Bonjour Agneta Je m’appelle Agneta Netflix Streamen online Video on Demand
© Netflix/ Ulrika Malm

Bonjour Agneta

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„Bonjour Agneta“ // Deutschland-Start: 7. Mai 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Schon seit Längerem tritt Agneta (Eva Melander) in ihrem Leben auf der Stelle. Die Ehe mit Magnus (Björn Kjellman) ist einer reinen Routine gewichen. Die Kinder sind aus dem Haus und melden sich nur, wenn sie etwas brauchen. Und auch beruflich hat die 49-Jährige keine wirkliche Perspektive mehr. Als sie eine Anzeige für eine Stelle als Au-pair in der Provence sieht, ist das für sie ein Zeichen des Schicksals. Zwar spricht sie kein Wort Französisch. Doch sie hat schon immer davon geträumt, einmal nach Frankreich zu gehen. Und so packt sie ihre Koffer, auch wenn sie in ihrem Umfeld nur Unverständnis und Spott erntet. Dort angekommen, muss sie aber feststellen, dass es da ein kleines Missverständnis gibt: Statt des erwarteten Kindes wartet dort der demenzkranke Senior Einar (Claes Månsson), um den sie sich kümmern soll …

Nicht wirklich witzige Roman-Adaption

Zuletzt hat Netflix gleich mehrere Titel veröffentlicht, die auf die eine oder andere Weise versuchen, das Publikum zu erheitern. Da ist beispielsweise die französische Serie Recalé, bei der ein Kleinkrimineller von der Polizei genötigt wird, undercover in einer Schule jemanden ausfindig zu machen. Um kriminelle Machenschaften ging es auch in Big Mistakes, wo zwei Geschwister durch einen unbedachten Diebstahl in einen immer tiefer werdenden Schlamassel geraten. Die Lust an der Eskalation wird auch in Roommates zelebriert, wenn zwei Mitbewohnerinnen zu Feindinnen werden. Aus Schweden kommt mit Bonjour Agneta eine weitere Komödie, die jedoch in eine gegenteilige Richtung geht.

Das dauert jedoch eine Weile. Zunächst scheint die Adaption des gleichnamigen Romans von Emma Hamberg darauf aus zu sein, die Protagonistin in möglichst peinliche Situationen zu zwingen. Wenn sie in der neuen Wahlheimat auftaucht, ist sie eigentlich völlig fehl am Platz. Das betrifft nicht nur die Sache mit dem Schützling, auf den sie nicht vorbereitet ist. Auch mit dem Land kommt sie nicht ganz so gut klar wie gedacht, da ihr Wissen über Frankreich letztendlich doch nur Klischees sind. Bonjour Agneta scheint da eine recht typische Komödie zu sein, die irgendwo zwischen Culture Clash und Fish out of Water angesiedelt ist. Das ist dann alles nicht sonderlich ambitioniert. Es ist auch nicht unbedingt immer wirklich witzig, wenn sie beispielsweise mehr über die Vorgeschichte erfährt. Nur weil etwas übertrieben ist, macht es nicht automatisch Spaß.

Trotzdem schön

Besser sieht es aus, wenn der Film sich davon wegbewegt und einen stärkeren Fokus auf die beiden Figuren legt. Das betrifft zum einen das Verhältnis zwischen ihnen, wenn sie sich mit der Zeit näherkommen, sich einander öffnen und in dem jeweils anderen jemanden finden, dem sie sich anvertrauen können, ohne dass dies deswegen gleich in eine romantische Richtung gehen muss. Bonjour Agneta ist aber vor allem die Geschichte einer späten Selbstentdeckung, wenn die Titelfigur einen Weg findet, wieder jemand zu sein. Mehr zu sein als eine Funktion, die sie jahrelang erfüllen musste, sei es bei der Arbeit, als Frau oder Mutter, und die ihr keinen Platz für eine individuelle Entfaltung ließ.

Klar, Filme über eine solche Neuorientierung hat es in den letzten Jahren nicht zu knapp gegeben. Meistens handelt es sich dabei um Frauen im fortgeschrittenen Altern. Agneta ist etwas jünger als ihre Schicksalsgenossinnen, ihr Wandel wird auch nicht ganz so sehr erzwungen, wie es bei anderen der Fall ist. Die Idee ist aber dieselbe. Und sie funktioniert auch hier. Die Geschichte von Bonjour Agneta soll nicht allein der Unterhaltung dienen, sondern auch eine Art Inspiration für die Menschen da draußen vor den Bildschirmen sein. Das Motto: Es ist nie zu spät, noch einmal etwas auszuprobieren und sich selbst zu suchen. Das mag dann nicht so wahnsinnig tiefgründig sein. Es reicht aber für eine sympathische Komödie, nach der man sich ein wenig besser fühlt.

Credits

OT: „Je m’appelle Agneta“
Land: Schweden
Jahr: 2026
Regie: Johanna Runevad
Drehbuch: Johanna Runevad, Isabel Nylund
Vorlage: Emma Hamberg
Musik: Karl Frid, Pär Frid
Kamera: Ragna Jorming
Besetzung: Eva Melander, Claes Månsson, Jérémie Covillault, Björn Kjellman, Richard Forsgren

Bilder

Trailer

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fazit
„Bonjour Agneta“ erzählt von einer Frau in den mittleren Jahren, die sich als Au-pair in der Fremde noch einmal neu findet. Der Humor überzeugt zwar nicht so wirklich, sonderlich originell ist der Film auch nicht. Aber irgendwie tut diese Romanadaption doch ganz gut und inspiriert dazu, sich wieder und wieder neu zu suchen.
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