Die Verbrechen unserer Mutter Sins of Our Mother Netflix
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Die Verbrechen unserer Mutter

Die Verbrechen unserer Mutter Sins of Our Mother Netflix
„Die Verbrechen unserer Mutter“ // Deutschland-Start: 14. September 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Fans von True Crime Dokus bekommen bei Netflix bekanntlich regelmäßig Nachschub. Ständig findet der Streamingdienst neue Fälle aus der Welt des Verbrechens, von rätselhaft bis schockierend. Zuletzt nahm man sich beispielsweise des unglaublichen Finanzbetrugs bei Skandal! Der Sturz von Wirecard an oder erzählte in Auf Teufel komm raus: Die wilde Welt des John McAfee, wie der Erfinder des der bekannten Anti-Viren-Software bizarren Verschwörungstheorien folgte und auf der Flucht vor dem FBI war. Beide Dokumentationen waren ohne jeden Zweifel erzählenswert und boten dem Publikum unglaubliche Geschichten. Das gilt auch für die neue Serie Die Verbrechen unserer Mutter, wobei diese doch in eine spürbar andere Richtung geht.

Der traurige Wahn einer Mutter

Genauer erzählt die im True Crime Segment erfahrene Regisseurin Skye Borgman (Ich habe gerade meinen Vater getötet, Das Mädchen auf dem Bild) von einer Familie, bei der sich eine absolute Tragödie zugetragen hat. Im Mittelpunkt steht dabei, der Titel Die Verbrechen unserer Mutter kündigt es bereits an, die Mutter der Familie. Früher war Lori Vallow ein freundlicher, hilfsbereiter und völlig unauffälliger Mensch. So zumindest will sich ihr Umfeld an sie erinnern. Eine Frau, die sich liebevoll um ihre Familie kümmerte und in ihrem christlichen Glauben aufging. Doch gerade ihre Religiosität ist es, die sie mit der Zeit in den Abgrund führte. Innerhalb weniger Jahre erlagt sie bizarren Vorstellungen, welche sie dazu brachten, die im Titel angesprochenen Verbrechen auszuüben.

Die Verbrechen unserer Mutter zeichnet diesen Weg im Laufe von drei Folgen nach, die zwischen 40 und 50 Minuten schwanken. Der Einstieg ist etwas verwirrend, da Vallow einen ausufernden Familienstammbaum hat. Fünf Mal war sie bislang verheiratet. Hinzu kommen zahlreiche Familienmitglieder, welche dazu führen können, dass man ein wenig den Überblick verliert. Und auch wenn das mit der Zeit besser wird, darf man sich zwischendurch fragen: Wer hängt da noch mal mit wem wie zusammen? Um den wievielten Mann geht es gerade? Wobei die meisten dieser Figuren gar nicht so wichtig sind. Stattdessen geht es um die besagte Veränderung der Mutter. Die ist fesselnd genug, um den Rest drumherum erst einmal vergessen zu können.

Mehr schockierend als rätselhaft

Wobei zumindest Sohn Colby stärker in Erinnerung bleibt. Er ist es, der als inoffizieller Erzähler durch die Geschichte führt, Hintergründe zur Familie liefert und dabei schildert, was es bedeutete, mit seiner Mutter zu leben. Die Verbrechen unserer Mutter kombiniert dabei ganz klassisch Archivaufnahmen mit neuen Interviews, welche zusammen ein Bild des Grauens ergeben. Die Erzählweise ist ebenfalls konventionell und hält sich an die Chronologie der Ereignisse. Wobei die Dokuserie vorzeitig abbricht. Während die Auflösung des Verbrechens mehr oder weniger klar ist, läuft die juristische Aufarbeitung noch. Offensichtlich wollte man bei Netflix den Bekanntheitsgrad des Verbrechens für sich nutzen, solange dieses noch frisch genug ist – eine recht zynische Methode, um von einer Tragödie profitieren zu wollen.

Doch auch wenn man sich über eine solche Zurschaustellung, wie sie bei True Crime Dokus nicht ungewöhnlich sind, streiten kann, wer diese Art Geschichten gern sieht, sollte es auf jeden Fall mal mit Die Verbrechen unserer Mutter versuchen. Der Mystery-Faktor, den andere Genrevertreter zuweilen haben, wenn es um das Lösen eines Rätsels geht, ist hier überschaubar. Auch wenn das eigentliche Verbrechen erst später angekündigt wird, gibt es hier nur wenig Stoff für Spekulationen. Dafür dürfen die Zuschauer und Zuschauerinnen fassungslos sein, wie es zu einer solchen Tat überhaupt erst kommen konnte und wie sehr ein Mensch innerhalb kurzer Zeit derart abdriftet.

Credits

OT: „Sins of Our Mother“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Skye Borgman
Musik: Brooke Blair, Will Blair
Kamera: Michael Nelson

Trailer

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Die Verbrechen unserer Mutter
fazit
„Die Verbrechen unserer Mutter“ bietet Fans von True Crime Dokus einen besonders erschreckenden Fall, wenn hier eine Familientragödie rekonstruiert wird. Viel zu rätseln gibt es nicht. Stattdessen setzt die Serie auf den Schockfaktor, wenn die titelgebende Mutter zunehmend bizarre Überzeugungen hatte, die zu dieser Tragödie führten.
Leserwertung8 Bewertungen
5.6