Non Mi Uccidere Töte mich nicht Netflix
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Töte mich nicht

Non Mi Uccidere Töte mich nicht Netflix
„Non Mi Uccidere“ // Deutschland-Start: 21. Februar 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Junge Liebe kann so schön sein – aber auch sehr zerstörerisch. Nachdem sich die 19-jährige Mirta (Alice Pagani) und der mysteriöse Robin (Rocco Fasano) in einem Nachtclub nähergekommen sind, entwickelt sich eine stürmische Liebesbeziehung zwischen ihnen. Während Mirta still und unscheinbar wirkt, liebt Robin das Risiko. Das zeigt sich nicht nur in halsbrecherischen Autofahrten, sondern auch in seinem Drogenkonsum, in den er Mirta leider mit hineinzieht. Die beiden sterben an einer Überdosis. Während Mirtas Eltern noch trauern, erwacht ihre Tochter im Grab wieder zum Leben. Doch Mirta muss feststellen, dass sie nicht mehr dieselbe ist wie vor ihrem Tod. Körperliche Veränderungen wie sich dunkel verfärbende Haut und abfallende Fingernägel sind nur ein Zeichen dafür. Ein anderes ist ihr plötzlicher Hunger auf frisches Menschenfleisch …

Stimmungsvoller Einstieg

Der Netflix-Film Töte mich nicht beginnt voller Hochspannung mit einer irrsinnigen Raserei über enge Alpenstraßen, bevor Mirta und Robin schließlich sterben. Ihr Kennenlernen und einige Eindrücke aus ihrer Beziehung bekommt man erst später im Verlauf des Films in Rückblenden zu sehen. Bald nachdem Mirta als „Übertote“ zurückkehrt und sich aus ihrem Grab befreit, geht dem Film jedoch die Puste aus. Zwar gelingen Regisseur Andrea De Sica ein paar stimmungsvolle Bilder und furchteinflößende Szenen. Wenn Mirta vollkommen verwirrt über ihren Zustand nachts durch die Stadt und schließlich zurück nach Hause irrt, wirkt das in blauschwarze Töne getauchte Bild beinahe, als befinde sie sich in einer Parallelwelt. Auch als sie sich das erste Mal ein menschliches Opfer sucht und anfängt, dieses bei lebendigem Leibe zu verspeisen, wirkt die Szene so richtig abstoßend und eklig, wie es sich für einen ordentlichen Zombiefilm gehört.

Von solchen Ausnahmen abgesehen zieht sich die dünne Handlung allerdings ziemlich schwerfällig hin. Mirta muss mit ihrem Zombiedasein klarkommen, lernt eine Mentorin kennen, die sie in die Regeln der Übertoten einführt und schleppt sich ebenso träge dahin, wie der ganze Film. Die Musik ist elektronisch-minimalistisch, trägt aber kaum zu einer gelungenen Atmosphäre des Films bei, sondern bleibt unauffällig im Hintergrund. Zusätzlich kommen im Soundtrack ein paar bekannte Stücke zum Einsatz, die man schon zu oft in anderen Film- und Fernsehproduktionen gehört hat (wie etwa Julee Cruises The Nightingale), die aber immerhin Stimmung erzeugen.

Ein Kampf ohne wirklichen Hintergrund

Zum Glück besteht die Handlung nicht nur in einem reinen Umherirren der untoten Mirta, sondern führt auch noch eine Gruppe von Antagonisten ein. Aus dem so entstehenden Konflikt macht das Drehbuch aber viel zu wenig. Die Hintergründe werden kaum erklärt und den entsprechenden Figuren wird zu wenig Raum gegeben, sodass einen die finale Konfrontation relativ kalt lässt, da einen der Film zu diesem Zeitpunkt schon längst verloren hat. Ominöse Sätze wie „Es gibt Schlimmeres als den Tod.“ genügen eben nicht, um den Zuschauer bei der Stange zu halten, wenn solche bedrohlichen Ankündigungen dann hinterher nicht genügend unterfüttert werden.

Die gelegentlich eingestreuten Rückblenden in die Zeit, als Mirta und Robin noch am Leben und glücklich zusammen waren, bringen zwar etwas Abwechslung, tragen im Endeffekt aber nicht besonders viel zur Geschichte bei. Einzig, dass Mirta zu Lebzeiten schüchtern, still und wenig selbstbestimmt war, erfährt man dabei. So ganz kann man sich aber nie sicher sein, ob das wirklich die gewollte Botschaft ist oder nur das, was man aus Alice Paganis meist recht ausdrucksarmen Spiel herausliest. Mit einer Laufzeit von 90 Minuten ist Töte mich nicht für heutige Verhältnisse ein kurzer Film, der aber gar nicht so kurz wirkt, sondern sich spätestens ab der Mitte ganz schön zieht. Auf der Habenseite stehen hier zwar ein paar verstörende bis eklige Gore-Szenen und die Andeutung einer Hintergrundgeschichte, in der zwei mächtige Fraktionen gegeneinander kämpfen. Da der Film aus letzterer aber nichts macht, sondern es nur bei vagen Andeutungen belässt, hinterlässt er letztendlich den Eindruck eines langweiligen TV-Pilotfilms, nach dem man aber gar keine Lust hat, zu erfahren, wie es weitergeht.

Credits

OT: „Non Mi Uccidere“
Land: Italien
Jahr: 2021
Regie: Andrea De Sica
Drehbuch: Gianni Romoli, Andrea De Sica,  Antonio Le Fosse, Giacomo Mazzariol, Marco Raspanti, Romolo Re Salvador, Eleonora Trucchi
Musik: Andrea De Sica, Andrea Farri
Kamera: Francesco Di Giacomo
Besetzung: Alice Pagani, Rocco Fasano, Silvia Calderoni, Fabrizio Ferracane

Trailer

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Töte mich nicht
Fazit
"Töte mich nicht" beginnt in den ersten Minuten rasant, dann geht dem Film aber schnell die Puste aus. Schauspiel, Handlung, Charakterisierungen und Inszenierung sind hier bestenfalls durchschnittlich; vergeblich denkt man sich beim Zuschauen: Langweile mich nicht!
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