Der Imaginäre Yaneura no Rajā The Imaginary Netflix Streamen online
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Der Imaginäre Yaneura no Rajā The Imaginary Netflix Streamen online
„Der Imaginäre“ // Deutschland-Start: 5. Juli 2024 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Rudger liebt es, mit seiner besten Freundin Amanda große Abenteuer zu erleben. Zusammen reisen sie an die unglaublichsten Orte, treffen die fantastischsten Wesen, müssen große Gefahren überstehen – und das, ohne den Speicher zu verlassen. Denn Rudger ist lediglich ein imaginärer Freund, den das Mädchen beim Spielen herbeiruft und durch das anschließende Chaos immer mal wieder die eigene Mutter in den Wahnsinn treibt. Das nimmt jedoch ein abruptes Ende, als Amanda von einem Auto angefahren wird und ins Krankenhaus kommt. Auf sich allein gestellt, lernt Rudger einige andere imaginäre Wesen kennen, die von Kindern vergessen wurden und nun zusammenleben. Doch für den Jungen ist klar, dass er zu Amanda muss. Einfach ist das nicht, denn da ist auch noch der gefräßige Mr. Bunting, der Jagd auf alle Imaginären macht …

Unterwegs mit vergessenen Imaginären

Dass sich Kinder Freunde und Freundinnen vorstellen, mit denen sie Zeit verbringen, ist ein weit verbreitetes Phänomen. In dem Alter sind wir es schließlich noch gewohnt, unserer Fantasie freien Lauf zu lassen, müssen uns nicht so viele Gedanken darüber machen, wie wir in diese Welt passen. Für Filme ist das eigentlich ein dankbares Thema. Und doch ist es überraschend, dass innerhalb kurzer Zeit gleich mehrere auf den Markt kamen, die dieses Motiv aufgreifen. Da war im Frühjahr Imaginary über einen eingebildeten, in Vergessenheit geratenen Teddybären, der mit rabiaten Mitteln ein Mädchen für sich zu gewinnen versucht. Deutlich freundlicher war da schon das kunterbunte IF: Imaginäre Freunde über vergessene Wesen, die neue Kinder suchen. Nun kommt mit dem Netflix-Beitrag Der Imaginäre ein dritter Film rund um eine vergessene imaginäre Figur.

Die Grundlage des Animes ist dabei deutlich älter. Genauer handelt es sich um eine Adaption des Kinderbuchs Amandas unsichtbarer Freund des britischen Autors A.F. Harrold, das 2014 in der Heimat veröffentlicht wurde und später auch den Weg zu uns fand. Inzwischen ist das Werk selbst etwas in Vergessenheit geraten, was etwas schade ist und auf traurige Weise passend angesichts des Themas. Der Film ist aber eine gute Möglichkeit, die Geschichte neu zu entdecken. Dies in animierter Form zu tun, ist dabei besonders dankbar. Schließlich erlaubt das – stärker als Live Action oder Hybridproduktionen –, die Grenzen zwischen dem Realen und dem Vorgestellten aufzuheben. Man weiß hier an vielen Stellen schlicht nicht, wo die Grenze liegt zwischen der tatsächlichen Welt und einer der Fantasie. Es ist ja nicht einmal sicher, ob es diese Grenze überhaupt gibt.

Sehenswert, unterhaltsam und rührend

Regisseur Yoshiyuki Momose (Ni no Kuni) nimmt das Publikum auf diese Weise mit auf eine fantastische Reise, in der vieles möglich ist, solang die Fantasie dafür ausreicht. Es gibt aber auch genügend reale Elemente, die als Anknüpfungspunkte dienen können. So erfahren wir mehr über die Mutter und ihre wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Auch Amandas Streben, sich in Fantasien und Träume zu stürzen, um der Welt zu entkommen, bringt etwas mehr Tiefe mit sich, als es Fantasyabenteuer oft haben. Zu viel sollte man davon dann aber doch nicht erwarten. Letzten Endes ist bei Der Imaginäre die Zielgruppe schon etwas jünger, wenn die Geschichte aus den Augen der beiden jungen Hauptfiguren erzählt wird. Da sollen die ernsten Themen mit Spannung und auch ein bisschen Humor verbunden werden, das Staunen bekommt einen hohen Stellenwert.

Das funktioniert gut, auch wegen der schönen Bilder. Das Animationsstudio Studio Ponoc, welches rund sieben Jahre nach Mary und die Blume der Hexen den erst zweiten Langfilm vorlegt, arbeitet mit angenehmer Farbgebung, hübschen Designs sowie detailverliebten Hintergründen. Die Einflüsse von Studio Ghibli sind noch immer deutlich erkennbar, was angesichts der beteiligten Leute aber auch nicht verwundert. Mit den besten Titeln der Animelegenden kann es die Romanadaption sicher nicht aufnehmen. Aber es ist doch sehenswert, unterhaltsam, teilweise auch rührend, weshalb auch ein junggebliebenes Publikum bei Der Imaginäre gut bedient wird, das sich vielleicht noch daran erinnert, wie es war, der Welt durch die eigene Vorstellungskraft zu entfliehen.

Credits

OT: „Yaneura no Rajā“
IT: „The Imaginary“
Land: Japan
Jahr: 2023
Regie: Yoshiyuki Momose
Drehbuch: Yoshiaki Nishimura
Vorlage: A.F. Harrold
Musik: Kenji Tamai, agehasprings
Animation: Studio Ponoc

Bilder

Trailer

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Der Imaginäre
fazit
„Der Imaginäre“ erzählt von einem imaginären Freund, der unbedingt zu dem Mädchen zurück muss, das ihn ausgedacht hat, bevor er verschwindet. Die Kinderbuch-Adaption ist fantasievoll, hat aber auch über reale Themen einiges zu sagen. Und auch die schöne Optik trägt dazu bei, dass das Animeabenteuer sowohl für ein junges wie auch ein jung gebliebenes Publikum sehenswert ist.
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