Leben geht, dass alles möglich sei. Die Besteigung aller Achttausender im Rahmen seines „Project Possible 14/7“ zeugt davon – die Gipfel der vierzehn höchsten Berge der Welt innerhalb von sieben Monaten zu erklimmen klingt für die meisten Experten nach einem unmöglichem Vorhaben. Zum Vergleich: Messner (welcher selbst als talking head auftritt) benötigte 16 Jahre, der bisherige Weltrekord lag bei fast acht Jahren. Purja, welcher erst der 39. anerkannte Absolvent dieser Herausforderung ist, schlug diesen um auf den Tag genau sieben Jahre und fünf Monate. Dass er dabei im Gegensatz zu den Vorgenannten Unterstützung von Flaschensauerstoff und Hubschraubertransfers in Anspruch nahm, darf nicht dazu verleiten, seine Leistung als geschmälert anzusehen, allenfalls könnte sie als in einer eigenen Kategorie absolviert eingeordnet werden. Die Kletterei an sich ist schon anstrengend genug, da sich die betreffenden Berge allerdings nicht alle im selben Land befinden, kommen organisatorische, finanzielle und nicht zuletzt geopolitische Erschwerungen hinzu. So hätte sich Purjas dem auf chinesisch-tibetischen Gebiet liegenden Shishapangma wohl nicht einmal nähern können, hätten er, seine Follower und die nepalesische Regierung nicht um eine Ausnahmeregelung ersucht.

Berge sind nicht nur wegen ihrer wortwörtlich schwindelerregenden Höhe und dem damit verbundenen Sauerstoffmangel atemberaubend. Die ausgestrahlte Unbezwingbarkeit und die überwältigende Aussicht tragen zu ihrer Faszination bei. Dokumentationen wie Mountain oder Free Solo leben nicht zuletzt von entsprechenden Bildern, auch die Doku von Regisseur Torquil Jones überzeugt in dieser Hinsicht. In solcher Umgebung lässt sich schlecht ein Kamerateam einsetzen, weshalb das meiste Material wohl von Teilnehmern der Unternehmung selbst mit Bodycams und Ähnlichem eingefangen worden zu sein scheint. Für Rückblenden oder Nacherzählungen, welche uns mehr über Purjas Leben oder die Besteigungen wissen lassen, wird zu einem animierten Stil gegriffen.

Credits

OT: „14 Peaks: Nothing is Impossible“
Land: Nepal
Jahr: 2021
Regie: Torquil Jones
Drehbuch: Torquil Jones, Gabriel Clarke
Musik: Nainita Desai
Kamera: Nirmal Purja, Alut Gurung, Sagar Gurung, Sandro Gromen-Hayes, Mingma David Sherpa, Lakpa Dendi Sherpa, Geljen Sherpa, Gesman Tamang
Mitwirkende: Nirmal Purja, Reinhold Messner

Trailer

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„14 Gipfel: Nichts ist unmöglich“ dokumentiert das scheinbar unmögliche Unterfangen des Bergsteigers Nirmal Purja, alle Achttausender der Welt in sieben Monaten zu bezwingen. Sein unbändiger Wille ist inspirierend und motiviert vielleicht den ein oder anderen dazu, doch noch etwas aus seinem Leben zu machen.
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