72 Hours 2026 Netflix Streamen online Video on Demand
© Alan Markfield/Netflix

72 Hours (2026)

72 Hours 2026 Netflix Streamen online Video on Demand
„72 Hours“ // Deutschland-Start: 24. Juli 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Es lief beruflich schon mal besser für Joe (Kevin Hart). Eigentlich war der immer ganz glücklich mit seinem Marketingjob. Doch jetzt, da er die 40 überschritten hat, droht die Arbeitslosigkeit. Schließlich sei er zu alt, um sich noch in junge Menschen hineinzuversetzen. Da er hält er durch einen Zufall die Chance, bei dem Junggesellenabschied von Mason (Mason Gooding) mitzumischen. Da er darin die Möglichkeit sieht, der Zielgruppe näherzukommen, packt er seine Koffer und reist nach Miami – sehr zum Ärger von seiner Freundin Jennifer (Teyana Taylor), die ihrerseits darauf wartet, dass sie endlich heiraten. Am Zielort angekommen, zieht er tatsächlich mit Mason und dessen Kumpels Freshman (Kam Patterson), Nick (Marcello Hernandez) und Hunter (Ben Marshall) um die Häuser, was zu jeder Menge Chaos führt …

Der gleiche alte Witz

Während Netflix in den letzten Wochen bei den düsteren Stoffen einige groß aufgetrumpft hat, sind humorvolle Alternativen eher rar gesät gewesen. Ein paar Titel gibt es aber schon, der Streamingdienst arbeitete da auch mit einer Reihe bekannter Schauspieler und Schauspielerinnen zusammen. Da war etwa The Hawk mit Will Ferrell als abgehalftertem Ex-Golfer, der noch einmal ein Comeback versucht. Bei Little Brother sahen wir John Cena als Immobilienmakler, der sich plötzlich um seinen „Bruder“ kümmern muss. Office Romance wiederum zeigte Jennifer Lopez als Unternehmerin, die sich in den Firmenanwalt verliebt, was aber niemand wissen darf. Mit 72 Hours gibt es jetzt den nächsten Anlauf, das Publikum zum Lachen bringen. Und wieder setzt man dabei auf bekannte Gesichter.

Das bekannteste ist sicherlich das von Kevin Hart, der auch mit Ende 40 sehr gefragt ist. Irgendwie kommt gefühlt dauernd ein Film oder eine Serie mit dem US-Amerikaner heraus. Dieses Gefühl könnte aber auch damit zusammenhängen, dass Hart nicht unbedingt der variantenreichste Schauspieler ist. Auch bei der Komik wird erst gar nicht versucht, Abwechslung zu bieten. Hat man einen Titel gesehen, hat man sie alle gesehen. Entsprechend müde kommt 72 Hours daher, wenn man von einem Déjà-vu-Erlebnis zum nächsten wechselt. Das heißt nicht, dass hier nichts passiert. Es passiert sogar eine ganze Menge, wenn es dem Quintett gelingt, wirklich in jeder Situation Mist zu bauen. Am meisten ist es Joe selbst. Der ist zwar deutlich älter als die anderen – im wahren Leben ist Hart etwa 20 Jahre älter als seine Kollegen. Aber er führt sich auf wie ein Kind.

Uninteressante Figuren

So etwas darf man natürlich komisch finden. Man muss es aber nicht unbedingt. Vielmehr wechselt der Film zwischen langweilig und anstrengend, wenn mal wieder versucht wird, mit derben Witzen Komik zu erzeugen. Aber es zeugt nicht gerade von großer Kreativität, wenn peinliche Situationen oder der Verweis auf Geschlechtsteile alles ist, was man zu bieten hat. Am ehesten stechen in 72 Hours noch die Szenen hervor, wenn der Protagonist unter Drogeneinfluss zu einem ganz anderen Menschen wird. Ganz kurz sieht es so aus, als würde sich der Film bewusst, welch satirisches Potenzial darin schlummert. Aber Biss sucht man anschließend trotzdem vergeblich. Es bleibt bei plumpen Kalauern aus der Mottenkiste, die schon vor Jahrzehnten etwas gemüffelt haben.

Es ist nicht einmal so, dass einem die Figuren nahegehen müssten. Dafür sind viele der Probleme zu konstruiert. Kurzzeitig wird es minimal interessant, wenn das Verhältnis zwischen dem angehenden Bräutigam und seinem besten Freund angesprochen wird und damit das Thema, wie sich Menschen auseinanderentwickeln können. Aber das wirkt dann doch aufgesetzt, das gleich vier Mann starke Drehbuchteam hakt da eher eine Liste ab, anstatt wirklich etwas in die Charaktere zu investieren. Muss man sich darüber ärgern? Das vielleicht nicht. Aber es ist doch ernüchternd, wie Netflix mit 72 Hoursschon wieder eine Komödie vorlegt, die zwar prominent besetzt ist, dabei aber einfach nicht unterhaltsam ist und am Ende nicht mehr als Zeitverschwendung.

Credits

OT: „72 Hours“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Tim Story
Drehbuch: Jon Hurwitz, Hayden Schlossberg, Kevin Burrows, Matt Mider
Musik: Christopher Lennertz
Kamera: Larry Blanford
Besetzung: Kevin Hart, Marcello Hernández, Mason Gooding, Kam Patterson, Ben Marshall, Teyana Taylor

Bilder

Trailer

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72 Hours (2026)
fazit
In „72 Hours“ hängt sich ein Marketingmensch jenseits der 40 an einen Junggesellenabschied dran, um der jungen Zielgruppe näherzukommen. Das ist prominent besetzt, ansonsten aber wenig erwähnenswert. Der Humor besteht überwiegend aus einfallslosen, derben Witzen, die Figuren sind einem sowieso egal.
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