Working: What We Do All Day Arbeit Was wir den ganzen Tag machen Netflix online Streamen Barrack Obama
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Arbeit: Was wir den ganzen Tag machen

Working: What We Do All Day Arbeit Was wir den ganzen Tag machen Netflix online Streamen Barrack Obama
„Arbeit: Was wir den ganzen Tag machen“ // Deutschland-Start: 17. Mai 2023 (Netflix)

Inhalt/Kritik

Während der Titel der ebenfalls von Barack Obama erzählten Netflix-Dokumentation Unsere wunderbaren Nationalparks entgegen der allgemeinen Erwartungshaltung tatsächlich die gesamte Menschheit referenzierte, sieht das bei der neuesten Kollaboration des Streamingdienstes mit dem ehemaligen Präsidenten anders aus. Das Pronomen in der Miniserie Arbeit: Was wir den ganzen Tag machen bezieht sich diesmal tatsächlich nur auf US-Amerikaner. In vier Folgen mit einer Laufzeit von jeweils zwischen 45 und 50 Minuten besucht Obama verschiedene Menschen, um mehr über deren Beruf zu lernen: Servicejobs blickt bei Altenpflegern oder Essenslieferanten hinter die Kulissen, Die Mitte besucht den Mittelstand, Traumjobs und Führungskräfte schauen sich dann die etwas besser bezahlten Bereiche an. Auch wenn es hier gestellte Szene gibt (etwa ein „zwangloses Gespräch“ mit einer der Arbeitenden und Obama beim nonchalanten Einkauf in einem Supermarkt, der eindeutig zu diesem Zweck abgeriegelt wurde), wirkt der Host schon deutlich natürlicher als noch in Unsere wunderbaren Nationalparks.

Mehr Mensch als Arbeit

Der Anfang der dritten Episode, Traumjobs, fühlt sich beinahe wie nicht gekennzeichnete Werbung für selbstfahrende Autos an. Die Dinger wurden zuvor schon in der Miniserie erwähnt, standen aber noch nicht so im Mittelpunkt wie hier. Obama setzt sich auf den Beifahrersitz und lässt sich herumkutschieren. Auf eine seiner Nachfragen zur Technologie dahinter lässt uns eine Technikerin vom Rücksitz aus wissen: „It’s been trained on millions and millions of miles of human drivers, and billions in simulation, that’s why it feels so smooth.“ Das mit den Milliarden Meilen in der Simulation mag ja noch zutreffen, aber mehrere Millionen tatsächlich gefahrene Meilen hört sich absolut unglaubwürdig an. Allein eine Millionen Meilen (etwa 1,6 Millionen Kilometer) würden bereits knappe zwei Jahr konstanter Dauerfahrt bei einer Geschwindigkeit von 60 Meilen pro Stunde erfordern. Wer zweimal von der Erde aus zum Mond und zurückflöge, hätte immer noch keine Millionen Meilen zurückgelegt. Wann soll dieses Projekt denn gestartet sein und wie viele menschliche Fahrer standen denn zur Verfügung, damit insgesamt mehrere Millionen Meilen absolviert werden konnten?

Generell scheint es in Arbeit: Was wir den ganzen Tag machen gar nicht so sehr um den Aspekt der eigentlichen Berufe zu gehen. Statt umfangreiche Einblicke in die einzelnen Tätigkeiten zu geben, verbringt die Serie viel Zeit mit den jeweiligen Arbeitern. Das kann ja durchaus ebenfalls interessant sein, aber wer ein Steak bestellt, will keinen Hamburger serviert bekommen, auch wenn er diesem gegenüber normalerweise nicht abgeneigt wäre. Auf der einen Seite ist es natürlich verständlich, dass die Doku auch die Menschen hinter den gesichtslosen Berufen kennen lernen möchte, auf der anderen Seite vermittelt sie aber eben den Eindruck, als ginge es hier um die Berufe an sich.

Streckenweise interessant

Wenn sich Arbeit: Was wir den ganzen Tag machen aber tatsächlich einmal auf das eigentliche Thema fokussiert, ist die Dokuserie fraglos interessant. Das für Obama geschriebene Skript liefert Hintergrundinformationen zum geschichtlichen Kontext mancher Jobs, vergleicht das früher und heute, zeigt die Änderungen auf und was jeweils dazu geführt hat. Gerade die Berufe in der ersten Folge, die Servicejobs, die von der Mehrheit als selbstverständlich wahrgenommen werden, ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden, haben es sicherlich verdient, beachtet und vor allem wertgeschätzt zu werden.

Credits

OT: „Working: What We Do All Day“
Land: USA
Jahr: 2023
Regie: Caroline Suh
Vorlage: Studs Terkel
Musik: Mark Orton, John Hancock, Jeff Baxter, Eric Phillips
Kamera: Luke McCoubrey
Mitwirkende: Barack Obama

Bilder

Trailer

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Arbeit: Was wir den ganzen Tag machen
Fazit
"Arbeit: Was wir den ganzen Tag machen" ist tonal etwas unausgeglichen und fokussiert sich nicht so sehr auf die eigentlichen Berufe, wie anzunehmen wäre. Die persönlichen Momente mit den Arbeitern sind dann auch nicht immer sonderlich spannend. Trotzdem kann die Miniserie mit interessanten Szenen und Fakten aufwarten, auch wenn die Obsession mit selbstfahrenden Autos wie Produktplatzierung wirkt.
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