Fishbowl Wives Netflix
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Fishbowl Wives – Staffel 1

Fishbowl Wives Netflix
„Fishbowl Wives – Staffel 1“ // Deutschland-Start: 14. Februar 2022 (netflix)

Inhalt / Kritik

Seit ihrem Unfall vor ein paar Jahren ist es Sakura (Ryoko Shinohara) nicht mehr möglich, ihrer vorherigen Arbeit in einem Schönheitssalon nachzugehen. Ihre Ehe zu Takuya (Masanobu Ando), einem reichen Unternehmer, gibt ihr nicht nur emotionalen, sondern vor allem auch wirtschaftlichen Rückhalt, für den sie ihm mehr als dankbar ist. Über die Jahre hinweg hat sich ihre Beziehung jedoch sehr verändert und während Sakura immer mehr zu einer Hausfrau wurde, haben sich Takuyas geschäftliche Interessen vermehrt. Am Vorabend der Eröffnung eines Schönheitssalons, den Sakura theoretisch führt, aber praktisch von allen Entscheidungen ausgeschlossen ist, ist ihren Freundinnen mehr als deutlich, dass sie nur ausgenutzt wird. Zu dem Freundeskreis gehören Yuka (Shizuka Nakamura), die schon lange einen Kinderwunsch hat, aber sich von ihrem Mann nicht ernst genommen fühlt, sowie Noriko (Saori Seto), einer sehr talentierten Köchin, die ihrem Gatten treu ergeben ist. Auch Yuriha (Anzu Lawson) ist Sakura Freundin, doch zugleich eine von vielen Affären, die Takuya unterhält, wobei sie mit dem Wissen über die Untreue ihres Mannes gegenüber Sakura kokettiert. Als die Freundinnen von einer Feng-Shui-Expertin den Rat erhalten, sich zum Erhalt ihrer Ehe ein Haustier zuzulegen, da diese Pflege eines solchen das Leben in einer Beziehung erheblich stärken könne, ist es zuerst nur Sakura, die dem nachkommt und sich im Goldfischgeschäft des jungen Haruto (Takanori Iwata).

Der Kauf des Goldfisches stößt bei Takuya jedoch auf wenig Begeisterung, denn es kommt zu einem Streit und schließlich gar zu Handgreiflichkeiten, in deren Folge Sakura die gemeinsame Wohnung verlässt. Bei Haruto findet sie nicht die richtige Pflege für ihren Goldfisch, den sie vor der Wut ihres Mannes gerade noch retten konnte, sondern einen Mann, der Verständnis zeigt, aufmerksam ist und zudem ein großer Träumer. Zwischen den beiden entspinnt sich eine Romanze, doch zugleich die Gewissheit, dass Sakura sich von Takuya wird trennen müssen, was nicht einfach ist, hat er doch bislang jeden Schritt in ihrem Leben kontrolliert.

Romantische Untreue

Basierend auf einem Manga aus der Feder Ryo Kurosawas, der auch das Drehbuch einer Episode der insgesamt achtteiligen Serie schrieb, erzählt Fishbowl Wives die Geschichte von insgesamt sechs Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen in ihrer Ehe oder Beziehung unglücklich sind. Die seit Kurzem auf Netflix erhältliche Serie behandelt dabei nicht nur Themen wie Untreue oder Abhängigkeit, sondern zugleich auch Aspekte wie Kontrolle und Rollenbilder innerhalb einer Ehe, was durchaus seinen Reiz hat, besonders in einer so homogenen sowie konservativen Gesellschaft wie der japanischen, doch in der Inszenierung und der Figurenentwicklung Schwächen aufweist.

Wer sich für Serien wie Sex and the City oder Desperate Housewives erwärmen konnte sowie deren Figuren, wird wohl in Fishbowl Wives ein nicht unbedingt gleichwertiges, aber zufriedenstellendes Pendant finden. Von der ersten Minute an befindet sich der Zuschauer in diesem bisweilen hermetisch wirkenden Freundes- und Bekanntenkreis, in welches es festgeschriebene Rolle gibt und die Männer meist ganz klar das Sagen haben, auch wenn diese Kontrolle nicht alle so exzessiv ausspielen wie der von Masanobu Ando (Battle Royale) gespielte Takuya. Indem in der ersten Folge den Frauen Spitznamen wie „Die Kopfschmerzenfrau“ und „Die Goldfischfrau“ gegeben werden, wird nicht nur ihr Problem oder Trauma angedeutet, denn zugleich wird auch mehr als einmal simplifiziert und auf dem Niveau von Küchenpsychologie eine Figur entwickelt. Oftmals werden diese Überschriften wie auch die Geschichte dieser Figur, welche wir in den acht Folgen sehen, dem Charakter nicht gerecht, wie beispielsweise im Falle von Hisako oder Noriko.

Goldfische für alle

Wie in vielen anderen Kritiken zu der Serie bereits angemerkt wurde, scheinen die Autoren und Produzenten einer Serie wie Fishbowl Wives in den 1980er stecken geblieben zu sein. Der Besitz, hier der eines Haustieres, ist der Ausweg aus einer verfahrenen Situation, welche nicht nur von häuslicher Gewalt und Erniedrigung definiert wird, sondern, was vielleicht noch viel erschütternder ist, von der Dreistigkeit, mit der manche der Männer (und Frauen) fremdgehen, allen vor abermals Takuya. Als Gegenbild soll hier der aufmerksame und romantisch verklärte Haruto dienen, dessen Figur aber ebenso wenig ausgereift ist wie so manch andere in dieser Serie und wie ein Konglomerat aus vielen Charakteren besteht, die man aus romantischen Komödien her kennt. Dabei hilft es auch nicht, dass den Dialogen immer eine mehr als aufdringlicher Symbolgehalt gegeben wird, der Fishbowl Wives, trotz all der Themen, welche die Serie vereint, immer auch kitschig werden lässt.

Auf Seiten der Schauspieler gibt es durchaus sehr viel Potenzial in dem Ensemble, welches die Produzenten hier vereint haben, doch aufgrund der Fülle an Charakteren sticht keiner so wirklich heraus. Überraschend sind da noch Sanyee Yuan als Ran, Harutos Schwester, oder Jennifer Sun Bell, die später als Sakuras Anwältin auftritt, spielen sie doch Frauen, die durch ihre emotionale und moralische Intelligenz ein gutes Gegengewicht zu den übrigen Figuren bilden.

Credits

OT: „Kingyo Tsuma“
Land: Japan
Jahr: 2022
Regie: Michiko Namiki, Hiroaki Matsuyama, Aya Narakino
Drehbuch: Fumi Tsobota, Miyako, Tomomi Matoba, Ryo Kurosawa
Vorlage: Ryo Kurosawa
Besetzung: Ryoko Shinohara, Takanori Iwata, Jennifer Sun Bell, Masanobu Ando, Shizuka Nakamura, Saori Seto, Anzu Lawson, Sanyee Yuan, Ren Hanami

Trailer

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Fishbowl Wives – Staffel 1
Fazit
„Fishbowl Wives“ ist eine Serie über Untreue, Rollenbilder und Beziehungen. Die achtteilige Serie mag gelegentlich durch ihre Darsteller überzeugen, wirkt aber erzählerisch wie auch ästhetisch wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten, vor allem wegen ihrer unterkomplexen Figurengestaltung.
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