Broken Idol Das Vergehen von Diomedes Diaz Netflix
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Broken Idol: Das Vergehen des Diomedes Díaz

Broken Idol Das Vergehen von Diomedes Diaz Netflix
„Broken Idol: Das Vergehen von Diomedes Díaz“ // Deutschland-Start: 30. März 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Diomedes Díaz, dessen Spitzname El Cacique de la Junta („Der Häuptling von La Junta“) lautete, war ein bekannter und national äußerst beliebter kolumbianischer Sänger mit über 30 veröffentlichten Alben, welche sich insgesamt über 20 Millionen Mal verkauften. Sein rasanter Aufstieg, der in den späten 1980er-Jahren begann, schien unaufhaltsam. Im Mai 1997 allerdings verlor Doris Adriana Niño, einer seiner vielen weiblichen Fans, ihr Leben. Plötzlich war Díaz nicht mehr einfach nur ein Sänger – er war ein Mordverdächtiger.

Erscheint eine Dokumentarfilm mit einem Titel wie Broken Idol: Das Vergehen von Diomedes Díaz auf Netflix, ist es für ein aus trainierten Hobbydetektiven bestehendes Publikum keine Herausforderung, routiniert die Schlussfolgerung zu ziehen, es handele sich um einen Vertreter des True-Crime-Genres. Das ist auf dem Papier auch erst einmal nicht ganz falsch, allerdings scheint hier der zum Scheitern verurteilte Versuch unternommen worden zu sein, zwei Genre-Herren zu bedienen.

Bisschen Biografie, bisschen True Crime Doku

Heutzutage gilt es ja schon dankbar dafür zu sein, dass Broken Idol: Das Vergehen von Diomedes Díaz nicht zu einer Serie mit vier oder mehr Folgen verwurstet wurde. Mit einer Laufzeit von über 100 Minuten ist der Film dennoch etwas zu lang geraten. Für ungefähr die erste halbe Stunde wird sich mit dem Leben der lateinamerikanischen Vallenato-Musik-Legende beschäftigt. Um die Fallhöhe zu skizzieren, ist ein gewisses Hintergrundwissen zwar vonnöten oder zumindest hilfreich; für eine True-Crime-Doku nimmt dieses Segment allerdings viel zu viel Platz ein. Für eine biografische Dokumentation wiederum ist es zu wenig. Vielleicht wäre hier ein Zweiteiler doch angebracht gewesen, jeweils 45-60 Minuten, dessen erster Part einen vollumfänglichen Einblick in Díaz‘ Leben und Karriere gibt, während sich der nächste um besagten Vorfall dreht.

Niños Tod selbst beziehungsweise die ganze Aufmachung der Doku diesbezüglich erinnert dann jedoch wieder so ein bisschen an Das Motiv. Wurde in dieser Serie viel Trara um nichts gemacht, verhält es sich im vorliegenden Fall doch ein wenig anders. Zeitzeugeninterviews zeichnen ein unklares Bild, Gerichtsurteile wurden revidiert. Fest steht zumindest, dass Niño auf einer Party in Díaz‘ Appartement Drogen konsumierte, ebenso wie andere Gäste. Ob sie dazu gezwungen wurde oder es aus eigenem Willen tat, ist nicht klar, allerdings wurde sie in diesem Zustand vergewaltigt und starb einen unnatürlichen Erstickungstod. Die Sängerikone bestritt zwar, irgendetwas mit der Sache zu tun zu haben, wurde im Oktober desselben Jahres aber unter Hausarrest gestellt. Einer geplanten Überführung ins Gefängnis entzog Díaz sich im Jahre 2000 durch Flucht, lieferte sich 2002 aber den Behörden aus und erhielt eine drastisch reduzierte Gefängnisstrafe. Broken Idol: Das Vergehen von Diomedes Díaz liefert zwar sowohl Material für Spekulationen als auch genügend Fakten, um sich als Zuschauer eine eigene Meinung zum Geschehen bilden zu können, aber insgesamt ist das hier alles weder Fisch noch Fleisch.

Credits

OT: „Broken Idol: The Undoing of Diomedes Diaz“
Land: Kolumbien
Jahr: 2022
Regie: Jaime Barbosa, Jorge Durán
Musik: Eblis Álvarez
Kamera: Mauricio Vidal

Trailer

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Broken Idol: Das Vergehen des Diomedes Díaz
Fazit
Die True-Crime-Doku „Broken Idol: Das Vergehen von Diomedes Díaz“ weiß nicht so recht, an wen sie sich überhaupt richten will. Fans des Genres bekommen zu viel Biografisches und zu wenig Crime, bei Fans des kolumbianischen Sängers ist es umgekehrt. Wer nun aber mit beidem nichts anfangen kann, der ist hier völlig falsch und verpasst gar nichts.
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