The Makanai Cooking for the Maiko House Netflix
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The Makanai: Cooking for the Maiko House – Staffel 1

The Makanai Cooking for the Maiko House Netflix
„The Makanai: Cooking for the Maiko House – Staffel 1“ // Deutschland-Start: 12. Januar 2023 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Seit ihrer Kindheit sind die beiden Freundinnen Kiyo (Nana Mori) und Sumire (Natsuki Deguchi) unzertrennlich. Nach der Mittelschule wollen beide eine Ausbildung in einem Sakuhaus anstreben, an deren Ende sie zunächst Maikos und danach Geikos (Geisha) werden können. Während Kiyos Eltern den Wunsch ihrer Tochter unterstützen, sehen Sumires Vater und Mutter die Zukunft ihrer Tochter eher kritisch und würden es lieber sehen, sie würde die Oberschule besuchen. Dennoch reisen sie nach Kyoto, wo sie von den Leiterinnen des Hauses, „Mutter“ Chiyo (Keiko Matsuzaka) und „Mutter“ Azusa (Takako Tokiwa), herzlich empfangen werden. Ihre Tage bestehen aus einer festen Routine, die aus verschiedenen Klassen besteht, vom traditionellen Tanz bis hin zu Ikebana, wobei sich bereits nach wenigen Tagen abzeichnet, dass Kiyo keinerlei Talent für das Leben einer Maiko oder gar einer Geiko hat. Sumire, deren Ambition die beiden „Mütter“ begeistert und deren Aufstieg sicher ist, reagiert betrübt und fürchtet, sie würde bald von ihrer Freundin getrennt, die ihr doch geschworen hatte, sie würde immer bei ihr bleiben.

Auf die Idee eines ihrer Kunden hin beobachten die beiden „Mütter“ Kiyo dennoch weiter und erkennen bald ihr Talent als „Makanai“, die für die Küche sowie den Haushalt zuständig ist, sodass sich die anderen Mädchen auf ihre Ausbildung und ihre anderen Verpflichtungen konzentrieren können. In ihrer neuen Rolle Blüht Kiyo auf und findet in den verschiedenen Gerichten, die sie nach den Rezepten ihrer Großmutter kocht, ihre Bestimmung im Leben.

Neue Familien

Seit dem Oscar für Shoplifters – Familienbande gehört Hirokazu Koreeda zu den bekanntesten und gefragtesten Filmemachern Japans. Auch wenn er mittlerweile Projekte außerhalb seiner Heimat angeboten bekommt, bleibt er jenen Themen treu, die ihn bereits seine ganze Karriere lang begleiten, wobei die für Netflix produzierte Serie The Makanai: Cooking for the Maiko House keine Ausnahme bildet. Die Verfilmung des populären Mangas Kiyo in Kyoto: From the Maiko House von Aiko Koyama handelt von dem Konzept der Familie und wie dieses auf den Konflikt zwischen Moderne und Tradition, Selbst- und Fremdbestimmung reagiert.

In Interviews über The Makanai schildert Koreeda, dass er mit der Serie jungen Filmemachern eine Chance geben wollte, welche bei einzelnen Folgen die Regie übernehmen. Dennoch wirken die neun Episoden wie aus einem Guss, erzählen vom dem Lebensweg der beiden Protagonistinnen und wie sie in dem Mikrokosmos des Sakuhauses eine neue Rolle für sich definieren. Der Plot ist dabei bisweilen minimal und beschränkt sich auf kleine Veränderungen oder Begegnungen, beispielsweise mit einer alten Flamme oder einem unerwarteten Heiratsantrag. Das  zu erwartende Melodrama wird heruntergespielt durch die ruhige Erzählweise sowie die Bilder der Serie, die immer wieder zurückkehren zu dieser „neuen Familie“ am Tisch des Hauses, welche zusammengeführt werden durch Kiyos Kochkünste. Insgesamt scheint sich die Inszenierung viel mehr auf die Zubereitung dieser Gerichte zu konzentrieren, sodass man als Zuschauer fast schon mitschreiben oder gar nachkochen kann. Die Familie und die festen Rituale, wie sie beim Kochen üblich sind, bilden das narrative wie ästhetische Fundament der Serie, zudem die einzelnen Folgen stets zurückfinden.

Tradition und Bestimmung

Im Verlauf der Serie kommt es von allen Seiten zu wiederholten Lobeshymnen auf die Kochkunst Kiyos, die bisweilen als „nostalgisch“ bezeichnet wird. The Makanai stellt in vielerlei Hinsicht das filmische Pendant zum US-amerikanischen Konzept des „comfort food“ dar und verweist auf traditionelle Werte, welche in der Moderne vergessen werden oder derer man sich nun besinnt. Dabei sollte man nicht meinen, dass die einzelnen Episoden Manifeste für das Vergangene darstellen, sondern vielmehr anhand der beiden Hauptfiguren den Konflikt zwischen Tradition (oder Bestimmung) und Individualität abbilden. Wie schon bei seinen Spielfilmen geht Koreeda einen  Weg, der an die Familiendramen des großen Yasujiro Ozu erinnert, erzählerisch und ästhetisch, und der auf ruhige, aber bestimmte Weise seine Themen verhandelt.

Darüber hinaus ist The Makanai eine große Ensembleleistung. Nana Mori und Natsuki Deguchi als Protagonistinnen spielen sehr berührend zwei junge Frauen, die dabei sind, ihren Weg in der Welt zu finden und dabei Verluste wie auch Glückserlebnisse erfahren. Vor allem die Chemie der Darsteller untereinander unterstreicht den „comfort food“-Charakter, der auf der einen Seite etwas altmodisch ist, aber andererseits sehr willkommen ist.

Credits

OT: „Maiko-san Chino makanai-san“
Land: Japan
Jahr: 2023
Regie: Hiroshi Okuyama, Takuma Sato, Megumi Tsuno, Hirokazu Koreeda
Drehbuch: Hirokazu Koreeda
Vorlage: Aiko Koyama
Besetzung: Nana Mori, Natsuki Deguchi, Kayoko Shirashi, Kairi Jyo, Kaiko Matsuzaka, Takako Tokiwa

Bilder

Trailer

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The Makanai: Cooking for the Maiko House – Staffel 1
fazit
„The Makanai: Cooking for the Maiko House“ ist eine japanische Serie über Familie, Tradition und Selbstbestimmung. Die von Hirokazu Koreeda produzierte erste Staffel ist nicht nur wegen der Köstlichkeiten und Gerichte ein Genuss, sondern auch wegen der sympathischen Darsteller sowie der ruhigen Erzählweise, mittels der zeitlose Themen verhandelt werden.
Leserwertung3 Bewertungen
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8
von 10