Poldi Netflix Streamen online Video on Demand
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Poldi Netflix Streamen online Video on Demand
„Poldi“ // Deutschland-Start: 4. Juni 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Wer auf Netflix Stars sehen möchte, hat zum einen natürlich die ganzen großen Filme und Serien, gedreht mit einem hohen Budget. Aber auch im dokumentarischen Bereich ist der Streamingdienst recht rührig und produziert unentwegt neue Werke, die bekannte Persönlichkeiten in den Mittelpunkt rücken. Gerade erst ist Michael Jackson: Das Urteil ins Programm aufgenommen worden, eine Serie, die noch einmal an die Missbrauchsvorwürfe erinnert. Deutlich weniger kontrovers ging es bei dem Konzertfilm Harry Styles. One Night In Manchester. und dem Fußballerporträt Ronaldinho: The One and Only zu. Mit Poldi kommt nun eine weitere Dokumentation über einen Fußballstar heraus. Genauer geht es – ein deutsches Publikum wird das bei dem Titel bereits wissen – um Lukas Podolski.

Ein Star wie kein anderer

Dieser gehört sicher zu den bekannteren Mitgliedern, welche die deutsche Nationalmannschaft in den letzten zwanzig Jahren hervorgebracht hat. Das lag zum einen sicherlich an seinem sportlichen Talent. Es lag aber auch an seiner Art und seiner Persönlichkeit. Wo andere sich in einem glamourösen Umfeld bewegten, da ist Podolski bei seinem Auftreten immer der Junge von nebenan geblieben, sympathisch und manchmal etwas unbeholfen. Beides kommt bei Poldi durch. Und auch sein Sinn für Humor, eine weitere prominente Eigenschaft des Sportlers, ist im Laufe des Films immer wieder deutlich. Schon der Einstieg, der bereits durch den Trailer vorweggenommen wurde, ist Ausdruck desselben. So macht man sich hier über die üblichen Elemente lustig, die es in einem solchen Sportlerporträt dauernd gibt, etwa die Parade an Talking Heads von Leuten, die nur das Beste über die porträtierte Person zu sagen haben.

Leider hält der Film das zu Beginn gegebene Versprechen selbst nicht. Nach dem originellen (Meta-)Einstieg wird es doch zunehmend konventioneller. Die Elemente in Poldi sind die üblichen. Man verzichtet auf inszenatorische Experimente, auch inhaltlich bewegt man sich nicht zu weit weg von den üblichen Fahrwassern. So wird die Laufbahn Podolskis überwiegend chronologisch abgearbeitet, selbst wenn je nach Thema auch etwas hin und her gesprungen wird. Außerdem verzichtete man darauf, allzu sehr die unschönen Punkte in seinem Leben zu beleuchten. Ganz verschwiegen werden sie nicht, wenn beispielsweise seine Zeit bei Bayern München angesprochen wird. Dass der Fußballer im Laufe der Zeit auch bei den weniger großen Clubs angestellt war, war schließlich nur teilweise eine bewusste Entscheidung. Aber man hält sich nicht zu lange damit auf.

Sympathisch und kurzweilig

Also eine weitere oberflächliche Dokumentation, mehr Heldenbeweihräucherung als inhaltliche Auseinandersetzung? Damit würde man dem Film auch nicht gerecht werden. So sind gerade die persönlichen Einblicke in das Leben Podolskis einen Blick wert. Das können bittere Momente sein, etwa als der gebürtige wegen seiner nicht allzu großen Eloquenz verspottet wurde. An anderen Stellen wird Poldi schön oder auch lustig, wenn etwa die Familienmitglieder vor die Kamera treten oder der Protagonist ganz begeistert von Japan spricht, einer der vielen Stationen in seinem Leben. Und dann wären noch die nachdenklichen Passagen, wenn es um die schwierige Vereinbarkeit von fußballerischer Karriere und einem Familienleben geht.

Das mag dann aufgrund der kurzen Laufzeit von anderthalb Stunden nie sehr in die Tiefe gehen, in der Hinsicht wäre sicherlich noch mehr möglich gewesen. Zumindest ist Poldi aber ein sympathischer und kurzweiliger Einblick in das Leben von Lukas Podolski. Und auch wenn die zwischenzeitliche Konventionalität bedauerlich ist und man sich gewünscht hätte, dass der Film doch etwas mutiger ist bei seinem Versuch, eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln: Der Schlusspunkt ist ein ebenso brillantes wie bescheuertes Ende, dass die Dokumentation allein dafür einen Extrapunkt verdient hat.

Credits

OT: „Poldi“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Nicolas Berse, Simone Schillinger, Kai Sehr
Musik: Tai Jason
Kamera: Frank Schlotterbeck

Bilder

Trailer

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Poldi
fazit
In „Poldi“ blickt der deutsche Fußballer Lukas Podolski auf sein Leben und die Karriere zurück. Die Dokumentation zeigt zu Beginn und zum Schluss sehr viel Eigensinn und (Meta-)Selbstbewusstsein, was zwischendrin leider doch Konventionen weicht. Insgesamt ist das Porträt aber sympathisch und kurzweilig, überzeigt gerade bei den persönlichen Einblicken.
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