Der Fall Chompoo: Vermisst und vergessen Netflix Streamen online Video on Demand
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Der Fall Chompoo: Vermisst und vergessen

Der Fall Chompoo: Vermisst und vergessen Netflix Streamen online Video on Demand
„Der Fall Chompoo: Vermisst und vergessen“ // Deutschland-Start: 20. August 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Meine wöchentliche Ration True Crime gib mir heute. Dass Netflix gern reale Verbrechen auspackt, um damit ein Publikum vor die Bildschirme zu locken, ist kein Geheimnis. Der Streamingdienst hat aus dem Bedürfnis nach Mord und Todschlag ein einträgliches Geschäft gemacht und bringt deshalb andauernd Filme und Serien heraus. Immerhin, zurzeit geht es da richtig international zu. Zuletzt war da Charles Manson: Selbstporträt eines Serienmörders, das an den Sektenführer erinnert und auch ehemalige Anhängerinnen zu Wort kommen lässt. Davor bewegten wir uns im Umfeld von Wirtschaftsverbrechen, wenn wir in Die Trustor-Affäre von einem dreisten Betrug bei der Übernahme einer schwedischen Investmentfirma erfahren. Miguel Àngel Blanco: 48 Stunden, die Spanien veränderten wiederum erzählte von einem Mann, der von der baskischen Terrororganisation ETA entführt wurde. Jetzt steht mit Der Fall Chompoo: Vermisst und vergessen ein Ausflug nach Thailand an.

Rätsel um ein totes Kind

Genauer erzählt der Dokumentarfilm von dem gleichnamigen dreijährigen Mädchen, das 2020 in einem abgelegenen Dorf spurlos verschwand. Einige Tage später bewahrheiten sich die schlimmsten Befürchtungen und das Kind wird tot in einem Wald gefunden. Die Trauer mischte sich jedoch mit Verwirrung. Wie konnte Chompoo so weit in den Wald kommen, an einen derart isolierten Ort? Selbst Erwachsene hätten damit ihre Schwierigkeiten gehabt. Da lag schnell der Verdacht nahe, dass da jemand seine Hände im Spiel hatte und ein Verbrechen vorliegt. Der Fall Chompoo: Vermisst und vergessen ist an der Stelle eine dieser Mystery-Dokumentationen, bei denen das Publikum rätseln darf, was da geschehen ist, wer der oder die Schuldige war und warum man es auf das Kind abgesehen hat.

Das Problem war dabei, dass es kaum Spuren gab und deshalb die Ermittlungen nicht vorankamen. Wo aber Antworten fehlen, entsteht Raum für Spekulationen. Und das geschah hier ausgiebig. Nicht nur die Bevölkerung des Dorfes kam mit Ideen an, wer da was getan hat. Auch Presse, Influencer oder Schaulustige beteiligten sich an den Theorien, warfen alles Mögliche in den Raum. Der Fall Chompoo: Vermisst und vergessen ist deshalb streckenweise keine Dokumentation über den Todesfall eines Mädchens, sondern darüber, wie eine tragische Geschichte zu einer Mediensensation wurde. Beispielsweise gab es einen Verdächtigen, der quasi ein Star wurde und sehr viel Aufmerksamkeit erhielt, weil er eine gute Geschichte war. Und das war dann alles, was zählte.

Ein grotesker Medienzirkus

Der Fall Chompoo: Vermisst und vergessen wird auf diese Weise zwischendurch zu einer Art Gesellschaftskritik bzw. Medienkritik, wenn die Menschen das Leid der Familie ausschlachteten. Hinzu kam, dass schnell vorverurteilt wurde, teils aus sehr oberflächlichen und unsinnigen Gründen. Die Wahrheit wurde auch da zur Nebensache. Aus der Suche nach Antworten wurde ein Zirkus, an dem sich viele beteiligten. Das zur Sprache zu bringen, ist legitim. Allerdings konzentriert sich die Doku selbst so sehr darauf, dass sie sich quasi an genau dem schuldig macht, was sie bei anderen kritisiert hat. Man macht hier selbst mit bei dem Rummel und ignoriert zwischenzeitlich die Ermittlungen, was den Film ein klein wenig heuchlerisch macht.

Dennoch ist er durchaus einen Blick wert. So ist es trotz der an und für sich internationalen Ausrichtung von Netflix selten, auch einmal eine True-Crime-Doku aus Fernost zu bekommen. Der Fall Chompoo: Vermisst und vergessen vermeidet es auch, zu voyeuristisch an die Sache heranzugehen, wie man es aus dem Segment oft gewohnt ist. Die Geschichte ist zudem so bizarr, dass der Film auch deshalb aus dem enormen Angebot hervorsticht. Man muss sich nur eben darauf einstellen, dass der Fokus ein anderer ist, als man das hätte erwarten können und als es zumindest für manche wünschenswert gewesen wäre.

Credits

OT: „Chomphu: Dek Hai Thi Thuk Luem“
IT: „Chompoo: Lost & Forgotten“
Land: Thailand
Jahr: 2026
Regie: Nontawat Numbenchapol
Kamera: Rimvydas Leipus

Trailer

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fazit
In „Der Fall Chompoo: Vermisst und vergessen“ wird in einem thailändischen Dorf der Fund einer Mädchenleiche zu einem bizarren Medienzirkus. Die True-Crime-Doku ist teils mehr Gesellschaftskritik als wirkliche Ermittlung, was ein bisschen heuchlerisch ist. Aber sie ist schon ganz interessant geworden.
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