Inhalt / Kritik

La Venganza de Las Juanas Fünffache Rache Netflix

„Fünffache Rache“ // Deutschland-Start: 6. Oktober 2021 (Netflix)

Eigentlich gibt es nichts, was die fünf jungen Frauen vereint. So dachten sie zumindest. Sie kennen sich nicht, verkehren in verschiedenen Kreisen, führen ganz unterschiedliche Leben. Und doch gibt es zwei kuriose Gemeinsamkeiten, wie sie eines Tages verblüfft feststellen. Als wäre es nicht schon komisch genug, dass Juana Valentina (Renata Notni), Juana Caridad (Oka Giner), Juana Bautista (Sofía Engberg), Juana Matilde (Juanita Arias) und Juana Manuela (Zuria Vega) alle denselben Vornamen tragen. Sie haben zudem alle dasselbe Muttermal in Form eines Fisches. Auf der Suche nach einer Erklärung stellen sie fest, dass sie außerdem alle denselben Vater haben. Ein Vater, der ihre jeweiligen Mütter betrogen und misshandelt hat. Und so beschließen sie die fünf, sich zusammenzuschließen und es dem gemeinen Simón Marroquín (Carlos Ponce) heimzuzahlen …

Sinnlosigkeit als Konzept

Es gäbe keinen Zufall in dieser Welt, lässt einen Bautista irgendwann wissen. Mehrfach sogar. Und sie muss es wissen, hat sie doch immer wieder Visionen und demonstriert hellseherische Fähigkeiten. Das unterscheidet sie von den anderen, die so unterschiedliche Alleinstellungsmerkmale wie die einer Nonne oder einer Stripperin haben. Wenn die fünf an jenem schicksalshaften Tag zusammengeführt wurden, dann muss das entsprechend eine höhere Macht gewesen sein. Stimmt. Eine Macht, die auf die Namen Jimena Romero und Alejandro Reyes hören, die Drehbuchautoren der Netflix-Serie Fünffache Rache. Und da man mit dem Hinweis auf eine höhere Macht den größtmöglichen Blödsinn erzählen kann, der einem so einfällt, nutzen sie die Blankovollmacht auch ausgiebig.

Wobei man den beiden zugutehalten muss, dass dieser geballte Blödsinn gar nicht wirklich auf sie zurückgeht. Stattdessen handelt es sich bei der mexikanischen Produktion um ein Remake der kolumbianischen Serie Las Juanas. Auch dort ging es – der Titel verrät es bereits – um mehrere Juanas, die ein gemeinsames Abenteuer erleben. Es ist außerdem nicht das erste Remake, nicht einmal das erste aus Mexiko. Tatsächlich ist Fünffache Rache bereits die dritte Version aus dem mittelamerikanischen Land, welche in Grundzügen auf dem Werk aus dem Süden basiert. Letzteres war übrigens richtig umfangreich. Während in Kolumbien seinerzeit 110 Folgen produziert wurden, bringt es die Netflix-Version in der ersten Staffeln auf „nur“ 18.

Hochglanz-Intrigen und düstere Geheimnisse

Über einen mangelnden Inhalt braucht man sich dennoch nicht zu beklagen. Stattdessen sind die Folgen vollgestopft mit den unglaublichsten Ereignissen und Wendungen. Wer gemeint hat, dass fünf identische Vornamen und fünf identische Muttermale schon nicht so ganz glaubwürdig sind, der muss sich auf jede Menge mehr einstellen. Fünffache Rache ist komplett frei von Scham, wenn es darum geht, alles auf den Kopf zu stellen. Zum Teil ist man das bei Netflix inzwischen gewohnt. Der Streamingdienst nimmt immer wieder mal Serien ins Programm auf, die Genreanleihen mit Seifenoper-Drama verbinden – siehe etwa Luna Park und Jemand muss sterben. Da treffen Hochglanzgeschichten auf ganz viele Intrigen und düstere Geheimnisse.

Fünffache Rache ist aber noch mal ein ganz eigenes Kaliber. Hier werden so viele hanebüchene Geschichten miteinander verwoben, dass man sich fragt, ob das nicht doch schon als Parodie gemeint war. Tatsächlich wäre die Serie als Komödie besser gewesen. So heißt es jedoch, sich mit der unfreiwilligen Komik zufriedengeben zu müssen, wenn hier so richtig doll auf Abgrund gemacht wird. Immerhin: Das Ensemble ist, wie praktisch immer bei solchen Seifenopern, ausgesprochen attraktiv. Wem die Mischung aus Eye Candy, stereotypen Bösewicht-Karikaturen und Wundertüteninhalt gefällt, der wird hier bedient. Der Rest wird allenfalls von seiner Neugierde gefesselt, welcher Blödsinn wohl als nächstes folgt.

Credits

OT: „La Venganza de Las Juanas“
Land: Mexiko
Jahr: 2021
Regie: Pepe Castro, Rodrigo Ugalde De Haene
Drehbuch: Jimena Romero, Alejandro Reyes
Musik: Pessi Levanto
Kamera: Jose Casillas, Adrian Patiño
Besetzung: Renata Notni, Oka Giner, Sofía Engberg, Juanita Arias, Zuria Vega, Carlos Ponce, Iván Amozurrutia, Federico Espejo, Jorge Antonio Guerrero, Ludyvina Velarde, Verónica Merchant, Mauricio Isaac, Fernando Becerril

Bilder

Trailer

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Fünffache Rache – Staffel 1
Fünf junge Frauen, alle mit demselben Muttermal und demselben Vornamen, entdecken, dass sie denselben Vater haben: „Fünffache Rache“ beginnt bereits mit einem absurden Szenario und schafft es im Anschluss, den Blödsinn noch weiter zu steigen und sich selbst dabei noch ernst zu nehmen. Fans solcher wendungsreichen Hochglanz-Seifenopern schauen rein. Der Rest wird hier höchstens aufgrund der unfreiwilligen Komik seinen Spaß haben.
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Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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