Bird Box Barcelona Netflix Streamen online
© Netflix/Lucia Faraig/Andrea Resmini/Victor Bello

Bird Box: Barcelona

Bird Box Barcelona Netflix Streamen online
„Bird Box: Barcelona“ // Deutschland-Start: 14. Juli 2023 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Eigentlich wollte Sebastian (Mario Casas) die Welt zu einem besseren Ort machen, unentwegt arbeitete er daran, weitere Windräder zu errichten. Bis zu dem Tag, als weltweit die Menschen verrückt spielten. Unzählige nahmen sich das Leben, rissen dabei auch andere mit in den Tod. Dahinter steckten rätselhafte Wesen, deren Anblick alle den Verstand verlieren lässt. Einige Monate sind seither vergangen, Sebastian streift mit seiner Tochter Anna (Alejandra Howard) umher und versucht irgendwie zu überleben. Dabei stellen nicht nur diese Wesen eine Bedrohung dar, sondern auch die Menschen, die noch übrig geblieben sind und Jagd auf andere machen. Entsprechend groß ist das Misstrauen bei jeder Begegnung. Und doch kann es von Vorteil sein, in einer Gruppe zu leben. Und so versucht Sebastian bei einer Gruppe aufgenommen zu werden, zu der unter anderem Claire (Georgina Campbell) und das Mädchen Sofia (Naila Schuberth) gehören. Die ahnen nicht, dass der Fremde eine ganz eigene Absicht verfolgt …

Der visuelle Alptraum geht weiter

Wenn Filme erfolgreich sind, ist die Versuchung immer groß, Fortsetzungen derselben zu drehen. Das gilt für das Kino wie auch für Streamingdienste. Und so brachte Netflix dieses Jahr gleich eine ganze Reihe von Nachfolgern heraus, darunter Tyler Rake: Extraction 2 und Murder Mystery 2. Da darf ein zweiter Teil zu Bird Box – Schließe deine Augen natürlich nicht fehlen. Der Horrorthriller um Wesen, deren Anblick Menschen in den Wahnsinn treibt, war seinerzeit schließlich ein beeindruckender Publikumsmagnet. Die Adaption des gleichnamigen Romans von Josh Malerman fesselte weltweit Millionen von Zuschauern und Zuschauerinnen und stellte dabei diverse Rekorde für den Video-on-Demand-Anbieter auf. Nun hofft man, mit Bird Box: Barcelona zumindest einen Teil des Erfolgs wiederholen zu können, auch wenn die Vorzeichen dafür nicht die besten sind. Das liegt schon daran, dass es sich hier nicht wirklich um eine Fortsetzung handelt. Stattdessen erzählt der Film von anderen Menschen, die parallel zu denen des ersten Teils an einem anderen Ort der Erde ihre eigenen Abgründe erleben.

Das ist als Idee reizvoll: Solche weltweiten Katastrophen werden in Filmen aus praktischen Gründen meistens nur sehr verkürzt und auf eine Region begrenzt gezeigt. Oft dominiert dann die US-amerikanische Perspektive, der Rest der Welt wird höchstens in Nachrichten mal erwähnt. Das bedeutet dann aber auch, dass wir dieses Mal ohne Hollywood-Stars auskommen müssen, in Bird Box: Barcelona steht folgerichtig ein spanisches Ensemble im Mittelpunkt. Statt Sandra Bullock, John Malkovich und Co. muss nun Mario Casas die Aufmerksamkeit des Publikums an sich ziehen. Der ist in seiner Heimat zwar sehr bekannt, hat zudem auch in einer Reihe weiterer Netflix-Produktionen mitgespielt, darunter in Kein Friede den Toten, Die Haut des Wolfes und Der Sanitäter. Dennoch wird man den Eindruck nicht los, dass der Film die Billigvariante des Hits sein sollte.

Mehr Ambivalenz wagen

Damit würde man ihm aber nicht gerecht werden. Er ist in mancher Hinsicht dem Original sogar überlegen. Zum einen verpflichtete man mit dem Regie- und Drehbuchduo Álex und David Pastor absolute Genreexperten. So zeigten sie beispielsweise in The Last Days und Carriers – Flucht vor der tödlichen Seuche, dass sie Talent für Endzeitthriller haben. Visuell hat das leergefegte Barcelona eine Menge zu bieten, verbreitet mehr Atmosphäre als die Waldgegend, durch die beim ersten Teil Bullock mit den Kindern taumelte. Aber auch inhaltlich ist der Film interessant, wenn wir die Perspektive wechseln und näher an den Sehern dran sind, als es uns lieb sein kann. Das bringt Bird Box: Barcelona eine Ambivalenz, die zuvor noch fehlte und damit von anderen Survivalvisionen abhebt.

Wobei die Pastors an anderer Stelle durchaus wieder auf Klischees zurückgreifen. Der Film hat auch mit demselben Problem zu kämpfen, das der Vorgänger schon hatte: mangelnde Abwechslung. Nach einigen anfänglichen sehenswerten Szenen kommt es in der zweiten Hälfte doch zu einer Reihe von Längen, wenn eine Wiederholung nach der anderen ansteht. Es ist auch nicht so, als würde Bird Box: Barcelona das Szenario an sich auf nennenswerte Weise vorantreiben. Wer viereinhalb Jahre darauf gewartet hat, vielleicht ein wenig mehr über das zu erfahren, was da eigentlich geschieht – und aus welchem – Grund, dürfte nach den rund 110 Minuten ziemlich frustriert sein. Trotz der vereinzelten Detailverbesserungen, gebraucht hätte es dieses europäische Spin-off kaum. Da wären andere Netflix-Fortsetzungen wünschenswerter gewesen.

Reizvolle Sprachspiele

Übrigens: Nach Möglichkeit sollte man sich den Film im Original anschauen. Während Sofia dort ein deutsches Mädchen ist, wurde sie in der deutschen Fassung zu einer Französin gemacht. Auf Spanisch hört man deshalb immer wieder, wie sich Mario Casas an der deutschen Sprache versucht: Statt eines Französisch mit deutschem Akzent gibt es dort ein Deutsch mit spanischem Akzent. Auch Claire, im Original von der Engländerin Georgina Campbell gesprochen, wurde eingedeutscht, wodurch das Sprachenwirrwarr vereinfacht wurde. Das macht es für ein hiesiges Publikum natürlich einfacher, raubt Bird Box: Barcelona aber auch einen Teil seiner Atmosphäre, wenn ein wild zusammengewürfelter Haufen ums Überleben kämpft.

Credits

OT: „Bird Box: Barcelona“
Land: Spanien
Jahr: 2023
Regie: Álex Pastor, David Pastor
Drehbuch: Álex Pastor, David Pastor
Vorlage: Josh Malerman
Musik: Zeltia Montes
Kamera: Daniel Aranyó
Besetzung: Mario Casas, Georgina Campbell, Alejandra Howard, Naila Schuberth, Diego Calva Hernández, Patrick Criado, Lola Dueñas, Gonzalo de Castro, Michelle Jenner, Leonardo Sbaraglia

Bilder

Trailer

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Bird Box: Barcelona
fazit
„Bird Box: Barcelona“ erzählt einige Jahre nach dem erfolgreichen ersten Teil, wie sich die Katastrophe in Spanien abgespielt hat. Das Setting ist reizvoll, auch eine neue Ambivalenz ist willkommen. Der Film ist aber erneut zu lang und abwechslungsarm, hat zudem der Geschichte über rätselhafte Wesen, welche die Menschen in den Wahnsinn treiben, nichts Relevantes hinzuzufügen.
Leserwertung24 Bewertungen
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6
von 10