Bis zum Ende Jusqu’au bout Nothing to Lose Netflix Streamen online Video on Demand
© Ulrich Lebeuf/Netflix

Bis zum Ende

Bis zum Ende Jusqu’au bout Nothing to Lose Netflix Streamen online Video on Demand
„Bis zum Ende“ // Deutschland-Start: 8. Juli 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Jada (Nawell Madani) und Paul (Guillaume Gouix) sind schon seit einer Weile zusammen. Und daran soll sich auch nichts ändern, darüber sind sich die beiden einig. Doch eines fehlt ihnen noch für das gemeinsame Glück: ein Kind. Immer wieder versucht das Paar, Nachwuchs zu bekommen. Doch was sie auch tun, Jada wird einfach nicht schwanger. So gut die zwei ansonsten zusammenpassen, sie sind nicht wirklich kompatibel im Hinblick auf die Fortpflanzung. Da sie keinen anderen Weg mehr sehen, beschließen Jada und Paul, eine Embryospende in Anspruch zu nehmen. Damit haben sie Erfolg, die zwei bekommen einen Sohn. Jahre später hat sich das Familienglück dennoch nicht eingestellt, die zwei haben sich zwischenzeitlich getrennt, Sohn Noa (Paul Fouré) lebt bei der Mutter. Doch das eigentliche Unglück wartet auf die drei erst noch …

Drama aus Frankreich

An dramatischen Stoffen mangelt es auf Netflix selten. So brachte der Streamingdienst gerade den deutschen Beitrag 23 000 Leben in die Kinos, ein Film über die jungen Menschen, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, ertrinkende Geflüchtete aus dem Mittelmeer zu retten. Die britische Serie The Witness wiederum erzählt, wie nach dem Mord an einer Frau deren Mann und Sohn versuchen, ihr Leben weiterzuführen. Und dann war da noch Teach You a Lesson, das sich mit den Problemen des südkoreanischen Schulsystems befasste – und drastischen Versuchen, dieses wieder zu berichtigen. Mit Bis zum Ende kommt nun ein französischer Film heraus, der sich mit einem Einzelschicksal beschäftigt, dabei aber ebenfalls Themen anschneidet, welche für die die gesamte Gesellschaft relevant werden.

Anfangs meint man dabei noch, dass es hier mal wieder um das Thema Kinderkriegen geht. Wie schwierig es sein kann, Nachwuchs zu bekommen, und wie belastend dies für Partnerschaften ist, haben in den letzten Jahren mehrere Filme und Serien vorgeführt. Netflix brachte vergangenes Jahr etwa Eine Kopenhagener Liebesgeschichte heraus, das von den verzweifelten Versuchen einer Frau erzählte, mit ihrem Partner schwanger zu werden. Bis zum Ende antwortet auf dieses Problem mit einer seltenen Methode, einer Embryospende. Dabei werden überzählige Embryonen verwendet, welche die eigentliche Mutter nicht mehr braucht und nun von der Empfängerin ausgetragen werden. Als Thema ist das spannend, weil es Fragen zur Elternschaft stellt. Auf diese Weise hat das Kind nicht die DNA der Eltern, sondern die der Spendenden, ist also eine Mischung aus natürlicher Geburt und Adoption.

Irritierender und überzogener Mix

Anstatt sich damit zu beschäftigen, was dies für die Familie bedeutet und wie die einzelnen Mitglieder damit umgehen, wechselt der Film im weiteren Verlauf das Thema. Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen, geht es in Bis zum Ende darum, wozu Menschen bereit sind, um die eigenen Kinder zu schützen. Auch das ist als Thema nicht uninteressant, daraus hätte man schon etwas machen können. Das eine hängt zudem mit dem anderen zusammen, völlig willkürlich ist es also nicht. Aber es ist schon befremdlich, wie komplett unterschiedliche Geschichten vermischt werden und das, worüber eben noch gesprochen wurde, plötzlich völlig irrelevant ist.

Zumal das auch noch mit einem Genrewechsel einhergeht. Was als klassisches Familien- bzw. Beziehungsdrama beginnt, wandelt sich im weiteren Verlauf in einen Thriller. Auch das wäre prinzipiell denkbar gewesen, hätte der Film das von Anfang an konsequent verfolgt. So aber bleibt Bis zum Ende eine seltsame Mischung der unterschiedlichsten Elemente, die einfach kein harmonisches Ganzes ergeben. Dass der Film dabei zudem völlig überzogen ist, aus einem nachvollziehbaren Schicksal eine haarsträubende Geschichte wird, macht das alles nicht einfacher. Am Ende bleibt trotz eines an und für sich bewegenden Schicksals Irritation bis Verärgerung, aus dem Ganzen hätte man mit weniger Eskalation deutlich mehr machen können.

Credits

OT: „Jusqu’au bout“
IT: „Nothing to Lose“
Land: Frankreich
Jahr: 2026
Regie: Nawell Madani, Ludovic Colbeau-Justin
Drehbuch: Nawell Madani, Walid Afkir, Mohamed Benyekhlef
Musik: Bonjour Meow
Kamera: Brecht Goyvaerts
Besetzung: Nawell Madani, Guillaume Gouix, Nicolas Briançon, Paul Fouré

Bilder

Trailer

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Bis zum Ende
fazit
„Bis zum Ende“ folgt einem Paar, das zunächst mit einem unerfüllten Kinderwunsch hadert, bevor das Schicksal zuschlägt. Der Film kombiniert auf irritierende Weise mehrere Themen, die nicht zusammenpassen, und vermischt dabei Drama und Thriller. Das Ergebnis ist überzogen und wird dabei den an und für sich spannenden Fragen nicht gerecht.
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