Sahmaran Netflix
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Sahmaran – Staffel 1

Sahmaran Netflix
„Sahmaran“ // Deutschland-Start: 20. Januar 2023 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Als Sahsu (Serenay Sarikaya) zu ihrem Großvater Davut (Mustafa Ugurlu) nach Adana fährt, dann um endlich zu erfahren, warum er seinerzeit ihre inzwischen Mutter zurückgelassen hat. Viele Jahre sind seither vergangen, Kontakt gab es kaum noch. Doch die Geschichte hat Sahsu nie losgelassen. Am Zielort angekommen, muss sich die Dozentin an einer Universität jedoch auch mit ganz anderen, sehr seltsamen Geschichten auseinandersetzen. So ist ihr Nachbar Maran (Burak Deniz) davon überzeugt, dass die Legende um die Schlangenkönigin Şahmaran wahr ist. Während Sahsu versucht, das Rätsel zu lösen und sich dabei sehr zu Maran hingezogen fühlt, geht am Ort die Nachricht um, dass die Auserwählte da ist und sich eine Prophezeiung erfüllen wird …

Genremix aus der Türkei

In den letzten Monaten hat Netflix eine ganze Reihe türkischer Produktionen nach Deutschland geholt. Dabei ist es nicht allein die Anzahl solcher Titel, die beeindruckt, sondern auch die thematische Vielfalt. So gab es im Serienbereich die Mystery-Endzeit-Vision Hot Skull, die Midlife-Crisis-Comedy Manno-Pause oder auch Ein anderes Selbst, eine Dramaserie um Selbstfindung und familiäre Vorbestimmung, die über den Tod hinaus geht. Auch wenn man sich über die Qualität dieser Werke streiten kann, mangelnde Abwechslung kann man hier kaum beklagen. Wer diese Serien alle schon durch hat und Lust auf weitere Geschichten aus der Türkei hat, für den gibt es jetzt Sahmaran. Erneut ist das Szenario recht ungewöhnlich, während einige Genres miteinander vermischt werden.

Genauer handelt es sich hierbei um einen Mix aus Drama, Romanze und Fantasy. Letzteres geht an manchen Stellen sogar in Richtung Horror. Zumindest ein Publikum, das sich vor Schlangen fürchtet, hat jede Menge Gelegenheit dazu. Nicht nur, dass die titelgebende Sahmaran die Königin der Schlangen gewesen sein soll. Es tauchen auch ständig irgendwelche Exemplare auf, gern mit eher unangenehmen Folgen für die Personen, die ihnen begegnen. Wobei die Serie dabei nicht zu explizit wird. Das würde zum einen das Budget vermutlich nicht hergeben, da schon die kleineren CGI-Schlangen nicht gerade hochpreisig aussehen. Außerdem liegt der Fokus dann doch woanders. Gesetzt den Fall, dass man hier überhaupt von einem Fokus sprechen kann.

Nackte  Haut und geringes Tempo

Tatsächlich kann – oder will – die Serie sich nicht entscheiden, worum es überhaupt gehen soll. So steht zwischenzeitlich die Beziehung zwischen Sahsu und Maran im Mittelpunkt. Offensichtlich setzte man an diesen Stellen auf eine Zielgruppe, die Hochglanz-Romanzen sehen möchte, die dann gern auch schon mal ein bisschen schwülstiger sein dürfen. Dazu gibt es da immer mal wieder nackte Haut. Bei Sahmaran weiß man sehr genau um die Attraktivität der beiden Hauptfiguren und ist gewillt, diese auch regelmäßig zu demonstrieren. Mit der Geschichte hat das dann weniger zu tun. Es bringt auch die Handlung nicht wirklich voran, sondern ist lediglich als Eye Candy gedacht. Das Publikum soll einiges zu sehen bekommen, während es darauf wartet zu erfahren, was es mit dieser Prophezeiung auf sich haben soll und wie es denn nun überhaupt weitergeht.

Dafür braucht es aber einiges an Geduld. Das Tempo ist von vornherein nicht sonderlich hoch, zwischendurch geht es kaum noch voran. Ob man nichts zu erzählen hatte oder man unbedingt eine zweite Staffel ermöglichen wollte, darüber lässt sich streiten. So oder so ist das hier inhaltlich nicht übermäßig befriedigend. Dabei ist der Verweis auf die alte Legende durchaus reizvoll. Und zumindest zum Schluss wird angekündigt, dass es irgendwann in ferner Zukunft auch einmal richtig zur Sache gehen kann. In der Zwischenzeit heißt es aber, sich bei Sahmaran darüber zu wundern, was genau man hier eigentlich vorhatte. Wie so manch andere türkische Produktion gilt deshalb auch hier: Die Idee ist besser als das Ergebnis. Gesehen haben muss man die Serie nicht unbedingt.

Credits

OT: „Şahmaran“
Land: Türkei
Jahr: 2023
Regie: Umur Turagay, Bertan Basaran
Drehbuch: Pinar Bulut
Musik: Hakan Ozer
Kamera: Yon Thomas
Besetzung: Serenay Sarikaya, Burak Deniz, Mustafa Ugurlu, Mahir Günsiray, Ebru Özkan, Mert Ramazan Demir, Hakan Karahan, Elif Nur Kerkük, Mehmet Bilge Aslan, Berfu Halisdemir

Bilder

Trailer

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Sahmaran – Staffel 1
fazit
Wenn in „Sahmaran“ die Protagonistin mehr über die Familiengeschichte wissen will und dabei etwas über eine Schlangenlegende erfährt, werden Drama, Fantasy und Romanze miteinander vermischt. Die Legende ist spannend, die Serie selbst ist es weniger. Das liegt zum einen an dem Mischmasch der Genres, aber auch dem sehr gemächlichen Erzähltempo, wenn das attraktive Duo stärker beleuchtet wird als die Geschichte.
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von 10