Elena weiß Bescheid Elena sabe Elena Knows Netflix Film Streamen online
© Johanna Ekonen / Netflix

Elena weiß Bescheid

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„Elena weiß Bescheid“ // Deutschland-Start: 24. November 2023 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Für Elena (Mercedes Morán) bricht eine Welt zusammen, als sie von dem Selbstmord ihrer Tochter Rita (Erica Rivas) erfährt. Ausgerechnet in einer Kirche soll sie sich erhängt haben. Für Elena steht es außer Frage, dass sie das getan haben könnte, umso mehr, da es in der fraglichen Nacht ein Gewitter gab. Rita hatte aber Angst vor Gewittern, so groß, dass sie es nie wagte, aus dem Haus zu gehen. Und so muss die trauernde Mutter herausfinden, was in Wahrheit hinter dem angeblichen Selbstmord steckt. Zu diesem Zweck reist sie trotz ihrer schweren Parkinson-Erkrankung von der Vorstadt nach Buenos Aires, um die Geschichte aufzuklären. Doch das gestaltet sich schwierig, niemand scheint ihr Glauben schenken zu wollen …

Eine kaputte Frau kämpft für die Wahrheit

Zuletzt hat es auf Netflix eine ganze Reihe von Filmen und Serien gegeben, in denen die Hauptfiguren etwas aufzuklären versuchen. Bei In Love And Deep Water ging es um einen Mord, der auf einem Luxus-Kreuzfahrtschiff begangen wurde. Auch bei Geschichte eines Verbrechens: Der Star-Friseur und Die Lüge ging es um die Frage, wer jeweils hinter einem brutalen Mord steckt. Da wäre es naheliegend, so etwas auch bei Elena weiß Bescheid zu vermuten. Eine Frau, die auf eine derart theatralische Weise Selbstmord begangen haben soll? Da muss doch mehr dahinterstecken. Der argentinische Film scheint da dem üblichen Schema von Krimis zu folgen, bei dem die Hauptfigur ein Verbrechen aufklären und Rätsel lösen muss, während ihr niemand zu glauben scheint.

Und doch unterscheidet sich das hier in mehrfacher Hinsicht von den üblichen Krimis. Da wäre zum einen die Hauptfigur. Wir folgen jemandem, der so sehr von seiner Krankheit gezeichnet ist, dass kaum ein Schritt mehr möglich ist. Die argentinische Schauspielveteranin Mercedes Morán (Der schwarze Engel) zeigt dabei eine beeindruckende Leistung als trauernde Mutter, die körperlich gebrochen sein mag, dafür aber einen sehr starken Willen demonstriert. Mit gebücktem Gang quält sich die Titelfigur in Elena weiß Bescheid durch die Gegend, lässt sich von nichts und niemandem aufgeben, obwohl sie kaum noch gehen kann und jede Bewegung eine Herausforderung ist. Sie mag dabei keine übermäßig sympathische Figur sein, mit ihrer bis an die Aggressivität neigenden Forderung. Und doch ist ihr das Mitgefühl des Publikums sicher, wenn sie sich Gerechtigkeit für ihre Tochter wünscht.

Ruhig erzähltes Drama

Damit einher geht auch ein anderer Schwerpunkt. Ja, Elena läuft umher, sucht nach Spuren, spricht mit der Polizei und Zeugen. Aber das ist nicht das, worum es geht. Die Frage nach der Wahrheit hinter dem Tod dient nicht der Auflösung eines Rätsels, wie es in Krimis der Fall ist. Stattdessen handelt es sich bei der Adaption des gleichnamigen Romans von Claudia Piñeiro (Die Donnerstagswitwen) primär um ein Drama. Elena weiß Bescheid ist dabei einerseits das Porträt der Mutter. Gleichzeitig zeichnet der Film die Geschichte einer schwierigen Mutter-Tochter-Beziehung nach. Immer wieder baut Regisseurin Anahí Berneri Flashbacks ein, bei denen Vergangenheit und Gegenwart ineinander übergehen und die erklären, wie es zu allem kommen konnte. Die gealterte Protagonistin sieht zu, wie sich die Szenen von früher vor ihr abspielen, und muss sich dabei mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen.

Für Krimi-Fans ist das eher weniger interessant, dafür passiert zu wenig. Der Film richtet sich an ein Publikum, das gern persönliche Dramen sieht. Und selbst dieses muss sich darauf einstellen, dass das hier ein Geduldsspiel ist. Die Verfilmung lässt sich bei allem viel Zeit, so als wollte sie die geringe Laufgeschwindigkeit der Protagonistin imitieren. Darauf muss man sich einlassen können. Wer dazu in der Lage ist, sollte Elena weiß Bescheid einmal eine Chance geben. Gerade im Kontext des Netflix-Angebots, wo manipulative Herzschmerz-Dramen dominieren, ist es erfreulich auch einmal einen Vertreter zu haben, der bewusst zurückhaltend und sperrig ist, dabei aber eine nicht minder große Emotionalität erreicht. Der Film darf und soll weh tun, ohne dass am Ende noch einmal viel Zuckerguss draufgepackt wird oder man sich dem Kitsch ergibt.

Credits

OT: „Elena sabe“
IT: „Elena Knows“
Land: Argentinien
Jahr: 2023
Regie: Anahí Berneri
Drehbuch: Gabriela Larralde
Vorlage: Claudia Piñeiro
Musik: Jackson Souvenirs
Kamera: Federico Lastra
Besetzung: Mercedes Morán, Erica Rivas, Mey Scápola, Miranda de la Serna

Bilder

Trailer

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fazit
„Elena weiß Bescheid“ beginnt wie ein Krimi, wenn eine trauernde Mutter die Wahrheit hinter dem mutmaßlichen Selbstmord ihrer Tochter herausfinden will. Stattdessen ist die Adaption des gleichnamigen Romans ein sprödes, ruhig erzähltes und dabei beeindruckend gespieltes Drama um eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung.
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