Hustle Netflix Adam Sandler
© Cassy Athena/Scott Yamano/Netflix

Hustle

Hustle Netflix Adam Sandler
„Hustle“ // Deutschland-Start: 8. Juni 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Mangelnden Einsatz kann man Stanley Sugerman (Adam Sandler) sicher nicht vorwerfen. Ständig ist der Basketball-Scout unterwegs, um neue Talente aufzuspüren. Das klappt mal besser, mal schlechter. Zurzeit ist mal wieder Flaute angesagt. Hinzu kommt, dass die ständigen Reisen das Zusammenleben mit seiner Frau Teresa (Queen Latifah) und Tochter Alex (Jordan Hull) nicht unbedingt erleichtern. Doch dann scheint ihm doch noch mal das Glück hold zu sein, als er in Spanien Bo Cruz (Juancho Hernangomez) entdeckt. Der arbeitet zwar als Bauarbeiter und steht den großen Versprechen Stanleys skeptisch gegenüber. Dieser glaubt aber fest an das Talent des jungen Mannes und ist entschlossen, ihm den Weg in die NBA zu ebnen, auch wenn ihn dort zunächst niemand haben will …

Mal keine Blödel-Komödie

Adam Sandler und Netflix, allein die Vorstellung dieser Kombination lässt so manche laut aufstöhnen. Und das nicht grundlos: Sowohl dem Blödel-Komiker wie auch dem Streamingdienst werden gern vorgeworfen, mit anspruchsloser und völlig austauschbarer Massenware am unteren Ende der filmischen Qualitätsskala zu agieren. Seit einiger Zeit kooperieren beide miteinander, haben eine ganze Reihe von Filmen produziert. Erfolgreich sind diese sicher. Trotz zahlreicher Stars, die sich etwa in Murder Mystery und Hubie Halloween tummelten, gesehen haben muss man diese Komödien nicht gerade. Umso größer – und freudiger – ist die Überraschung, wenn mit Hustle nun eine der seltenen Fälle erscheint, bei denen die Qualität doch mal stimmt.

Dabei ist der Film natürlich nicht mit den Titeln zu vergleichen, den seine Produktionsfirma Happy Madison sonst so herausbringt. Schon das Genre ist ein anderes, wenn hier eine deutlich dramatischere Richtung eingeschlagen wird. Den einen oder anderen komischen Moment gibt es zwar auch hier, etwa in einer absurden Szene rund um das Alter eines Spielers, der ganz offensichtlich das mit den Fakten nicht so genau nimmt. Aber das ist die Ausnahme. Stattdessen ist Hustle primär das Porträt eines Mannes, der seine besten Tage schon hinter sich hat und sich trotz seines unaufhaltsam fortschreitenden Alters zu behaupten versucht. Das Motiv der letzten Chance wird hier mal wieder bemüht, verbunden mit dem des Underdogs, den alle abschreiben.

Gut gespielt, aber wenig originell

Originell ist das alles natürlich nicht. Tatsächlich dürfte es wenige geben, die im Anschluss an den Film das Drehbuch als erwähnenswert ansehen. Weder wurde bei der Figurenzeichnung Großartiges geleistet, noch sind da irgendwelche einprägsamen Dialoge dabei, an die man sich unbedingt erinnern müsste. Diese Ambitionen hatte bei Hustle aber auch niemand. Stattdessen ist das Sportdrama betont unspektakulär, inhaltlich wie inszenatorisch. Regisseur Jeremiah Zagar arbeitet beharrlich die einzelnen Stationen ab, die man bei einer solchen Geschichte erwarten darf. Das ist alles souverän umgesetzt, aber nicht übermäßig inspiriert. Lediglich bei den Basketballszenen wird mal ein bisschen aufs Gaspedal getreten und versucht, das Publikum tatsächlich mitzunehmen.

Basketballfans werden dann auch am ehesten glücklich werden mit dem Film. Nicht nur dass Juancho Hernangómez tatsächlich ein NBA-Spieler ist, der ursprünglich aus Spanien stammt, was dem Ganzen eine in mehrfacher Hinsicht glaubwürdige Note gibt. Das erfahrene Auge entdeckt zudem reihenweise reale Spieler, die in der einen oder anderen Form ihren Weg in die Geschichte fanden. Dennoch, Dreh- und Angelpunkt bei Hustle ist Stanley und damit eben auch Sandler. Der darf dabei wie bei Der schwarze Diamant beweisen, dass er ein deutlich talentierterer Schauspieler ist, als es seine Blödelkomödien einen glauben lassen. Er braucht kein übertriebenes Mienenspiel, sondern gibt nuanciert und mit einem Gespür für die leisen Töne Einblick in das Leben eines Mannes, der für den Sport lebt und das tut, was er liebt – selbst wenn es dabei nicht immer laufen sollte.

Credits

OT: „Hustle“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Jeremiah Zagar
Drehbuch: Taylor Materne, Will Fetters
Musik: Dan Deacon
Kamera: Zak Mulligan
Besetzung: Adam Sandler, Juancho Hernangómez, Queen Latifah, Ben Foster, Kenny Smith, Robert Duvall, Jordan Hull

Bilder

Trailer

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Hustle
Fazit
Mit „Hustle“ darf Adam Sandler mal wieder beweisen, dass er mehr kann als Blödelkomödien, wenn er mit eine Gespür für die leisen Töne einen in der Bedeutungslosigkeit verschwindenden Mann spielt, der es noch einmal wissen will. Die Geschichte um einen Basketball-Scout ist jedoch nichts Besonderes.
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