Der Zweite Weltkrieg Der Weg zum Sieg in Farbe Netflix
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Der Zweite Weltkrieg: Der Weg zum Sieg (in Farbe)

Inhalt / Kritik

Der Zweite Weltkrieg Der Weg zum Sieg in Farbe Netflix
„Der Zweite Weltkrieg: Der Weg zum Sieg (in Farbe)“ // Deutschland-Start: 22. Dezember 2021 (Netflix)

Für alle, die des Englischen nicht mächtig sind, ist endlich der Moment gekommen, ähnlich wie die Alliierten am Ende des Zweiten Weltkriegs zu triumphieren. Der Zweite Weltkrieg: Der Weg zum Sieg (in Farbe) ist zwar eine im Original englischsprachige Serie, was Erzähler Trish Bertram hier aber abliefert, lässt sich im übertragenen Sinne als unanhörbar bezeichnen. So gut wie jeder Satz ist so betont, als käme er von einem Standupcomedian. Setup: „On the same day that Churchill becomes Prime Minister“, Punchline: „Germany invades France.“ Funny. Dass es wie in diesem Beispiel aus der ersten Minute, zumindest auditiv, eine Pointe gibt, ist aber eher die Ausnahme, die meisten Sätze sind so gesprochen als wären sie das Setup für einen Joke, der nie aufgelöst wird.

Da ist die deutsche Erzählstimme schon deutlich sachlicher, auch wenn ein wenig gewartet werden muss, bis sich herausfinden lässt, wem sie gehört. Die IMDb-Seite der Serie ist aktuell noch verwaist und nach dem Abspann blendet Netflix zwar die Namen für etwa die Version auf lateinamerikanischem Spanisch ein, nicht aber jene für die deutsche Sprachversion. Besonders seltsam daran ist, dass für Der Zweite Weltkrieg: Der Weg zum Sieg (in Farbe) überhaupt keine Synchronisation auf lateinamerikanischem Spanisch zur Auswahl steht – höchstens auf europäischem Spanisch, welches ebenfalls am Ende gelistet ist. Erst in der dritten Folge scheint jemandem dieser Fehler aufgefallen zu sein, hier erfahren wir schließlich, dass es sich dabei um Ilka Teichmüller handelt.

Zehn unabhängige Episoden

Mit dem Titel Der Zweite Weltkrieg: Der Weg zum Sieg (in Farbe) tritt die Serie in große Fußstapfen und folgt Wendepunkte des Zweiten Weltkriegs von 2009 (Original: World War II in Colour) sowie Wendepunkte des Zweiten Weltkriegs von 2019 (Greatest Events of WWII in Colour). Das fehlende „u“ im vorliegenden Titel weist bereits scheinbar daraufhin, dass es sich diesmal, anders als bei den Vorgängern, nicht um eine britische, sondern um eine amerikanische Produktion handelt. Das wirkt ein wenig nach falschem Marketing, wenn es nicht einfach ein Tippfehler sein sollte, da die Serie nun einmal tatsächlich aus dem Vereinigten Königreich kommt (im Abspann findet sich dann wieder die britische Schreibweise bei Colourist, Colourisation usw.). Die zehn etwa einstündigen Episoden scheinen grob der Chronologie zu folgen, sind in dieser Hinsicht bei genauerer Betrachtung aber doch etwas durcheinander, ohne erkennbaren Grund, eine narrative Rechtfertigung, die Vorgabe der Zeitleiste zu umgehen, lässt sich nicht finden. Dafür sind die einzelnen Teile weitgehend in sich geschlossen und können größtenteils unabhängig von einander nach persönlicher Präferenz angeschaut werden.

Wer es schafft, diese ganzen formalen Hindernisse beiseite lassen zu können, findet hier eine spannende und kompetente Aufarbeitung der in den jeweiligen Episoden behandelten Ereignisse. Jede Menge Professoren und sonstige Gelehrten geben als talking heads ihre Expertenmeinung zum besten und bringen Licht in die historischen Hintergründe, wie der Titel aber bereits impliziert sind die wahren Stars der Serie die restaurierten und kolorierten Archivaufnahmen. Es ist eine Sache, bloß zu wissen, dass die USA mit der New Yorker Mafia paktierte, um in Sizilien einzumarschieren, eine ganze andere, das in der fünften Folge entsprechend aufbereitet zu sehen. Sizilien stellte einen wichtigen Angriffspunkt für die Alliierten dar, von dem aus die Invasion Italiens am vielversprechendsten war, welches dank der Unterstützung von Nazi-Deutschland erstarkte, im Gegenzug das Dritte Reich aber um einiges mächtiger machte.

Credits

OT: „WWII in Color: Road to Victory“
Land: UK
Jahr: 2021
Regie: Kim Lask, Lou Westlake, Sam Berrigan Taplin, Katie Boxer, Stan Griffin
Kamera: Paul Kirsop, Peter Fackler, Christopher Dürkop, Bron Moyi, Denis Sinyakov, Pascal Kardous, Michael Notar, Sebastian Rodriguez, Joe Bondulich
Mitwirkende: Trish Bertram, Ilka Teichmüller

Trailer

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„Der Zweite Weltkrieg: Der Weg zum Sieg (in Farbe)“ weist in formaler Hinsicht einige fragwürdige Entscheidungen auf, liefert dafür aber inhaltlich kompetent ab. Neulingen bietet sie einen guten Einstieg in die Thematik, Veteranen werden hier eine solide Ergänzung finden.
Leserwertung21 Bewertungen
4.9