Rebel Moon Teil 1 Kind des Feuers Rebel Moon – Part One: A Child of Fire Netflix Streamen online
© Netflix/ Justin Lubin/Clay Enos

Rebel Moon – Teil 1: Kind des Feuers

Rebel Moon Teil 1 Kind des Feuers Rebel Moon – Part One: A Child of Fire Netflix Streamen online
„Rebel Moon – Teil 1: Kind des Feuers“ // Deutschland-Start: 22. Dezember 2023 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Das Leben der landwirtschaftlichen Gemeinde auf dem Planeten Veidt ist einfach, aber erfüllt. Unter der Führung von Sindri (Corey Stoll) arbeiten die Männer und Frauen unentwegt daran, die kargen Böden zu beackern. Doch dies ändert sich, als eines Tages Atticus Noble (Ed Skrein) mit der Armee vorbeikommt. Die rechte Hand des Diktators Balisarius (Fra Fee), der mit eiserner Hand über die Motherworld herrscht, ist auf der Suche nach Rebellen, die es wagen den Kampf mit dem Imperium aufzunehmen. Das Dorf soll die Armee mit genügend Nahrung versorgen. Als Sindri versucht, diese Anfrage abzuwehren, kommt es zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung. Nun liegt es an Kora (Sofia Boutella), die vor einiger Zeit nach Veidt gekommen ist, und Gunnar (Michiel Huisman), das Unglück noch aufzuhalten. Dabei finden sie Unterstützung bei dem Piloten Kai (Charlie Hunnam) und einigen anderen, die nicht gut auf das Imperium zu sprechen sind …

Ein Science-Fiction-Abenteuer mit Anlaufschwierigkeiten

Fans von Star Wars müssen derzeit ziemlich darben, zumindest wenn es um große Leinwandabenteuer geht. Seit dem desaströsen Der Aufstieg Skywalkers vor vier Jahren gab es keinen Kinofilm mehr. Im Anschluss waren zwar diverse weitere Titel geplant. Doch die wurden entweder gestrichen, stecken in der Entwicklungshölle oder sind schlichtweg vom Erdboden verschwunden. Da trifft es sich doch eigentlich ganz gut, dass mit Rebel Moon – Teil 1: Kind des Feuers ein Film herauskommt, der sich klar an der berühmten Saga orientiert. Tatsächlich versuchte Zack Snyder seinerzeit, seine Geschichte als offiziellen Teil der Sternenkrieger zu verkaufen, holte sich bei Disney aber eine Abfuhr. Auch Warner hatte kein Interesse, obwohl das Studio durch die DC Comics Filme viel mit Snyder zusammenarbeitete. Erst viele Jahre später kommt das Ganze jetzt zum besagten Streamingdienst.

Diese holprige Vorgeschichte macht natürlich wenig Mut darauf, dass das Ergebnis toll wird. Hinzu kommt, dass Snyders Engagement bei den Superheldenfilmen unrühmlich endete. Eines muss man Letzteren aber lassen: Auch wenn da nur selten etwas Gutes dabei war, sie waren doch deutlich besser als das Science-Fiction-Monster, welches hier auf das Publikum losgelassen wird. Die erste Irritation ist, wie sehr man bei der Ausgangssituation Eine neue Hoffnung kopiert. Ein fieses Imperium, das über die Galaxis herrscht und faschistoide Züge hat? Ein abgelegener unwichtiger Planet voller Farmer, auf denen das Abenteuer beginnt? Eine Szene in einer Bar voller seltsamer Kreaturen? Ein sprechender Roboter? Ein Pilot, der gerne mal am Rande der Illegalität arbeitet? Das ist alles schon sehr dreist.

