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Fünfzehn Tage sind für immer

„Fünfzehn Tage sind für immer“ // Deutschland-Start: 19. August 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Felipe (Miguel Lallo) hat nicht unbedingt einen Traumkörper. Er selbst hält sich sogar für richtig fett, weshalb der Schüler sich in Fantasien stürzt, um seinem traurigen Alltag und den Schikanen durch die anderen Schüler zu entkommen. Fantasien von Caio (Diego Lira) zum Beispiel, seinem großen Schwarm. Der wohnt nebenan, ist aber so gutaussehend, dass er wie aus einer anderen Welt wirkt. Umso größer ist der Schock, als der beliebte Jugendliche während der Sommerferien ausgerechnet bei Felipe und seiner Mutter Rita (Débora Falabella) einzieht. Und als wäre das nicht alles schon kompliziert genug, macht Felipe eine schockierende Entdeckung: Cairo ist ebenfalls schwul …

Die Komik der Liebe

Diesen Monat hat Netflix bereits einige Titel veröffentlicht, die mit komplizierten zwischenmenschlichen Geschichten das Publikum erheitern sollen. Dafür ging es wieder einmal auf Weltreise. Aus Südkorea kam die Serie Our Sticky Love um eine Frau mit Gedächtnisverlust und einen Mann, der behauptet, ihr Freund zu sein – woran sie sich natürlich auch nicht erinnern kann. Der US-amerikanische Beitrag Don’t Say Good Luck erzählt von einer Jugendlichen, die zwischen Musicalauftritt, erster Liebe und einer schwerkranken Mutter vermitteln muss. Deutschland wiederum brachte Mein bester Freund, seine Freundin und ich ins Spiel, wo sich ein Mann mit der neuen Partnerin seines besten Freundes zofft. Nun geht die Weltreise wieder, diesmal steht Fünfzehn Tage sind für immer auf dem Programm.

Die Geschichte ist dabei sehr universell. Wenn sich Felipe zu Beginn des Films selbst als fett bezeichnet, ist das zwar übertrieben. So wie Filme oft in einer Parallelwelt zu leben scheinen. Bei Fünfzehn Tage sind für immer funktioniert das aber besser, da es hier eben um einen Jugendlichen geht, der sich in seinem eigenen Körper nicht wohl fühlt. Das ist dann selten objektiv. Auch Punkte wie die Schwärmerei für jemanden, der so viel besser aussieht, dass er unerreichbar erscheint, kommt einem bekannt vor. Gerade ein jugendliches Publikum wird sich in Felipe und dessen Erfahrungswelt wiederfinden. Zumal auch andere irgendwie zu kämpfen haben, ganz ohne Probleme ist da niemand – selbst wenn der Protagonist das so nicht sieht.

Nett und optimistisch

Das ist dann auch eines der größten Themen. Felipe muss erkennen, dass die Welt komplexer ist, dass sich nicht alles nur um Körperbau dreht – und er kein Monopol auf Unglück hat. Wobei Fünfzehn Tage sind für immer sehr zurückhaltend ist, was die Darstellung eben dieses Unglücks angeht. So würden sich die Themen eigentlich für ein Drama anbieten. Stattdessen nimmt die Adaption des 2017 veröffentlichten Romans Quinze Dias von Vitor Martins wie oben beschrieben mit Humor. Das ist prinzipiell natürlich legitim, da der Film auch ein Mutmacher sein soll. Nicht nur, dass es ein obligatorisches Happy End gibt. Zwischendurch darf es ebenfalls nie wirklich schlimm werden. Das Mobbing wird nicht groß gezeigt, Probleme verschwinden einfach so, ohne dass viel dafür getan werden muss.

Das ist dann ein bisschen schade. Ein bisschen mehr Zeit hätte sich der Film schon nehmen können, um sich auf die Themen einzulassen und deren Tragweite aufzuzeigen. So bleibt vieles dann doch eher behauptet und oberflächlich. Man kann hier nicht so wahnsinnig viel mitfühlen. Wer das gar nicht braucht, findet hier eine nette Wohlfühl-Liebeskomödie, die einen mit etwas mehr Optimismus wieder zurück in die Welt da draußen schickt. Dass dieser in Fünfzehn Tage sind für immer nicht wirklich erarbeitet wurde, sondern ein Gratisgeschenk ist, schmälert den Eindruck zwar. Aber man kann sich das hier trotz allem gut anschauen.

Credits

OT: „Quinze Dias“
IT: „Here the Whole Time“
Land: Brasilien
Jahr: 2025
Regie: Daniel Lieff
Drehbuch: Ray Tavares, Vitor Brandt
Vorlage: Vitor Martins
Musik: Érico Theobaldo, Remi Chatain
Kamera: Daniel Primo
Besetzung: Miguel Lallo, Diego Lira, Débora Falabella, Mika Soeiro, Bel Moreira, Mariana Santos, Olívia Araújo, Márcio Vito, João Pedro Chaseliov

Trailer

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Fünfzehn Tage sind für immer
fazit
In „Fünfzehn Tage sind für immer“ erkennt ein übergewichtiger Junge, dass sein großer Schwarm ebenfalls schwul ist. Die Romanadaption schafft viel Identifikationsfläche für ein jugendliches Publikum und entlässt dieses mit Optimismus wieder in die Welt da draußen. Tatsächlich erarbeitet wird dieser aber nicht, das diverse Themen und Probleme kaum vertieft werden.
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