Jak pokochałam gangstera How I Fell in Love with a Gangster Netflix
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How I Fell in Love with a Gangster

Inhalt / Kritik

Jak pokochałam gangstera How I Fell in Love with a Gangster Netflix
„How I Fell in Love with a Gangster“ // Deutschland-Start: 12. Januar 2022 (Netflix)

Nikodem „Nikoś“ Skotarczak (Tomasz Wlosok) weiß, was er vom Leben will: Geld. Viel Geld. Er möchte nur nicht unbedingt dafür arbeiten müssen, zumindest auf reguläre Weise. Stattdessen finanziert er sich durch eine Reihe weniger legaler Aktivitäten. Als besonders ertragreich stellt sich heraus, illegal erworbene Autos in sein Heimatland Polen zu schaffen. Das bringt ihm einigen Ruhm, von Reichtum ganz zu schweigen. Aber es bringt ihm auch eine Menge Ärger. Immer wieder gerät er dabei mit dem Gesetz in Konflikt, sieht auch schon mal ein paar Gitter von der Innenseite. Da wäre außerdem noch die Konkurrenz, die nur darauf wartet, ihm endlich ein gutes Stück seines Geschäftes abzuluchsen. Und selbst privat läuft das in seinem Leben nicht immer ganz rund …

Langfassung eines kriminellen Lebens

Und die polnische Offensive bei Netflix geht weiter. Nachdem es zuletzt dank des Streamingdienstes so unterschiedliche Titel wie das Familienabenteuer David und die Weihnachtselfen, die umstrittene Horrorfortsetzung Nobody Sleeps in the Woods Tonight – Teil 2 und die Krimikomödie Reif für einen Mord zu uns geschafft haben, wird es bei dem neuesten Zuwachs richtig episch. Zwar wird How I Fell in Love with a Gangster offiziell als Film gehandelt. Bei einer Laufzeit von drei Stunden darf man diese Einteilung aber schon ein wenig in Frage stellen, da ist so manche Serie kürzer ausgefallen. Wobei diese Stunden inhaltlich durchaus gerechtfertigt werden können, schließlich sollen hier gleich mehrere Jahrzehnte aus dem Leben eines Gangsters behandelt werden. Und das braucht Zeit.

Es braucht allerdings auch Geduld. So richtig eilig hat es Regisseur und Drehbuchautor Maciej Kawulski dann doch nicht, wenn er die Lebensgeschichte des Verbrechers auspackt. Das ist bei groß angelegten Kriminalbiografien natürlich keine Seltenheit. Der Pate war genauso lang. Während beim preisgekrönten Meisterwerk jedoch gleich die Geschichte einer gesamten Gangsterfamilie verhandelt wurde, da ist das auf einer wahren Geschichte basierende How I Fell in Love with a Gangster sehr viel kleiner angelegt. Tatsächlich geht es überwiegend um Nikos und wie er sich im Lauf der Jahrzehnte so schlägt, privat wie beruflich. Angefangen bei den ersten relevanten Schritten in die Unterwelt über die Hochzeit, wenn ihm alles zuzufliegen schien bis zu dem unweigerlichen Absturz. Wie das nun einmal so ist. Alles ist endlich, selbst eine Verbrecherkarriere.

Ansprache ans Publikum

Für den Betroffenen sind die Turbulenzen zwangsläufig nicht immer ganz angenehm. Als Zuschauer bzw. Zuschauerin darf man aber zumindest streckenweise seinen Spaß damit haben. Ungewöhnlich ist, dass Kawulski immer mal wieder die Vierte Wand durchbricht. Auch durch Voiceover und ähnliches sorgt er dafür, dass ein bisschen Abwechslung in das Langzeitporträt kommt. Und dann wäre da ja noch die Frau, die gleich zu Beginn gezeigt wird und von der zunächst nicht klar ist, wer sie sein soll. Dass sie von Bedeutung ist, ist hingegen schon klar. Irgendwie muss der Titel How I Fell in Love with a Gangster ja gerechtfertigt werden. Wobei man dabei nicht so wahnsinnig viel Romantik erwarten sollte. Dafür gibt es auch einfach zu viele Frauen, die irgendwann bei ihm auftauchen.

Ein Held ist Nikoś damit weniger, selbst losgelöst von seinen kriminellen Machenschaften ist er moralisch flexibel. Trotzdem versucht How I Fell in Love with a Gangster, ihn nicht zu einem reinen Bösewicht zu machen, sondern auch zu zeigen, was ihn antreibt und wie er es so weit kommen lassen konnte. Zusammen mit der historischen Komponente, wenn der Film auf die deutsch-polnische Entwicklung zurückschaut, und den atmosphärisch-blassen Bildern ist da schon einiges drin, wofür sich ein Einschalten lohnt. Dennoch, die drei Stunden ziehen sich. Auch wenn das polnische Krimidrama immer mal wieder unterhaltsame Momente hat, Hauptdarsteller Tomasz Wlosok gehörig Präsenz zeigt und in seiner Rolle aufgeht: Das ist am Ende einfach nicht genug für dieses Format.

Credits

OT: „Jak pokochałam gangstera“
Land: Polen
Jahr: 2022
Regie: Maciej Kawulski
Drehbuch: Maciej Kawulski, Krzysztof Gureczny
Musik: Aleksander Milwiw-Baron, Grzech Piotrowski, Mateusz Schmidt
Kamera: Bartek Cierlica
Besetzung: Tomasz Wlosok, Antoni Królikowski, Agnieszka Grochowska, Krystyna Janda, Sebastian Fabijanski, Magdalena Lamparska, Julia Wieniawa-Narkiewicz

Bilder

Trailer

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„How I Fell in Love with a Gangster“ ist das phasenweise unterhaltsame Porträt eines Verbrechers, von den Anfängen bis zum Absturz. Größtes Problem ist, dass die Laufzeit von drei Stunden einfach überdimensioniert ist. Auch wenn der polnische Krimi versucht, etwa durch das Durchbrechen der Vierten Wand, für Abwechslung zu sorgen, das zieht sich einfach zu sehr.
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