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A Christmas Prince The Royal Prince Netflix

„A Christmas Prince: The Royal Baby“ // Deutschland-Start: 5. Dezember 2019 (Netflix)

Seit einem Jahr sind Amber (Rose McIver) und Richard (Ben Lamb), das neue Königspaar von Aldovia, nun schon verheiratet. Fehlt nur eine kleine Sache für das königliche Glück: ein Kind! Tatsächlich steht die Geburt des Nachwuchses kurz bevor, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Doch erst heißt es, sich um politische Angelegenheiten zu kümmern. Schließlich ist das Königpaar Tai (Kevin Shen) und Ming (Momo Yeung) aus dem Land Penglien angereist, um einen alten Waffenstillstandvertrag zwischen den zwei Reichen zu erneuern. Als ausgerechnet der bei der feierlichen Zeremonie fehlt, droht ein großer Skandal – und ein Fluch, der nach einer Überlieferung das erstgeborene Kind der Königsfamilie trifft …

Aller guten Dinge sind drei: Nachdem die ersten beiden Teile A Christmas Prince und A Christmas Prince: The Royal Wedding weltweit zahlreiche Fans fanden, war es quasi Pflicht, auch dieses Weihnachten eine Geschichte rund um Amber und Richard zu erzählen. Also ging Netflix nun den nächsten logischen Schritt, spann die Romanze, die beim zweiten Mal immerhin schon zur Hochzeit führte, noch ein bisschen weiter, und wendet sich nun dem Thema des Kinderkriegens zu. Denn kein Paar, so schön es auch sein mag, ist komplett ohne ein Kind – zumindest im Rahmen dieser Liebeskomödie-Reihe, die wie kaum eine andere in alte Konventionen verliebt ist.

Ein Land wie viele andere
Wobei A Christmas Prince: The Royal Baby in der Hinsicht erstaunlich zurückhaltend ist. Zwar stapft Amber hoch schwanger durchs Bild und hält sich in jeder zweiten Einstellung den dicken Babybauch. Das Baby selbst lässt sich jedoch nicht blicken. Stattdessen befasst sich Drehbuchautor Nathan Atkins, der auch schon bei den ersten beiden Teilen mitschrieb, mal wieder mit den Gepflogenheiten am königlichen Hof. Genauer ist es die Auseinandersetzung mit dem zweiten Königreich Penglien, die jetzt im Mittelpunkt steht. Letzteres ist natürlich frei erfunden, aber doch mit eindeutigen Vorbildern. So wie Aldovia ein diffuses US-amerikanisches Bild eines europäischen Königreichs ist, so ist Penglien der mit ebenso vielen Klischees beladene Ausflug nach Fernost.

Dort ist es bestimmt schön, modern ist das Land jedoch kaum, weshalb sich Königin Ming schwer damit tut, den Vertrag zu unterschreiben. Eine Frau, die Politik macht? Oh nein, welch Unglück! Die Absicht ist klar, Amber soll hier als die zeitgemäßere Fassung präsentiert werden, das Bild einer unabhängigen, starken Frau. Das ist bezeichnend für eine Reihe, die gleichzeitig angestaubte Traditionen abschaffen will, selbst jedoch ebenso traditionell ist. A Christmas Prince: The Royal Baby will gar nichts groß ändern oder in Frage stellen, sondern vielmehr das (weibliche) Publikum mit Wohlfühlbildern und kitschigem Glamour glücklich machen. Endlich einmal Prinzessin sein!

Und jetzt hier und dann dort und …
Überraschend kann ein solcher Film quasi per Definition nicht sein. Ein bisschen wurde aber schon an der Erfolgsformel gedreht. Zum einen ist die Liebe zwischen Amber und Richard inzwischen ein alter Hut, weshalb die amourösen Turbulenzen von Simon (Theo Devaney) und Melissa (Tahirah Sharif) jetzt für das nötige Liebeskribbeln sorgen sollen. Dieses Mal ist sogar Platz für eine schwarze Frau im Liebeskarussell, auch durch die asiatischen Gäste ist mehr Diversität in die zuvor blütenweiße Reihe gekommen. Außerdem hat A Christmas Prince: The Royal Baby leichte Krimianleihen, wenn das Königspaar verzweifelt nach dem verschwundenen Vertrag suchen muss, um ein großes Unglück zu verhindern. Allzu viel sollte man sich hiervon aber nicht erwarten, der Film nutzt diesen Handlungsstrang vor allem, um die zwischenmenschlichen Aspekte zu verstärken.

Allgemein ist A Christmas Prince: The Royal Baby alles andere als fokussiert. Man könnte sogar sagen: Der Film ist ein konzeptueller Fleckenteppich. Da gibt es hier mal ein bisschen Humor, vor allem durch die Nebenfiguren, dort unsichere Gefühle, die besagten Krimianleihen, dazu noch Gerede von Flüchen und zum Ende der Versuch eines Dramas. Dass das so nicht funktioniert, kein greifbares Ergebnis dabei rausspringt, wundert nicht: Der dritte Teil ist weder wirklich komisch, noch bewegend. Er ist nicht einmal sonderlich romantisch. Wer aber schon die beiden Vorgänger mochte, wird sich daran vermutlich weniger stören, beim königlichen Aufeinandertreffen geht es mehr darum, die liebgewonnenen Figuren wiederzusehen. Was genau sie dann machen, das ist wie bei Familienfesten eher nebensächlich.



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A Christmas Prince: The Royal Baby
3.72 (74.44%) 18 Artikel bewerten

A Christmas Prince: The Royal Baby
Verliebt, verheiratet und jetzt Eltern? Ganz so ist es nicht. Anstatt sich auf den Aspekt des Nachwuchses zu konzentrieren, gibt es bei „A Christmas Prince: The Royal Baby“ die üblichen Themen wie Liebe, den Umgang mit Traditionen und dazu ein paar komische Nebenfiguren. Die Mischung geht dabei jedoch kaum auf, der Film versucht sich an vielen Elementen und Genres, verfolgt am Ende aber nichts richtig konsequent.
4von 10

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