Shirley 2024 Netflix Streamen online
© Glen Wilson/Netflix

Shirley (2024)

Shirley 2024 Netflix Streamen online
„Shirley“ // Deutschland-Start: 22. März 2024 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Ende der 1960er schreibt Shirley Chisholm (Regina King) Geschichte, als sie als erste schwarze Frau in das Repräsentantenhaus der USA gewählt wird. Doch die ehemalige Lehrerin hat nicht vor, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. So legt sie sich kurz nach dem Antritt mit dem mächtigen Sprecher des Hauses an, weil sie es nicht einsieht, als Vertreterin von New York City in einem Agrarausschuss zu sitzen. Und auch sonst hat die Politikerin größere Ambitionen: Sie ist fest entschlossen, für das Präsidentenamt zu kandidieren, was selbst bei der demokratischen Partei unerhört ist. Trotz der großen Skepsis, die man ihr entgegenbringt, lässt sie sich nicht von dem Vorhaben abbringen. Unterstützt von ihrem Ehemann Conrad (Michael Cherrie), den Beratern Wesley McDonald Holder (Lance Reddick) und Arthur Hardwick Jr. (Terrence Howard) sowie dem jungen Jurastudenten Robert Gottlieb (Lucas Hedges) nimmt sie den Kampf mit dem Establishment auf …

Eine Außenseiterin will bis ganz nach oben

Als Barrack Obama 2008 als erster Schwarzer zum US-Präsidenten gewählt wurde, war dies eine absolute Sensation, die im aktuellen politischen Klima irgendwie noch unglaublicher wirkt. Die zweite Sensation 2016 blieb aus, als es Hillary Clinton verpasste, als erste Frau das oberste Amt zu erlangen. Seither machen es nur die alten weißen Männer unter sich aus. Die Vorstellung, dass eine jüngere dunkelhäutige Frau Präsidentin werden könnte, fällt inzwischen unter Fantasy. Der Versuch, Kamala Harris als potenzielle künftige Kandidatin aufzubauen, ist katastrophal gescheitert. Das macht die Geschichte des Netflix-Dramas Shirley umso erstaunlicher, wenn hier eine schwarze Frau Ende 40 dafür kämpft, Kandidatin zu werden – im Jahr 1972 wohlgemerkt.

Der biografische Film lässt dann auch von Anfang an keinen Zweifel daran, dass hier Geschichte geschrieben wird. Oder zumindest fast, denn am Ende kommt es erwartungsgemäß anders. Das macht die Errungenschaften von Shirley Chisholm aber nicht weniger beeindruckend, die sich vor über 50 Jahren nicht mit den üblichen Gepflogenheiten der Politik zufriedenstellte. Shirley beschreibt sie als willensstarke Frau, die nicht klein beigeben wollte, mit einer Mischung aus Starrsinn und Gestaltungswillen Hindernisse anging, wo auch immer sie sich auftaten. Im Gegensatz zu einem weißen Milliardär und Reality-TV-Star, der sich als Außenseiter zu verkaufen versuchte, war eine schwarze Lehrerin aus einfachen Verhältnissen tatsächlich jemand, der aus einem ganz anderen Leben kommt.

Zu eintönig und brav

Leider hält sich Regisseur und Autor John Ridley, der zuvor unter anderem die Drehbücher für 12 Years a Slave und Ben Hur geschrieben hat, aber gerade mit diesen biografischen Aspekten zurück. Zwischendurch gibt es Szenen mit dem Ehemann und der Schwester, welche private Krisen und die Herkunft kurz thematisieren. Das wird aber immer sofort wieder fallengelassen. Und auch sonst gibt es wenig, was einem den Menschen hinter der Politikerin näherbringen könnte. Shirley ist so fasziniert davon, mit welch starkem Willen sie um die Zukunft ihres Landes kämpft, vor allem aber für die Rechte der Benachteiligten, dass drumherum nicht viel geschieht, was den Film recht eintönig macht.

Zum Teil wird das durch das Ensemble wieder aufgefangen. Im Mittelpunkt steht natürlich Regina King, die vor einigen Jahren als Regisseurin in One Night in Miami bereits einigen afroamerikanischen Ikonen ein Denkmal gesetzt hat. Als Schauspielerin demonstriert sie immer wieder eine große Präsenz, wenn die Politikerin vor keiner Auseinandersetzung zurückschreckt. Um sie herum versammelt sich ein ebenfalls hoch talentiertes Ensemble, selbst bis in kleine Nebenrollen ist das prominent besetzt. Zusammen mit der inspirierenden Geschichte ist da also schon einiges, wofür es sich lohnen würde, hier einmal vorbeizuschauen und die Zeitreise zu starten. Richtig mitreißend ist diese aber nicht, das sehr brave Drama Shirley hat in etwa die Lebendigkeit eines Referats an der Uni. Anschließend hat man einiges erfahren. Ein Blick auf Wikipedia hätte das aber ebenfalls geschafft.

Credits

OT: „Shirley“
Land: USA
Jahr: 2024
Regie: John Ridley
Drehbuch: John Ridley
Musik: Tamar-kali
Kamera: Ramsey Nickell
Besetzung: Regina King, Lance Reddick, Lucas Hedges, Brian Stokes Mitchell, Christina Jackson, Michael Cherrie, André Holland, Terrence Howard

Bilder

Trailer

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Shirley (2024)
fazit
„Shirley“ erzählt die inspirierende Geschichte von Shirley Chisholm, die Ende der 1960er die erste schwarze Kongressabgeordnete der USA wurde und später sogar Präsidentin werden wollte. Der Film ist dabei so sehr von den Errungenschaften und ihrem starken Willen fasziniert, dass er ganz vergisst, den Menschen hinter dem Symbol zu beleuchten.
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