Der Bus Die Revolte der Les Bleus Netflix Streamen online Video on Demand
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Der Bus: Die Revolte der Les Bleus

Der Bus Die Revolte der Les Bleus Netflix Streamen online Video on Demand
„Der Bus: Die Revolte der Les Bleus“ // Deutschland-Start: 13. Mai 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Sie gehören fest zum Dokumentarbereich bei Netflix: Filme und Serien zu sportlichen Themen. Da ist zum einen die Endlosreihe Untold, welche es bereits auf zahlreiche Folgen bringt und die kürzlich noch einen UK-Ableger bekommen hat. Auch Porträts finden sich immer wieder im Programm, siehe etwa Ronaldinho: The One and Only über den gleichnamigen brasilianischen Fußballer. Mit Der Bus: Die Revolte der Les Bleus kommt nun eine weitere Dokumentation zu diesem Sport heraus. Doch während der oben genannte Beitrag wie die meisten dieser biografischen Werke primär eine Hymne auf die porträtierte Person ist, da ist das hier sehr viel weniger schmeichelhaft, wenn an einen Skandal der neueren Fußballgeschichte erinnert wird.

Ein Streik, der um die Welt ging

Genauer ging es um einen Vorfall, der sich im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika zugetragen hat. Die französische Nationalmannschaft war als Vizeweltmeister von 2006 auf dem Papier einer der Favoriten für den Titel. Stattdessen schied sie in der Gruppenphase aus. Während der sportliche Auftritt eher weniger erinnerungswürdig war, ist es der in Der Bus: Die Revolte der Les Bleus angesprochene Streik, der im kollektiven Gedächtnis geblieben ist. So hatten sich Trainer Raymond Domenech und Stürmer Nicolas Anelka überworfen. Das führte zum Rauswurf des Spielers. Als Akt der Solidarität beschlossen daraufhin seine Kollegen, sich einem Training zu verweigern und zu streiken. Zum sportlichen Desaster kam dann auch noch ein öffentlicher Skandal.

Der Film geht der Frage nach, was genau dort geschehen ist. Der grobe Ablauf ist zwar bekannt, über Details herrscht jedoch Unklarheit. Der Bus: Die Revolte der Les Bleus schafft da aber nicht so wirklich Abhilfe, da hier verschiedene Leute zu Wort kommen. Und wie das so ist: Wenn mehrere über ein und dieselbe Sache sprechen, kommt auch mehr als eine Wahrheit heraus. Das Regie-Duo Christophe Astruc und Jérôme Fritel hält sich dabei mehr oder weniger aus der Geschichte raus. So legen die beiden Differenzen in den Aussagen und Wahrnehmungen offen, ohne dies aber zu kommentieren und zu werten. Welche Version denn nun stimmt, weiß man später auch nicht, was sicher so manchen vor den Bildschirmen missfallen wird.

Und wozu das Ganze?

Tatsächlich stellt sich im Anschluss die Frage, wofür genau es diesen Film eigentlich gebraucht hat. Der Wechsel der Perspektiven ist zwar nicht ohne Reiz, da er auch aufzeigt, wie da einige Egos aufeinandertrafen, von denen niemand klein beigeben wollte. Die Neutralität führt aber dazu, dass man am Ende nicht wirklich viel schlauer geworden ist. Hinzu kommt, dass Der Bus: Die Revolte der Les Bleus nie wirklich die Frage beantwortet, warum einen das überhaupt interessieren sollte. Selbst wenn man nicht dem damaligen Narrativ folgt, dass da ein paar hochnäsige Millionäre keine Lust auf Arbeit hatten, sind die Leute nicht spannend genug, als dass einem das zwangsläufig nahegehen müsste.

Interessanter ist, wenn man den Streik nicht als isolierten Vorfall betrachtet, sondern als Symptom einer größeren Krise im französischen Fußball, wie es sie seinerzeit ohne Zweifel gab. Denn die Probleme gab es ja schon vorher, auch im Nachklang musste da noch einiges aufgearbeitet werden. Der Bus: Die Revolte der Les Bleus streift diesen Aspekt auch durchaus, führt das dann aber wiederum nicht weit genug, damit das zu einem umfassenden Überblick würde. Insgesamt ist der rund 80-minütige Film daher nur bedingt einen Blick wert. Wer den Skandal seinerzeit verfolgt hatte, schwelgt in Erinnerungen. Ein jüngeres Publikum wird vielleicht ungläubig staunen. Und doch ist am Ende nicht ganz klar, warum es den Film denn unbedingt gebraucht hat.

Credits

OT: „Le Bus: les Bleus en grève“
Land: Frankreich
Jahr: 2025
Regie: Christophe Astruc, Jérôme Fritel
Drehbuch: Olivier Bouchara, Pierre Gault, Seamus Haley, Elisabeth Yturbe
Kamera: Christophe Astruc

Bilder

Trailer

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fazit
„Der Bus: Die Revolte der Les Bleus“ erinnert an den Skandal von 2010, als die französische Nationalmannschaft streikte. Die verschiedenen Perspektiven sind prinzipiell interessant, führen aber dazu, dass am Ende trotzdem offen ist, was wirklich geschehen ist. Außerdem wird nie ganz klar, warum einen das überhaupt interessieren sollte.
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