Reingelegt Incastrati Framed! A Sicilian Murder Mystery Netflix Serie
© Netflix/Dario Palermo

Reingelegt! – Staffel 1

Inhalt / Kritik

Reingelegt Incastrati Framed! A Sicilian Murder Mystery Netflix Serie
„Reingelegt!“ // Deutschland-Start: 27. Januar 2022 (Netflix)

Seit ihrer Kindheit sind Salvo (Salvatore Ficarra) und Valentino (Valentino Picone) eng miteinander befreundet. Inzwischen sind sie auch verschwägert, ist Salvo doch mit Valentinos Schwester Ester (Anna Favella) verheiratet. Gemeinsam haben sie zudem ein kleines Unternehmen für Haushaltsgeräte. Als sie eines Tages unterwegs sind, um einen Fernseher zu reparieren, entdecken sie in der Wohnung die Leiche des Besitzers. Aus Angst, dass sie selbst für die Täter gehalten werden könnten, machen sie sich an die Arbeit, alle Spuren zu verwischen und unbemerkt zu verschwinden. Wie das geht, wissen sie aus dem Fernsehen, eine langjährige Krimiserie hat ihnen alles vermittelt, was sie wissen müssen. Die Sache hat nur einen Haken: Der Tote stellt sich als der Geliebte von Ester heraus, was Salvo ein bedeutendes Motiv verleiht …

Ein eingespieltes Komik-Duo als Serientäter

In ihrer Heimat Italien haben Salvo Ficarra und Valentino Picone doch einiges erreicht. Das Komiker-Duo, welches Regie führt, Drehbücher schreibt und auch selbst vor der Kamera steht, hat eine Reihe von Filmen gedreht, stand auch gemeinsam auf der Bühne. Hinz kommen einige Bücher, welche sie verfasst haben. Hierzulande hat man von dieser Popularität bislang recht wenig mitbekommen. Sowohl Ab heute sind wir ehrlich wie auch Once Upon a Time in Bethlehem gingen in unseren Kinos ziemlich unter. Aber vielleicht ändert sich das ja jetzt dank Netflix, die mit Reingelegt! die erste Serie der beiden ins Programm aufgenommen haben. Das Timing dafür war jedoch wenig günstig, schließlich startete sie parallel zu acht weiteren neuen Serien – darunter All of Us Are Dead und Chosen. Dass die deutsche Synchro erst später nachgeschoben wurde, war ebenfalls unglücklich.

Diese äußeren Umstände haben natürlich wenig Auswirkungen auf die Qualität. Eine gute Serie bleibt auch in einem ungünstigen Umfeld eine gute Serie. Nur, so richtig gut ist Reingelegt! leider nicht. Das grundsätzliche Szenario ist dabei klar bewährt. Dass bislang unbescholtene Bürger ohne eigenes Verschulden in eine böse Geschichte hineinschlittern, für ein Verbrechen verantwortlich gemacht werden, das sie gar nicht begangen haben, und nun ihre Unschuld beweisen müssen: kennen wir. Im Thriller ist das ein seit Jahrzehnten gern angewendetes Szenario. Hitchcock griff darauf zurück. Heute wird es gern mal im Zusammenhang mit kleineren Verschwörungstheorien verwendet oder auch als Anklage gegen Politik und Wirtschaft. Das David-gegen-Goliath-Prinzip.

Zu früh gefreut

Ganz so ambitioniert zeigen sich Ficarra und Picone aber nicht. Hier gibt es kaum etwas, das gesellschaftlich relevant wäre. Lediglich ein kurzer Spießrutenlauf bei den Behörden nimmt die staatliche Korruption aufs Korn nimmt, so wie es die beiden schon bei Ab heute sind wir ehrlich getan haben. Ansonsten bleiben sie aber im Kleinen und wollen in erster Linie Spaß damit haben, die beiden Protagonisten von einer blöden Situation in die nächste stolpern zu lassen. Von denen gibt es jede Menge, sind die beiden Pechvögel doch nicht die geschicktesten oder erfahrensten, wenn es um das Bewältigen von Krisen geht. Es gibt nichts, was nicht so schlimm ist, dass man es nicht noch schlimmer machen könnte. Wobei Reingelegt! keine reine Slapstick-Blödel-Angelegenheit ist im Stil von Der rosarote Panther. Salvo und Valentino haben durchaus Ideen, zum Teil auch die richtigen. Sie sind nur völlig überfordert.

Ein Running Gag ist, wie sie basierend auf im Fernsehen gesammelten Krimiwissen die Situation lösen wollen. Das ist in den ersten Folgen durchaus amüsant, trotz des Hangs zu unnötigen Wiederholungen. Später bewegt sich die Serie jedoch weg von der reinen Vertuschung und integriert die tatsächlichen Verbrecher. Das ist zwar an und für sich naheliegend, zumal die Geschichte ja auch irgendwie vorankommen muss. Tatsächlich unterhaltsam ist das aber nur zu Beginn, wenn wie bei der Vertuschungsaktion zwei Leute mit einer Situation kämpfen, die sie nicht im Griff haben. Später ist Reingelegt! trotz einer weiteren Eskalation nicht so wirklich spannend oder lustig, lediglich eine Wendung ist noch nennenswert. Aufgrund des netten Einstiegs kann man hier mal reinschauen, zumal die Staffel nur sechs Folgen à 30 Minuten hat. Der große Durchbruch wartet hier aber kaum. Wer eine tatsächlich unterhaltsame Krimikomödie im Serienformat sehen möchte, der greift lieber zu The Afterparty.

Credits

OT: „Incastrati“
IT: „Framed! A Sicilian Murder Mystery“
Land: Italien
Jahr: 2022
Regie: Salvatore Ficarra, Valentino Picone
Drehbuch: Salvatore Ficarra, Valentino Picone
Musik: Paolo Buonvino
Kamera: Daniele Ciprì
Besetzung: Salvatore Ficarra, Valentino Picone, Anna Favella, Marianna Di Martino, Tony Sperandeo, Maurizio Marchetti, Mary Cipolla

Bilder

Trailer

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„Reingelegt!“ ist eine grundsätzlich nette Krimikomödie um zwei Freunde, die plötzlich in einen Mordfall verwickelt werden und ihre Unschuld beweisen müssen. Das ist anfangs ganz amüsant, wenn sie auf ihr durch eine TV-Serie angeeignetes Krimiwissen zurückgreifen. Später wird es jedoch, trotz zunehmender Eskalation, ein bisschen langweilig.
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