Girl in the Picture Das Mädchen auf dem Bild Netflix
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Das Mädchen auf dem Bild

Girl in the Picture Das Mädchen auf dem Bild Netflix
„Das Mädchen auf dem Bild“ // Deutschland-Start: 6. Juni 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Nachdem sie Opfer eines Autounfalls mit Fahrerflucht wurde, wird eine junge Frau im Jahre 1990 ins Krankenhaus eingeliefert. Ihr Körper weist allerdings dafür untypische Merkmale auf, Prellungen und Schrammen, welche nicht von einem Auto, sondern von Menschenhänden verursacht wurden. Bald erliegt die Patientin ihren Verletzungen. Zunächst gerät ihr Ehemann, welcher sie in der Zwischenzeit als Tonya Hughes identifiziert hatte, in den Verdacht, für die ungewöhnlichen Schäden verantwortlich gewesen zu sein. Jedoch verfolgte die Polizei das Ganze nicht weiter in diese Richtung, da sich die Beweislage nicht erhärtete. Tonya jedenfalls arbeitete in einem Stripclub; nach ihrem Tod gelingt es ihren ehemaligen Kollegen, eine Angehörige ausfindig machen, der sie die traurige Nachricht übermittelt können. Tonyas Mutter kann mit dem Anruf allerdings nicht viel anfangen – schließlich starb ihre Tochter bereits im Alter von achtzehn Monaten …

Eine irre Geschichte voller Wendungen

Der skurrile Auftakt von Das Mädchen auf dem Bild kann nur leidlich darauf vorbereiten, wie sich die weiteren Ereignisse entfalten. Die Eröffnungsszene alleine wirkt ja schon wie der Beginn eines Mysterythrillers, aber die ganze Geschichte als solche hat viel mehr zu bieten, steckt vor allem voller Twists, und schon bald ist es kaum noch zu glauben, dass das alles mit einem simplen Verkehrsunfall anfing. Es ist einer dieser Fälle, der in jedem Drehbuch als hanebüchender Unsinn abgetan worden wäre. Das macht es auch schwierig, genauer auf den Inhalt einzugehen, weil sich fast alles nach dem Anfang wie ein Spoiler anfühlt. Es kann zumindest festgestellt werden, dass am Ende tatsächlich nur sehr wenige Fragen offen bleiben, es handelt sich also nicht um eine dieser True-Crime-Dokumentationen auf Netflix, bei denen erst groß etwas aufgebauscht und dann nichts aufgelöst wird. Es handelt sich bei Das Mädchen auf dem Bild allerdings durchaus um eine Dokumentation, welche statt als Film in Episodenform als Serie veröffentlicht hätte werden können, da sich das Ganze doch recht komplex gestaltet und einigen Aspekten hätte vielleicht ein wenig mehr Zeit eingeräumt werden können. Es funktioniert aber fraglos auch im Filmformat, und angesichts all der Sujets, die unnötigerweise auf Serienlänge gestreckt wurden, war ein Film vielleicht doch die richtige Entscheidung.

Recht viel Drama

Manchmal drängt sich die Musik unangenehm in den Vordergrund, überschattet die Ereignisse und wirkt in diesen Momenten generell störend oder zumindest ablenkend. Während Das Mädchen auf dem Bild sich überwiegend daran hält, einfach nur Fakten zu präsentieren, rutscht die Doku doch gelegentlich in Sensationsgeilheit ab. Das äußert sich auch, aber nicht nur in der gewählten musikalischen Untermalung, einige Übergänge oder Enthüllungen sind etwas überdramatisiert. Formal setzt Das Mädchen auf dem Bild auf die üblichen Verdächtigen: Reenactments, Zeitzeugen- beziehungsweise Expertenaussagen sowie Archivmaterial. Während es zu Beginn vielleicht noch so wirken mag, als wären die nachgespielten Szenen das vorherrschende Element, fangen die talking heads im weiteren Verlauf deutlich zu dominieren an. Einer davon ist Matt Birkbeck, sowohl einer der Produzenten der Dokumentation als auch Autor zweier Bücher zu dem Fall, auf welchen Das Mädchen auf dem Bild basiert.

Credits

OT: „Girl in the Picture“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Skye Borgman
Vorlage: Matt Birkbeck
Musik: Jimmy Stofer
Kamera: Michael Nelson
Mitwirkende: Matt Birkbeck

Bilder

Trailer

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Das Mädchen auf dem Bild
Fazit
Die True-Crime-Dokumentation „Das Mädchen auf dem Bild“ arbeitet einen komplexen Fall auf, der für einen fiktionalen Film zu viele unglaubwürdige Twists hätte. Das ist formal handelsüblich produziert, setzt manchmal aber unnötigerweise auf Sensationsgeilheit.
Leserwertung243 Bewertungen
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