Meine brillante Karriere 2026 My Brilliant Career Netflix Streamen online Video on Demand
© Ian Routledge/Netflix

Meine brillante Karriere (2026)

Meine brillante Karriere 2026 My Brilliant Career Netflix Streamen online Video on Demand
„Meine brillante Karriere“ // Deutschland-Start: 13. August 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Australien im späten 19. Jahrhundert: Sybylla (Philippa Northeast) lebt mit ihrer Familie in einer ländlichen Gegend. Das Geld ist knapp, die Perspektiven sind erbärmlich. Umso wichtiger ist, dass die Töchter einen guten Mann bekommen, um so für finanzielle Entlastung zu sorgen. Als Sybylla zu ihrer Großmutter Mrs Bossier (Anna Chancellor) geschickt wird, dann mit dem Ziel, sie für eine solche Ehe vorzubereiten. Davon will die willensstarke Frau aber nichts wissen, ihr Ziel ist es, sich als Schriftstellerin einen Namen zu machen! Männer? Die braucht sie nicht. Doch dann macht sie die Bekanntschaft von Frank Howden (Jake Dunn) und Harry Beecham (Christopher Chung) und kommt diesen mit der Zeit näher …

Das Kreuz mit der Liebe

Auf Netflix gab es in der letzten Zeit eine Reihe von Filmen und Serien, bei denen es um Liebe und zwischenmenschliche Beziehungen ging. In dem deutschen Film Mein bester Freund, seine Freundin und ich wird eine langjährige Männerfreundschaft durch eine Frau bedroht. Aus Südkorea kommt Our Sticky Love über eine Frau ohne Erinnerungen und einen Mann, der behauptet, ihr Freund zu sein. Liebe in Zeitlupe ist ein seltener Beitrag aus Kuwait und erzählt von einer Frau, die verhindern will, dass ihr bester Freund heiratet – weil sie ihn selbst will. Wer diese ganzen Liebesprobleme bereits abgearbeitet hat, bekommt Nachschub: Mit steht Meine brillante Karriere der nächste Titel an, der sich mit diesem Thema befasst. Dieses Mal reisen wir dafür nach Australien und zugleich weit mehr als hundert Jahre in die Vergangenheit.

Manche könnten die Geschichte dabei bereits kennen, zumindest in groben Zügen. So basiert die Serie auf dem 1901 veröffentlichten Roman My Brilliant Career der australischen Schriftstellerin Miles Franklin. Dieser wurde auch schon einmal verfilmt: 1979, damals spielten Judy Davis und Sam Neill die Hauptrolle. Meine brillante Karriere ist länger als die erste Adaption, kann in den sechs Folgen daher auch mehr erzählen als der Vorgänger. Und das wird genutzt, um den Blick etwas schweifen zu lassen. Zwar ist Sybylla die Protagonistin, ihre Geschichte stets im Mittelpunkt. Man nimmt sich aber auch die Zeit, um andere Figuren und deren Schicksale vorzustellen. Das können Familienmitglieder sein oder Bekannte derselben, auch die Bediensteten werden zum Teil thematisiert.

Viel zu erzählen

Serienschöpferin Liz Doran nutzt diesen erweiterten Umfang, um einen modernen Blick auf die damalige Zeit zu werfen und dabei die gesellschaftliche Komponente zu verstärken. Beispielsweise wurde aus Harry ein Mann mit chinesischer Abstammung, was unweigerlich das Thema Rassismus integriert. Dieses spielt aber auch bei den indigenen Figuren eine Rolle. Andere Themen sind Klassenunterschiede und Homosexualität, also alles Punkte, die das Leben komplizierter machen. Das klingt ein wenig überladen. Es gelingt Meine brillante Karriere aber doch relativ gut, das miteinander zu verbinden. Schwierig ist allenfalls, dass gar nicht die Zeit bleibt, das dann auch alles zu vertiefen. Man begnügt sich damit, diese Punkte anzuschneiden, als eine Art Gesellschaftsporträt.

Was die Serie sehenswert macht, ist zudem die Besetzung. Gerade Hauptdarstellerin Philippa Northeast (Territory) wirbelt mit so viel Energie durch die Gegend, dass es eine Freude ist, der Protagonistin bei ihren alltäglichen Kämpfen zuzusehen. Wobei die Serie auch in den ruhigeren Momenten schauspielerisch überzeugt. Ob es unbedingt die bekannten Lieder gebraucht hätte, die hier auf alt gemacht werden, darüber lässt sich streiten. Meine brillante Karriere will dann doch etwas forciert als modern angesehen werden. Insgesamt ist die australische Produktion aber ganz gut geworden. Im Gegensatz zu Virginia Woolf’s Night & Day, einer weiteren Romanadaption in einem historischen Setting, die von den Freiheitskämpfen einer Frau erzählt, wird hier auch nicht die Liebe erzwungen. Man lässt sich die Zeit, das sich organisch entwickeln zu lassen – oder eben nicht.

Credits

OT: „My Brilliant Career“
Land: Australien
Jahr: 2026
Regie: Alyssa McClelland, Anna Renton
Drehbuch: Liz Doran, Sarinah Masukor, Rachael Turk
Idee: Liz Doran
Vorlage: Miles Franklin
Musik: François Tétaz
Kamera: Kieran Fowler, Marden Dean
Besetzung: Philippa Northeast, Christopher Chung, Anna Chancellor, Genevieve O’Reilly, Kate Mulvany, Jake Dunn, Alexander England, Sherry-Lee Watson, Miah Madden

Bilder

Trailer

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Meine brillante Karriere (2026)
fazit
In „Meine brillante Karriere“ soll eine junge Frau verheiratet werden, will aber eigentlich Schriftstellerin werden. Die Romanadaption gefällt durch die Besetzung und die eine oder andere inhaltliche Erweiterung, auch wenn die Zeit nicht ausreicht, um das alles wirklich zu vertiefen.
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