Schlecht geklaut

Später löst sich Snyder etwas von diesem Vorbild und gräbt ein anderes aus. So besteht der komplette Mittelteil darin, wie Kora, Gunnar und Kai durchs Weltall fliegen, um Mitstreiter und Mitstreiterinnen zu suchen. Am Ende kommt man – ganz zufällig natürlich – auf ein siebenköpfiges Team, so wie es Die sieben Samurai und Die glorreichen Sieben vorgemacht haben. Ob es nun besser ist, von zwei Filmen dreist zu klauen anstatt nur von einem, darüber lässt sich streiten. So oder so wartet man bei Rebel Moon – Teil 1: Kind des Feuers lange darauf, auch mal einen eigenen Einfall zu sehen. Stattdessen gibt es zweieinhalb Stunden lang Zitate. Selbst als anonymes Fanfiction im Internet wäre das hier eine Frechheit gewesen. Bei einem sündhaft teuren Film ist das inakzeptabel.

Nun gibt es den bekannten Spruch: besser gut geklaut als schlecht erfunden. Der mag durchaus stimmen, nicht jeder Film muss zwangsläufig etwas völlig Neues bieten. Nur ist das hier eben nicht gut geklaut. Vielmehr weiß man nicht, was schlimmer ist: das völlige Fehlen einer eigenen Vision oder die furchtbare Umsetzung. Mies ist beispielsweise, dass die diversen Leute, die sich um das anfängliche Duo scharen, überhaupt keine Chance haben, zu einem Charakter zu werden. Es gibt jeweils eine Einführungsszene, danach haben sie nicht mehr viel zu tun. Ärgerlich ist beispielsweise, wie Tarak (Staz Nair) in Rebel Moon – Teil 1: Kind des Feuers eingeführt wird als jemand, der großes Einfühlungsvermögen gegenüber Tieren hat. Direkt im Anschluss applaudiert er hingegen der Schwertmeisterin Nemesis (Doona Bae), als diese eine Spinnenfrau tötet, die ihre Kinder vor den Menschen zu schützen versucht. Wenn man die Figuren schon so dünn zeichnet, dann bitte wenigstens konsequent.

Eine Bruchlandung in Zeitlupe

Und dann wäre da noch die Action. Dass Synder eine unerklärliche Obsession hat für Slow-Motion-Szenen ist bekannt, das hat er in anderen Filmen schon zum Erbrechen demonstriert. Hier wird es so übel, dass man sich zwischendurch fragt, ob er vielleicht seine eigenen Werke parodieren möchte. Das ist so dermaßen plump auf cool gemacht, dabei aber so repetitiv und frei von jeglicher Dynamik, dass das bloße Anschauen zur Qual wird. Ein bisschen besser wird Rebel Moon – Teil 1: Kind des Feuers, wenn der Film sich weder an Inhalt noch Action versucht, sondern einfach nur Landschaften zeigt. Die sind zwar ebenfalls nicht übermäßig kreativ und zudem zu offensichtlich am Computer entstanden, aber irgendwie nett. Das allein rechtfertig jedoch kaum, sich den ganzen Rest antun zu müssen. Wenn das Ganze wenigstens irgendwie lustig wäre wie die unfreiwillig komischen Szenen mit Ed Skrein, der hier völlig dem Overacting nachgibt. Aber nicht einmal das. Der Ausflug in neue Welten endet in einer Bruchlandung, bei der viel Geld, Talent und Zeit verschwendet wurde.

Credits

OT: „Rebel Moon – Part One: A Child of Fire“
Land: USA
Jahr: 2023
Regie: Zack Snyder
Drehbuch: Zack Snyder, Kurt Johnstad, Shay Hatten
Musik: Tom Holkenborg
Kamera: Zack Snyder
Besetzung: Sofia Boutella, Charlie Hunnam, Michiel Huisman, Djimon Hounsou, Doona Bae, Ray Fisher, Cleopatra Coleman, Staz Nair, Ed Skrein

Bilder

Trailer

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Rebel Moon – Teil 1: Kind des Feuers
fazit
Lange hat Zack Snyder versucht, seine Geschichte zu verkaufen. Am Ende war er erfolgreich. Leider. So ist „Rebel Moon – Teil 1: Kind des Feuers“ eine dreiste Kopie von „Star Wars“ und „Die sieben Samurai“, die sowohl inhaltlich wie inszenatorisch völlig missglückt ist. Das Einzige, was einem von dieser desaströsen Fanfiction bleibt, sind ein paar Hintergründe und die exzessiven Slow-Motion-Kämpfe, die wie eine Parodie wirken.
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